Kurzpässe Zé Roberto verletzt, Brutalo-Fußballer verurteilt

Im Sturm plagen der Hamburger SV bereits Personalsorgen - nun fällt auch noch Mittelfeldspieler Zé Roberto aus. Den Brasilianer zwingt eine Knöchelverletzung zur Pause. Nach einem brutalen Foul muss ein Amateurfußballer lange ins Gefängnis. Berti Vogts bleibt Aserbaidschan treu.

Hamburger Zé Roberto: Längere Pause verordnet
dpa

Hamburger Zé Roberto: Längere Pause verordnet


Hamburg - Der Hamburger SV muss im Kampf um die Meisterschaft vorerst auf Mittelfeldspieler Roberto verzichten. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, zog sich der Brasilianer im Bundesligaspiel am vergangenen Sonntag bei Hannover 96 (2:2) einen Bänderanriss im rechten Sprunggelenk zu. Dies habe eine Kernspintomographie ergeben. "In den kommenden zehn Tagen wird Zé einen Gips zur Ruhestellung des Fußes tragen", erklärte Mannschaftsarzt Oliver Dierk. Der Tabellendritte muss schon länger auf die verletzten Offensivkräfte Paolo Guerrero und Mladen Pertic verzichten.

Ein Fußballer aus Kulmbach muss nach einem brutalen Tritt ins Gesicht eines Gegenspielers für zwei Jahre ins Gefängnis. Die Berufungskammer des Landgerichts Bayreuth stufte den Fall als gefährliche Körperverletzung ein. Das Amtsgericht Kulmbach hatte den 23-Jährigen im Januar noch zu zwei Jahren und acht Monaten wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Der aus Kasachstan stammende Mann war vom Verband nach seiner Attacke im Oktober 2007 mit einer lebenslangen Sperre belegt worden. Das Opfer wurde damals mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Spezialklinik geflogen.

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts wird für weitere zwei Jahre als Nationalcoach Aserbaidschansarbeiten. Der 62-Jährige, der seit März 2008 in der Kaukasus-Republik tätig ist, verlängerte seinen Vertrag. Das gab der Aserbaidschans Fußball-Verband (ASF) bekannt. Zum Trainerteam von Vogts zählen auch Ex-Nationaltorwart Uli Stein sowie der ehemalige Kölner und Frankfurter Bundesliga-Profi Olaf Janßen. Nach Angaben von ASF-Funktionären sei man mit der Arbeit von Vogts, der Deutschland 1996 zum EM-Titel geführt hatte, sehr zufrieden. In der Qualifikation zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika hatte das Team von Vogts in der deutschen Gruppe 4 einen Sieg und zwei Unentschieden erreicht.

Der Spanier Alex Sánchez hat als erster einhändiger Spieler sein Debüt in der Primera División gefeiert. Der 20-jährige Stürmer von Real Saragossa, dem von Geburt an die rechte Hand fehlt, wurde in der Schlussphase der Partie seiner Mannschaft beim FC Valencia eingewechselt. Als Nachteil empfindet der Torjäger seine Behinderung nicht: "Es gibt im Fußball nichts, was ich nicht tun könnte", so Sánchez. Saragossas Manager Gerhard Poschner betonte: "Fußball spielt man mit den Füßen, dem Kopf und dem Herzen."

Im Streit um die "50+1-Regel" im deutschen Profifußball hat Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Hannovers Präsident Martin Kind Erpressung vorgeworfen. "Sie drohen, vor den Europäischen Gerichtshof zu gehen, wenn wir dem Konsensmodell nicht zustimmen. Damit erpressen Sie die Liga", sagte Watzke der "Bild-Zeitung" vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt am Main. Kind will die "50+1-Regel" kippen, die verhindert, dass Investoren mehr als 50 Prozent der Club-Anteile erwerben können.

Borussia Dortmunds Linksverteidiger Dede wurde in Straubing am Knie operiert und fällt voraussichtlich für den Rest der Hinrunde aus. Der 31-jährige Brasilianer erlitt im Meisterschaftsspiel am Sonntag bei Werder Bremen (1:1) einen Innenmeniskus- und Innenbandriss. Nach Angaben von BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun wird die Reha-Zeit für Dede rund sechs Wochen betragen.

Schlaudraff mit Beschwerden, Roter Stern mit Auszeichnung

Hannovers Jan Schlaudraff droht die dritte Leisten-Operation innerhalb eines Jahres. "Die Möglichkeit besteht, dass wir es nochmal mit einer OP versuchen", sagte der verletzte 96-Stürmer der "Bild"-Zeitung. Schlaudraff reiste am Dienstag nach Berlin, um sich erneut untersuchen zu lassen. "Es gibt immer noch einen Restschmerz", erklärte Schlaudraff. Unter Umständen könnte an diesem Mittwoch der weitere Eingriff erfolgen. Dabei soll - wenn nötig - der Hauptnerv gekappt werden, der die ständigen Schmerzen verursacht. Schlaudraff war im Januar (rechte Leiste) und danach im März (linke Leiste) operiert worden.

Roter Stern Leipzig ist einer der Träger des "Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2009". Der Verein erhalte die Auszeichnung, weil er sich mit rassistischer und antisemitischer Gewalt im Stadion nicht abfinde und ein wirksames Gegenprogramm gestartet habe. Diskriminierung im Spielbetrieb werde nicht geduldet. Zudem würden Kulturprojekte organisiert. Seit 2007 werden mit dem Preis Initiativen für Menschenrechte, der Schutz von Minderheiten sowie der Kampf gegen Extremismus, Rassismus und Antisemitismus geehrt. Eine Jury hatte aus 55 Bewerbern die Preisträger ausgewählt. Der Club war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, als es bei einem Auswärtsspiel zu massiven Übergriffen auf RSL-Fans gekommen war. Die Täter werden dem rechtsextremen Umfeld zugeordnet .

jar/jok/sid/dpa



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