Kurzpässe Zé Roberto will Pastor werden, Verwirrung um U21-Trainer

Die Suche nach einem Trainer für die U21-Nationalmannschaft geht weiter. Bayern Münchens Zé Roberto denkt über eine Zukunft in einem Kirchenamt nach. Deutsche und englische Fans haben vor dem Freundschaftsspiel in Berlin gemeinsam der Opfer des Holocaust gedacht.


Hamburg - Bayern Münchens Zé Roberto hat nach dem Ende seiner Laufbahn einen außergewöhnlichen Berufswunsch. "Ich kann mir gut vorstellen, dass ich nach meiner Karriere Pastor werde. Ich habe mich schon erkundigt. Ich müsste dafür vier Jahre Theologie studieren", sagte der strenggläubige Brasilianer in einem Interview mit "Sport Bild". Dies wäre eine Sache, "die mich wirklich erfüllen würde. Die Religion ist mir wichtig, und mich macht es glücklich, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen", sagte der 34-Jährige, der der protestantischen Kirche der Evangelicos angehört.

Brasilianer Zé Roberto: "Vier Jahre Theologie studieren"
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Brasilianer Zé Roberto: "Vier Jahre Theologie studieren"

Möglicherweise hängt Ze Roberto aber erst noch ein weiteres Jahr als Fußballer beim Deutschen Meister an. Der Mittelfeldspieler ist offensichtlich nicht abgeneigt, den im Sommer auslaufenden Vertrag zu verlängern. "Wenn die gesamte Mannschaft mich darum bittet. Und auch Gott mir sagt, dass es die richtige Entscheidung ist, dann habe ich keine andere Wahl. Wenn es Gottes Wille ist, werde ich bleiben", sagte Zé Roberto.

Trainer Horst Hrubesch wird die U21-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht fest übernehmen, könnte rein theoretisch aber zu einer längeren Interimslösung werden. "Horst Hrubesch weiß, dass wir einen Trainer suchen und er es nicht wird", sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer dem sid, schloss ein Engagement des etatmäßigen U20-Coachs bis einschließlich der EM im Juni 2009 in Schweden aber nicht aus: "Es ist klar, dass die Möglichkeit besteht, dass Horst das Turnier macht." Dies sei davon abhängig, wer neuer Trainer werde und ab wann dieser verfügbar sei. Für eine Entscheidung, so Sammer, werde man sich noch "ein paar Tage Zeit lassen, aber sie wird sicher in absehbarer Zeit fallen".

Englische und deutsche Fußballfans haben am Mittwoch am Holocaust-Mahnmal in Berlin einen Kranz mit der Botschaft "Niemals vergessen" niedergelegt. Damit werde an die Pogromnacht von 1938 und den Holocaust erinnert, sagte der Leiter des offiziellen englischen Fanclubs, Marc Perryman. Der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, Bernd Schultz, bezeichnete diese Idee als "beeindruckend". Tuvia Schlesinger, der Vorsitzende des jüdischen Sportvereins Makkabi Berlin, sagte: "Ich bin froh darüber, dass es Leute gibt, die sich an die Geschichte erinnern." Am Abend werden die Nationalmannschaften Deutschlands und Englands in Berlin (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) aufeinandertreffen.

1899 Hoffenheim streitet sich offenbar mit dem englischen Premier-League-Club Wigan Athletic um die Verpflichtung des ecuadorianischen Nationalstürmers Cristian Benitez vom mexikanischen Erstligisten Santos Laguna. Der Überraschungs-Aufsteiger will die Gerüchte über eine mögliche Verpflichtung des 22-Jährigen in der Winterpause zwar nicht kommentieren, englische Zeitungen berichten aber über ein Transfer-Gerangel zwischen Wigan und Hoffenheim. Benitez soll angeblich 15 Millionen Euro Ablöse kosten.

Borussia Dortmund kann sich über einen stattlichen Geldbetrag freuen. Für die Abstellung ihrer Nationalspieler, die im Sommer an der EM in der Schweiz und Österreich teilgenommen haben, wird die Europäische Fußball-Union (Uefa) den Westfalen eine Abstellungsgebühr in Höhe von 600.000 Euro überweisen. "Das ist mehr, als wir kalkuliert haben", wird BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in der "Westfälischen Rundschau" zitiert. Pro Tag zahlt die Uefa für Alexander Frei, Philipp Degen (beide Schweiz), Jakub Blaszczykowski (Polen) sowie Robert Kovac und Mladen Petric (beide Kroatien) 4000 Euro. Für Frei und Blaszczykowski war die EURO 2008 wegen Verletzungen jedoch schon frühzeitig beendet.

Ronaldo denkt über ein Ende seiner Fußballerkarriere nach. "Ich weiß noch nicht, ob ich weitermache oder zurücktrete", sagte der brasilianische Fußballstar am Rande eines Benefizspiels in Marokko. Der Weltmeister von 2002 hatte sich Mitte Februar erneut einer Knieoperation unterziehen müssen, nachdem ihm im Serie A-Spiel des AC Mailand gegen AS Livorno die Patellasehne im linken Knie gerissen war. Seit Monaten trainiert der 32-Jährige für seine Rückkehr in den Profifußball.

mig/sid/dpa

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