Lautern - Rostock Glückliche Hanseaten

Durch die Niederlage gegen Rostock verliert Kaiserslautern wertvollen Boden im Kampf um einen Platz in der Champions League.


Lauterns Tomasz Klos (l.) versucht, Hansa-Stürmer Victor Agali zu stoppen
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Lauterns Tomasz Klos (l.) versucht, Hansa-Stürmer Victor Agali zu stoppen

Kaiserslautern - Die Pfälzer unterlagen Abstiegskandidat Hansa Rostock überraschend mit 0:1 (0:1) und bleiben nach der dritten Heimniederlage auf dem sechsten Tabellenplatz. Das Tor zum vierten Auswärtserfolg für die Gäste erzielte Bachirou Salou bereits nach zwei Minuten. Vorausgegangen war allerdings eine Abseitsposition von Marcus Lantz, der den Treffer vorbereitet hatte.

Nur drei Tage nach dem Uefa-Pokal-Erfolg gegen Slavia Prag schienen die nach der Roten Karte gegen Harry Koch (76.) in der Schlussphase dezimierten Gastgeber mit ihren Gedanken noch im Europapokal. Vor 39.000 Zuschauern war der FCK nach dem frühen Rückstand geschockt und fand nicht zu seinem Spiel.

Die Lauterer Abwehr wirkte unsicher

Vor allem die Abwehr um Libero Nenad Bjelica wirkte unsicher. Rostocks Kapitän Peter Wibran hätte die Fehler der Lauterer Verteidigung fast zum 2:0 für die wegen vieler verletzter Spieler - darunter SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Christian Brand - stark ersatzgeschwächten Hanseaten genutzt. Doch FCK-Torwart Georg Koch parierte glänzend (13.).

Die Pfälzer konnte auch im Spiel nach vorne nicht überzeugen und waren lediglich nach Ecken von Kapitän Mario Basler gefährlich. Zunächst scheiterte Youri Djorkaeff an Hansa-Torhüter Martin Pieckenhagen (16.). Auch Nationalmannschafts-Neuling Miroslav Klose konnte aus kurzer Distanz einen Abpraller nicht verwerten (20.). Fünf Minuten vor der Pause war Pieckenhagen bereits geschlagen, doch Lantz rettete für seinen Schlussmann nach einem Kopfball von Vratislav Lokvenc auf der Linie.

FCK-Powerplay - aber dennoch kein Tor

Nach dem Seitenwechsel verstärkte Kaiserslautern den Druck auf das Gästetor und schnürte die Rostocker zeitweise in der eigenen Hälfte ein. Vor allem der für den schwachen Bjelica eingewechselte Jörgen Pettersson belebte das Spiel der Pfälzer, bei denen Basler auf die Liberoposition rückte. Doch der FCK konte auch beste Chancen durch Basler (54. und 55.) und Klose (57.) nicht nutzen.

In der Folgezeit blieb die Mannschaft von Teammanager Andreas Brehme spielbestimmend, konnte sich allerdings keine klaren Torchancen mehr erarbeiten. Außerdem mussten die Pfälzer noch die Rote Karte für Manndecker Koch verkraften, der den frei auf FCK-Torwart Georg Koch zulaufenden Victor Agali nur mit einem Foul bremsen konnte. Mit großem Kampfgeist rettete Hansa den glücklichen Sieg über die Zeit.


"Es gibt Tage, da fehlt einfach das Glück"

Kaiserslauterns Teammanager Andreas Brehme machte seiner Mannschaft trotz der Niederlage keine Vorwürfe. "Es gibt Tage, da fehlt einfach das Glück. Heute war sicher so ein Tag, es sollte eben einfach nicht sein." Stattdessen lobte der Weltmeister von 1990: "Wir hatten heute unheimlich viele Tormöglichkeiten."

Was die Gelegenheiten anging, war Rostock klar im Nachteil. Das sah auch Trainer Friedhelm Funkel nach dem "nicht unverdienten" Erfolg so: "Wir können uns mal wieder bei unserem Torwart Martin Pieckenhagen bedanken, er hat uns den Sieg gerettet." Seine Mannschaft habe aber auch sehr engagiert gespielt, lobte Funkel: "Es gibt ein neues Wir-Gefühl. Man hat wieder gesehen, dass man als Team gegen nominell stärkere Mannschaften bestehen kann."


1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock 0:1 (0:1)
0:1 Salou (2.)
1. FC Kaiserslautern: Georg Koch - Bjelica (46. Pettersson) - Harry Koch, Klos (78. Reich) - Buck, Basler, Djorkaeff (67. Marschall), Christow, Strasser - Klose, Lokvenc
Hansa Rostock: Pieckenhagen - Benken, Jakobsson, Zallmann - Rydlewicz (89. Lange), Wibran (90. Weilandt), Schröder, Lantz, Baumgart - Salou, Agali
Schiedsrichter: Fröhlich (Berlin)
Zuschauer: 38.983
Gelbe Karten: Strasser (4), Basler (3), Bjelica (2) - Baumgart (4), Rydlewicz (5/2), Jakobsson (2)
Bes. Vorkommnis: Rote Karte Harry Koch (76., Kaiserslautern) wegen einer Notbremse



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