Lautern - Frankfurt 1-0 Reich nährt Champions-League-Hoffnungen

Marco Reich hat den 1. FC Kaiserslautern von seinem Heimkomplex in der-Bundesliga erlöst. Mit seinem Tor zum 1:0-Sieg über Eintracht Frankfurt sicherte der 22-jährige Nationalspieler den Pfälzern drei wichtige Punkte im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft.


Kaiserslautern - In dem durchwachsenen Spiel wurden beide Mannschaften ihren ehrgeizigen Zielen zumindest in der ersten Halbzeit nicht gerecht. "Wir müssen unsere Fans für die zuletzt schwachen Heimvorstellungen entschädigen", hatte FCK-Coach Otto Rehhagel vor der Parie gefordert. Die Pfälzer Fans pfiffen jedoch zur Pause auf die erneut spielerisch dürftigen Leistungen ihres Teams.

Obwohl sich Kapitän Ciraco Sforza als Libero vor der Abwehr um konstruktiven Aufbau bemühte, gab es viel Leerlauf im zu statischen FCK-Spiel. Im Angriff konnten sich Jörgen Pettersson und Igli Tare gegen die vom umsichtigen Libero Peter Hubtschew dirigierte Eintracht-Deckung nicht durchsetzen. Schon nach 34. Minuten ersetzte Rehhagel den unglücklich agierenden Albaner durch den zuletzt nur auf der Bank sitzenden ehemaligen Torjäger Olaf Marschall.

Die klarere Spielanlage zeigten die Frankfurter, die den Schock über den tags zuvor vom DFB-Lizenzierungsausschuss verfügten Abzug von zwei Punkten offenbar gut weggesteckte hatten. Unter der Regie des erneut starken Horst Heldt hatte die Eintracht die erste Großchance (14.), doch rutschten Thomas Reichenberger und der zur Pause ausgewechselte Uwe Schneider an der scharfen Hereingabe von Marco Gebhardt vorbei. Auch die Lauterer hatten nur eine klare Torgelegenheit, als Tare in der 28. Minute nach Zuspiel von Andreas Buck freistehend aus fünf Metern vorbei schoss.

Solist und Vollstrecker: Basler und Reich freuen sich über das Siegtor
DPA

Solist und Vollstrecker: Basler und Reich freuen sich über das Siegtor

Die Lauterer kamen mit größerem Elan aus der Kabine und in der 54. Minute zu einer Führungschance. Doch Alexander Kutschera konnte eine Buck-Hereingabe vor der Linie klären. Nach einem glänzenden Solo des ansonsten unauffällig spielenden Mario Basler, der die gesamte Eintracht Abwehr austanzte, ließ der völlig frei stehende Reich mit einem Zwölf-Meter-Schuss Eintracht-Torwart Dirk Heinen keine Chance (58.).

Eintracht-Trainer Felix Magath setzte dann alles auf einer Karte und wechselte mit Jan-Age Fjörtoft und Bachirou Salou zwei weitere Stürmer ein. Der Togolese setzte sich sofort in Szene: In der 70. Minute reklamierten die Hessen nach einem Foul von Michael Schjönberg an Salou vergeblich einen Elfmeter, 60 Sekunden später traf er mit einem Volleyschuss nur die hintere Torstange. Dennoch hatten die Lauterer die zahlreicheren Chancen für ein zweites Tor bei Kontern durch Pettersson (75.) und den Ex-Frankfurter Slobodan Kolmjbonvic.

Die Frankfurter müssen nun nach der Niederlage und dem Abzug von zwei Punkten durch den DFB-Lizenzierungsausschuss wieder verstärkt um den Klassenverbleib zittern.



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