Kurzpässe Wolf schimpft, Koch ist beleidigt, Hiddink geht

Beim 1. FC Kaiserslautern ist dicke Luft. Trainer Wolfgang Wolf übt Kritik an den Medizinern des Clubs. Auch Günther Koch hat schlechte Laune. Der Sportreporter  darf keine WM-Spiele moderieren – und wechselt zu einem neuen TV-Sender. Einen neuen Job sucht sich auch der Eindhovener Trainer Guus Hiddink.


Hamburg – Nach einer Fehldiagnose bei der Behandlung von Abwehrspieler Fabian Schönheim (1. FC Kaiserslautern) ist Trainer Wolfgang Wolf in Rage. "Es kann nicht sein, dass ein Spieler zwei Wochen lang auf eine Zerrung hin behandelt wird, und dann stellt sich heraus, dass er einen Muskelfaserriss hat. Wir spielen hier nicht in der Kreisklasse, hier geht es um Existenzen. In der nächsten Saison wird das anders aussehen", wetterte Wolf. Der 19 Jahre alte Schönheim kann wegen dieser Fehlbehandlung im Bundesligaspiel der Pfälzer am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nicht engesetzt werden. Neben dem Abwehrspieler fällt auch Thomas Borbely aus. Den Slowaken plagen Schmerzen an der Achillessehne.

Trainer Wolf: "Hier geht es um Existenzen"
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Trainer Wolf: "Hier geht es um Existenzen"

Der Sportreporter Günther Koch verlässt die ARD – weil er bei der Fußball-WM nicht zum Zug kommt. "Es ist definitiv so, dass ich kein einziges WM-Spiel bei der ARD bekommen werde", sagte Koch der dpa. Angeblich sei er vom WDR, der für die ARD die WM-Berichterstattung koordiniert, in der WM-Mannschaft des "Ersten" nicht erwünscht. Koch versteht diese Entscheidung als "grobe Missachtung" seiner 29 Jahre langen Arbeit. Der 64-jährige Franke vom Bayerischen Rundfunk (BR) hat sich durch seine Fußballreportagen über den 1. FC Nürnberg in Deutschland einen Kultstatus erarbeitet. Zum Ende dieser Bundesligasaison werde er den BR verlassen und bei einem Privatsender anheuern, teilte Koch mit. Den Namen dieses Senders wolle er am Montag mitteilen. Allerdings will der der Sportreporter für den BR als Kolumnist tätig bleiben.

Guus Hiddink wird den PSV Eindhoven zum Saisonende verlassen. Gründe dafür nannte der Trainer nicht. Der 59-Jährige ist seit 2002 Coach des holländischen Spitzenclubs. In Personalunion betreut er auch die australische Nationalmannschaft und führte das Team zur WM-Endrunde in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli). Hiddink wird als Kandidat für die Trainerjobs bei den Nationalmannschaften von England und Russland gehandelt. Der englische Coach Sven-Göran Eriksson wird nach der WM das Team verlassen, bei den Russen hat Juri Sjomin wegen der verpassen WM-Qualifikation seinen Posten freiwillig zur Verfügung gestellt.

Die Tauschbörse für WM-Tickets nimmt am Montag ihren Betrieb auf. Auf der Internetadresse www.fifaworldcup.com können Karteninhaber ihre Tickets entweder auf andere Personen umschreiben lassen oder zum Einkaufspreis veräußern. Um den auch bei der WM in Deutschland kaum zu verhindernden Schwarzmarkt zu erschweren, stellt das OK allerdings Bedingungen für die Übertragung der personalisierten Tickets auf. Ein Kartentransfer ist nur innerhalb der eigenen Familie, bei einem Todesfall, bei Krankheit, oder bei höherer Gewalt möglich. Auch bei einem Ausreiseverbot sowie einem verweigerten Visum für Deutschland kann das Ticket auf einen anderen Namen umgeschrieben werden. Zusätzlich will das OK bei genauer Prüfung auch Härtfälle zulassen.

sge/sid/dpa



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