Länderspiel gegen die Schweiz Gomez trifft doppelt - Deutschland feiert hohen Sieg

Tag der Torjäger: Im Testspiel gegen die Schweiz erzielte die deutsche Nationalelf vier Tore - alle Treffer gingen auf das Konto von Stürmern. Überragender Akteur war dabei der Stuttgarter Mario Gomez, die Schweizer Elf wurde von den eigenen Fans mit Pfiffen bedacht.


Hamburg - Das 4:0 (1:0) gegen die Schweiz war das letzte Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft vor der Nominierung des EM-Kaders am 16. Mai. Einen sicheren Platz im Aufgebot dürften dabei Miroslav Klose und Mario Gomez besitzen: Die Stürmer erzielten beim Sieg gegen die Eidgenossen die ersten drei Tore und brachten das Team von Joachim Löw früh auf die Siegerstraße. Auch der dritte Angreifer Lukas Podolski betrieb Eigenwerbung und besorgte kurz vor Schluss den vierten Treffer.

"Ich bin größtenteils zufrieden. Wir waren von Beginn an sehr konzentriert und gut organisiert. Mario Gomez hat gezeigt, welche Torgefahr von ihm ausgeht", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Vor 38.500 Zuschauern in Basel hatte seine Mannschaft schwungvoll begonnen, Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger zielte bei einem Distanzschuss aus etwa 20 Metern knapp am linken Pfosten vorbei (2.). Nur sieben Minuten später wurde Michael Ballack bei seinem Versuch im Strafraum erst im letzten Moment abgeblockt.

In der Folge fanden die Gastgeber jedoch besser in die Partie und erspielten sich erste Chancen. In der 15. Minute zappelte der Ball sogar im Netz des deutschen Tores, doch der Treffer zählte nicht - Schütze Alexander Frei stand bei seinem Schuss aus sieben Metern deutlich im Abseits.

Besser machte es dann Klose bei seinem Führungstor: Sturmpartner Gomez war über die rechte Seite in den Strafraum eingedrungen und hatte nach innen gespielt. Der Schweizer Keeper Diego Benaglio konnte den Pass nicht abfangen, so dass Klose keine Mühe hatte, den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken (23.). Es war das 38. Länderspiel-Tor des Bayern-Profis.

Kurz darauf vergab Stürmer Frei die große Chance zum Ausgleich. Der Angreifer in Diensten von Borussia Dortmund platzierte einen Kopfball aus fünf Metern genau auf die Tormitte - DFB-Keeper Jens Lehmann musste nicht einmal einen Schritt zur Seite machen, um den Ball zu fangen (30.). Auf der anderen Seite hatte Ballack die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, scheiterte mit einem Schuss aus zehn Metern aber an Torwart Benaglio (39.).

Nach dem Seitenwechsel drehten die Schweizer zunächst auf und kamen zu Schusschancen durch die Mittelfeld-Akteure Tranquillo Barnetta (50.) und Gökhan Inler (52.).

Doch es blieb nur ein kurzes Aufbäumen, die besseren Möglichkeiten hatten weiter die Gäste: Nach einem Pass von Klose lief Gomez alleine auf das Schweizer Tor zu, traf aber nur das Außennetz (53.). Nachdem Torwart Lehmann einen Distanzschuss des eingewechselten Daniel Gygax entschärft hatte (59.), zielte Gomez bei seiner nächsten Chance präziser und markierte das 2:0 mit einem Schuss aus 16 Metern (61.).

Nur zwei Minuten später hätte Lukas Podolski, der für Klose in die Partie gekommen war, beinahe den nächsten Treffer nachgelegt. Doch der Münchner scheiterte mit seinem Schuss am gut reagierenden Benaglio. Wenig später durfte Podolski immerhin eine Vorlage für sich verbuchen: Nach seinem Pass war Gomez völlig frei, behielt allein vor dem Tor die Nerven und schob den Ball zum 3:0 ins Netz (67.).

Kurz vor Schluss durfte dann auch Podolski jubeln: Der 22-Jährige umspielte nach einem Konter den Schweizer Torwart und sorgte so mit dem vierten Tor für ein Schweizer Debakel (88.). "Da gibt es nicht viel schön zu reden. Deutschland war uns in fast allen Belangen überlegen und wir haben noch kräftig mitgeholfen. Das war fast amateurhaft", ärgerte sich der Schweizer Trainer Jakob Kuhn.

Durch den hohen Sieg feierte die deutsche Elf in doppelter Hinsicht ein gelungenes Jubiläum: Es war das 800. Länderspiel in der Geschichte des DFB und zudem das 50. gegen die Schweiz. Durch den Erfolg verbesserten Ballack und Co. die Bilanz auf 36 Siege, 6 Unentschieden und 8 Niederlagen.

hut/sid/dpa

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