Lautern - Slavia Ein Tscheche erlegt Prag

Dank der Zielsicherheit von Vratislav Lokvenc schlägt der 1. FC Kaiserslautern Slavia Prag und erreicht das Viertelfinale des Uefa-Cups.


Harry Koch, Mario Basler und Jeff Strasser bejubeln den Sieg am Betzenberg
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Harry Koch, Mario Basler und Jeff Strasser bejubeln den Sieg am Betzenberg

Kaiserslautern - Ausgerechnet durch ein Tor des von Sparta Prag in die Pfalz gewechselten Tschechen besiegten die Pfälzer am Donnerstagabend Slavia Prag mit 1:0 (0:0) und zogen damit zum fünften Mal in ihrer Vereinsgeschichte ins Viertelfinale des UEFA-Cups ein. Eine Woche nach dem 0:0 im Hinspiel sicherte der 27-Jährige Lokvenc (59.) vor 23.596 Zuschauern im Fritz Walter-Stadion nach Vorarbeit seines Sturmpartners Miroslav Klose das Weiterkommen.

In der Runde der letzten Acht am 8. und 15. März gibt es für die Lauterer nun ein Wiedersehen mit dem PSV Eindhoven, der sich im Achtelfinale gegen den AC Parma durchsetzte. Gegen die Niederländer hatte sich der 1. FCK im Herbst 1998 in der Vorrunde der Champions League mit zwei Siegen (2:1/3:1) behauptet.

Weltmeister Youri Djorkaeff wieder von Beginn dabei

Mit Welt- und Europameister Youri Djorkaeff, der nach längerer Verletzungspause erstmals wieder von Beginn an im Mittelfeld Regie führte und der von Teammanager Andreas Brehme propagierten kontrollierten Offensive suchte der FCK den Weg zum Erfolg. Allerdings konnten die Pfälzer die von Jan Suchoparek organisierte Prager Abwehr zunächst nicht knacken.

Einen schweren Stand hatte vor allem der 22-jährige Klose. Der von DFB-Teamchef Rudi Völler erstmals ins Aufgebot der Nationalmannschaft berufene Torjäger musste nach einem brutalen Foul seines Gegenspielers Darko Suskavcevic minutenlang an der Außenlinie behandelt werden (23.). Bei einem Schuss an den Innenpfosten (7.) hatte Klose zuvor seine Torgefährlichkeit angedeutet.

Slavia war mit Kontern stets gefährlich

Allerdings blieben die taktisch klug eingestellten Tschechen bei ihren blitzschnell vorgetragenen Kontern jederzeit gefährlich. Mit zwei tollen Paraden innerhalb von 60 Sekunden bewahrte FCK-Keeper Georg Koch die Lauterer in der 34. Minute vor dem drohenden Rückstand. Zunächst parierte der Torwart einen Schuss von Ivo Ulich, dann rettete er gegen Suskavcevic. Sekunden vor der Halbzeit hatte Kaiserslautern eine gute Chance, doch Lokvenc scheiterte völlig freistehend.

Mit wesentlich mehr Tordrang suchte Slavia nach Wiederbeginn die Entscheidung. Ludek Dosek (49.) mit einem Kopfball an die Latte und der von Georg Koch im letzten Moment am Einschuss gehinderte Richard Dostalek (53.) hätten den tschechischen Pokalsieger in Führung bringen müssen. Doch dann sorgte ein Zusammenspiel der beiden Lauterer Angreifer für das 1:0. Eine Kopfball-Vorlage von Klose verwertete der im vorigen Sommer für 6,3 Millionen Mark verpflichtete Lokvenc mit unhaltbarem Volleyschuss.


1. FC Kaiserslautern - Slavia Prag 1:0 (0:0)
1:0 Lokvenc (59.)
1. FC Kaiserslautern: Georg Koch - Ramzy - Harry Koch, Strasser - Buck, Basler, Hristow, Pettersson (90. Reich) - Djorkaeff - Klose, Lokvenc (84. Marschall)
Slavia Prag: Cerny - Suskavcevic, Suchoparek, Sankovic - Lukas Dosek, Dostalek, Ulich, Hysky (69. Kuchar), Petrous (78. Svancara) - Zelenka, Tomas Dosek
Schiedsrichter: Iwanow (Russland)
Zuschauer: 23.596
Gelbe Karten: Basler - Sankovic, Suskavcevic, Suchoparek, Tomas Dosek



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