Kurzpässe Wolfsburg will mit Magath verlängern, Lautern hat negative Bilanz

Aufregung in Spanien: Ein Spieler soll angeblich Geld für eine Niederlage kassiert haben. Espanyol Barcelona entlässt seinen Trainer. Der VfL Wolfsburg plant eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Felix Magath. Der 1. FC Kaiserslautern macht fast zwei Millionen Euro Verlust.


Hamburg - Der VfL Wolfsburg will den Vertrag mit Trainer und Sportdirektor Felix Magath vorzeitig verlängern. "Die Vereinsführung ist daran interessiert, mit Felix Magath weiterzuarbeiten", sagte Aufsichtsratsmitglied Stephan Grühsem dem Fachmagazin "kicker". Magath arbeitet seit Sommer 2007 in Wolfsburg und hat den Verein bereits in der ersten Saison in den Uefa-Cup geführt. Der laufende Kontrakt endet 2010. Offen ist, ob Magath weiterhin als Trainer und Sportdirektor arbeiten wird. "Die Vertragsverlängerung steht im Vordergrund, alles andere ist nachgelagert", sagte Grühsem.

Trainer und Sportdirektor Magath: Wolfsburg in den Uefa-Cup geführt
DDP

Trainer und Sportdirektor Magath: Wolfsburg in den Uefa-Cup geführt

Vorstandsboss Stefan Kuntz muss den Mitgliedern des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch eine schlechte finanzielle Bilanz vorlegen. Der Club räumte bereits vor der Mitgliederversammlung ein, im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe von 1,8 Millionen Euro gemacht zu haben. Das Vereinsvermögen verringerte sich damit von 2,5 Millionen Euro auf nur noch 740.000 Euro. Als Hauptgrund gilt die sportliche Talfahrt und das Führungschaos der Pfälzer in der zurückliegenden Spielzeit. Der Club, der in der Saison 2007/08 insgesamt zwei Trainer, drei Sportdirektoren und zwei Clubchefs bezahlen musste, konnte erst am letzten Spieltag den Abstieg in die Dritte Liga verhindern. Für die laufende Saison rechnet der FCK mit einer ausgeglichenen Bilanz.

Nach Angaben der spanischen Zeitung "El Mundo" deutet die Aussage eines Fußballprofis darauf hin, dass es im vorigen Sommer beim Aufstieg des FC Málaga in die Primera División möglicherweise nicht mit rechten Dingen zuging. Wie das Madrider Blatt am Montag berichtete, gab der frühere Profi des Zweitligisten CD Teneriffa, Jesús Mora "Jesuli", in einem mitgeschnittenen Telefongespräch zu, Ende der vorigen Saison 6000 Euro dafür erhalten zu haben, dass sein Team das letzte Punktspiel in Málaga absichtlich verlor. Málaga gewann die Partie gegen Teneriffa 2:1 und sicherte sich den Aufstieg. Für Teneriffa ging es um nichts mehr.

Real Sociedad San Sebastián erreichte somit den vierten Rang der zweiten Liga und verpasste den Aufstieg knapp. In dem Telefongespräch mit dem Clubchef von Real Sociedad, Iñaki Badiola, sagte Jesuli nach Angaben der Zeitung, er gehe davon aus, dass auch seine Teamkameraden bei CD Teneriffa Geld für eine Niederlage bekommen hätten. Jesuli selbst kam in der Partie Málaga gegen Teneriffa wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz. Der Mittelfeldspieler hatte vor seinem Wechsel nach Teneriffa ein Jahr in San Sebastián unter Vertrag gestanden.

Der spanische Erstligist Espanyol Barcelona hat Trainer Bartolomé Marquez rausgeworfen, nachdem die Katalanen das Heimspiel gegen Aufsteiger Sporting Gijon 0:1 verloren hatten. Espanyol liegt mit zwölf Punkten derzeit nur auf dem 17. Tabellenplatz der Primera División. In den vergangenen elf Spielen hatte es nur einen Sieg gegeben. Bis spätestens Mittwoch will Espanyol einen Nachfolger verpflichtet haben. Das Training am Montag leitete der bisherige Assistenzcoach Paco Herrera.

Die Präsidenten der italienischen Vereine wollen auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise reagieren. Der Clubchef des Erstligisten AC Florenz, Diego Della Valle, sagte, es sei dringend notwendig, die Gehälter der Fußballstars zu senken: "Es ist peinlich, die Gehälter zu sehen, die die Fußballer kassieren, während die Tifosi, die unsere Mannschaften mit Enthusiasmus verfolgen, mit Gehältern von 1000 Euro im Monat auskommen müssen. Wir müssen dieses System ändern. Es muss konkrete Signale eines Trendwechsels geben." Zudem sollen TV-Sender künftig für Interviews mit Spielern und Trainern der Serie-A-Vereine bezahlen.

wit/sid/dpa



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