Verdacht auf Spielmanipulation Mehrere Fußballer und Präsident von spanischem Klub festgenommen

Eine Polizeirazzia sorgt im spanischen Fußball für Aufregung: Es geht um den Vorwurf, Spiele manipuliert zu haben. Elf Personen, darunter auch Spieler, sollten festgenommen werden.

Der SD Huesca ist im Visier der Ermittler
Javier Blasco /EPA-EFE/REX

Der SD Huesca ist im Visier der Ermittler


Im spanischen Fußball bahnt sich offenbar ein Wettmanipulationsskandal an: Mehrere Spieler aus der Primera División und der zweiten Liga sind am Dienstag im Rahmen einer Polizeirazzia festgenommen worden. Gegen sie bestehe der Verdacht der Spielmanipulation, teilte die spanische Polizei mit.

Razzien an unterschiedlichen Orten seien durchgeführt worden. Dabei habe es auch elf Festnahmen gegeben, es handele sich "um ehemalige und aktive Fußballer aus der ersten Liga, aktive Spieler aus der zweiten Liga und Klubfunktionäre".

Huescas Präsident im Visier

Den Verdächtigen, darunter aktive und ehemalige Spieler sowie Funktionäre, wird die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, Korruption und Geldwäsche vorgeworfen. Sie sollen durch manipulierte Spiele bei Sportwetten profitiert haben. Ins Visier der Ermittler soll unter anderem der Präsident von Absteiger SD Huesca geraten sein. Huesca hatte die Saison als 19. der Primera División beendet.

"Vonseiten des Klubs gibt es keine Bedenken, wir stehen für Fragen zur Verfügung", zitierte die "AS" einen Anwalt von SD Huesca. "Was den Präsidenten betrifft, konnten wir bisher noch nicht mit ihm sprechen. Er wird so schnell wie möglich die entsprechenden Erklärungen abgeben."

Spanische Liga brachte Razzia ins Rollen

Eine Beschwerde der Liga wegen auffälliger Wetteinsätze bei einem Spiel von Huesca hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Das gab Javier Tebas, Präsident der höchsten Spielklasse, in der "Marca" bekannt. "Es schmerzt wirklich, weil es einen Klub betrifft, den ich liebe. Aber das Wichtigste ist, Korruption im Fußball zu beenden", sagte Tebas, der in den Neunzigerjahren Präsident von Huesca war.

In einem Statement der Liga sprach diese über mögliche neun Ansatzpunkte in der vergangenen Spielzeit in Bezug auf Spielmanipulation in niedrigeren Spielklassen. Dabei gab es Auffälligkeiten in 18 Partien, in denen Profis Wetten abgesetzt haben könnten.

Laut "AS" steht die Begegnung zwischen Real Valladolid und dem FC Valencia (0:2) unter Manipulationsverdacht. Valencia sicherte sich mit dem Sieg am letzten Spieltag die Teilnahme an der Champions League, beide Tore resultierten aus gravierenden Abwehrfehlern. "Marca", "AS" und "El País" berichten übereinstimmend, Valladolid sei in mehrere verdächtige Spiele involviert. Die brasilianische Fußball-Legende Ronaldo ist dort seit vergangenen September Mehrheitseigentümer.

ptz/sid

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Seite 1
wi_hartmann@t-online.de 28.05.2019
1. Kein Aufreger wert
Schiebereien, Schwarzgeld und auch Bestechung gehören im Profifussball bis in den Topligen zur Normalität. Junge unerfahrene Spieler und ihre Berater nehmen das Geld auch in Plastiktüten an wie auch einst im Tennis.
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