Kurzpässe Woronin packt die Koffer, Rutten zieht nach Eindhoven

Abschied und Nachfolge: Für Angreifer Andrej Woronin sind die Tage bei Hertha BSC Berlin wohl gezählt. Definitiv ist dagegen das Karriereende von Milan-Idol Paolo Maldini. Trainer Huub Stevens beerbt in Salzburg einen Landsmann - und wird von seinem Nachfolger bei Schalke beerbt.


Hamburg - Angreifer Andrej Woronin rechnet nicht mehr damit, noch lange für Hertha BSC auf Torejagd gehen zu können. "Ich packe jetzt schon meine Sachen. In Berlin hat sich in Sachen Vertrag nicht viel bewegt. Wahrscheinlich will Liverpool mich zurückholen", erklärte der Ukrainer am Freitag.

Stürmer Woronin: Auf gepackten Koffern
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Stürmer Woronin: Auf gepackten Koffern

Der 29-Jährige hat beim englischen Rekordmeister FC Liverpool noch einen Vertrag bis 2011 und war an Berlin nur ausgeliehen. Für eine dauerhafte Verpflichtung müsste Hertha tief in die Tasche greifen: Rund vier Millionen Euro Ablösesumme und ein Jahresgehalt in ähnlicher Höhe sind die finanziellen Eckdaten. "Schade, ich bin etwas enttäuscht. Aber ich kann die Finanzprobleme auch verstehen", sagte Woronin, der mit bisher elf Saisontoren zum Publikumsliebling avancierte, aktuell aber wegen einer Rot-Sperre nicht spielberechtigt ist.

Fred Rutten wird wie erwartet zur neuen Saison Trainer des PSV Eindhoven. Der ehemalige Schalker Coach, der beim Bundesligist am 26. März von seinen Aufgaben entbunden worden war und am vorigen Mittwoch seinen Vertrag mit Schalke aufgelöst hatte, unterschrieb am Freitag beim Tabellenfünften der Ehrendivison einen Kontrakt über drei Spielzeiten bis 2012. Rutten tritt bei der PSV die Nachfolge von Huub Stevens an, der am 28. Januar von seinem Posten zurückgetreten war.

Der frühere Schalke-Coach wird in der kommenden Spielzeit neuer Trainer von Red Bull Salzburg in Österreich. Eindhoven wird bis zum Saisonende noch vom früheren Stevens-Assistenten Dwight Lodeweges betreut, der einen ab Sommer gültigen Zweijahresvertrag beim Liga-Konkurrenten NEC Nijmegen unterzeichnet hat. " Ich bin froh, dass ich wieder zurück bin", sagte Rutten bei seiner Vorstellung. Der 46-Jährige arbeitete bereits in der Saison 2001/02 als Jugendkoordinator für Eindhoven. Zudem war Rutten von 2002 bis 2006 als Co-Trainer bei der PSV beschäftigt.

Stevens soll in Salzburg nach Informationen des Blattes einen Einjahresvertrag erhalten. Bei Salzburg arbeitet unter anderem Thomas Linke als Sportdirektor, der als Profi unter Stevens mit Schalke 04 1997 den Uefa Cup gewann. Stevens trainierte in Deutschland außer den Schalkern auch Hertha BSC Berlin, den 1. FC Köln und den Hamburger SV. Zuletzt war der 55-Jährige beim PSV Eindhoven tätig, wo er am 28. Januar von seinem Posten zurückgetreten war.

Hektisch geht es in der Führungsetage der Hertha zu. Manager Dieter Hoeneß schloss einen Rücktritt vor dem Sommer 2010 erneut aus. "Dass ich zurücktrete, ist ausgeschlossen. Was ich anfange, führe ich auch zu Ende. So bin ich erzogen worden", sagte Hoeneß der "BZ" nach den jüngsten Querelen um ein internes Schreiben, das am Donnerstag an die Öffentlichkeit gelangt war. In dem Brief an das Präsidium hatte die Geschäftsführung kritisiert, dass Hoeneß vom Präsidium angegriffen und diffamiert worden sei.

Hintergrund war ein Zeitungsartikel vom 4. April, in dem Hoeneß nachgesagt wurde, er wolle Trainer Lucien Favre den Erfolg streitig machen. Mehrmals wurde dort ein anonymes Präsidiumsmitglied zitiert. Hoeneß bekräftigte am Freitag, dass der Brief auf keinen Fall von Seiten der Geschäftsführung an die Medien gelangt sei. "Wer den Brief an die Öffentlichkeit gebracht hat, kann nicht im Sinne des Vereins gehandelt haben", sagte der 56-Jährige.

Der frühere italienische Nationalspieler Paolo Maldini wird am 31. Mai seine aktive Karriere beenden. "Ich mache nicht mehr weiter. Man kann nicht gegen die Natur kämpfen", sagte der 40-Jährige der Tageszeitung "La Stampa". Er habe es nie bereut, immer für den AC Mailand gespielt zu haben, für den er im Alter von zehn Jahren sein erstes Match bestritt. "Ich hätte mich verloren, wenn ich gewechselt hätte", sagte der gebürtige Mailänder, der 1985 im Alter von 16 Jahren bei den Profis debütierte. Das Auswärtsspiel mit Milan am letzten Spieltag der Saison 2008/09 beim AC Florenz soll der Schlusspunkt seiner Karriere sein. Der 126-malige Nationalspieler äußerte außerdem den Wunsch, noch ein letztes Mal für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen.

Werder Bremens Stürmer Claudio Pizarro hat im Streit mit dem peruanischen Verband einen Sieg errungen. Der Internationale Sportgerichtshof Cas erklärte die Strafe in Höhe von 10.000 US-Dollar wegen der angeblichen Verwicklung des Profis in eine Alkoholaffäre für ungültig. Nach einem Länderspiel gegen Brasilien am 18. November 2007 hatte der Verband Pizarro für 18 Monate suspendiert und zu einer Zahlung von 80.000 Dollar verurteilt, die Strafen jedoch später reduziert. Pizarro war vorgeworfen worden, sich an einer ausschweifenden Party im Mannschaftshotel in Lima beteiligt zu haben.

Den FC Bayern München plagt in der entscheidenden Phase des Kampfs um die Meisterschaft weiter ein Sturmproblem. Außer dem langzeitverletzten Miroslav Klose fällt im Auswärtsspiel gegen Arminia Bielefeld am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auch Lukas Podolski wegen Wadenproblemen aus. Hinter Luca Toni dürfte daher wohl wieder Franck Ribéry als hängende Spitze eingesetzt werden. Nicht dabei sind zudem die verletzten Massimo Oddo, Zé Roberto, Michael Rensing und Breno.

jok/sid/dpa



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