Englischer Meister Leicester Abgeguckt bei "König Otto"

Der Meistertitel von Leicester City ist eine Sensation, wenn auch nicht die erste. Ein Rückblick auf die größten Fußballmärchen - von Bern bis Griechenland.

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Stellen Sie sich vor, der FC Ingolstadt und nicht der FC Bayern würde am Saisonende Deutscher Meister werden. Das wäre eine Sensation, aber kein Novum. In der Bundesliga-Spielzeit 1997/1998 gelang es dem 1. FC Kaiserslautern als bisher erstem und einzigem Aufsteiger den Liga-Titel zu gewinnen - und das direkt mit einem Auftakterfolg beim Titelverteidiger. Es war eine beispiellose Saison und die Geburtsstunde von "König Otto".

Für "König Otto", gemeint ist Trainer Otto Rehhagel, war es das erste Fußballmärchen, doch es blieb nicht sein einziges: 2004 wurde aus "König Otto" ein griechischer Held, genauer gesagt: "Rehakles". Mit Griechenland siegte der damals 66-Jährige bei der Europameisterschaft in Portugal. Eine starke Abwehr und der treffsichere Ex-Spieler von Werder Bremen, Angelos Charisteas, waren die Schlüssel zum Erfolg.

Die Taktik erinnert sehr an das Erfolgsmodell von Leicester City in England: Die Defensive ist dank des Abwehrblocks um Robert Huth stark, vorne trifft Jamie Vardy regelmäßig. Allein damit ist der Meistertitel von Leicester jedoch nicht zu erklären: Die Premier League ist auch finanziell ausgeglichener als etwa die Bundesliga.

Im Video: Leicester feiert die Meisterschaft

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Eine weitere Überraschung gelang Dänemark im Jahr 1992 im EM-Finale gegen Deutschland. Für die Dänen war der 2:0-Triumph ein ganz besonderer, denn eigentlich waren sie nicht einmal für das Turnier qualifiziert. Als sie nach dem Ausschluss des damaligen Jugoslawiens doch dabei sein durften, soll sich das Team mit Hamburgern und Cola in Form gebracht haben - bis heute hält sich eine Mär von der "Barbecue"-Truppe.

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insgesamt 17 Beiträge
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doktordoktormueller 03.05.2016
1. was passt da nicht in die Reihe?
natürlich Bern. Bern war kein Fußballwunder, wird uns nur als solches verkauft. zwar hatten die Ungarn gute Fußballer, aber es war immer noch das kleine Ungarn gegen das große Deutschland. und nicht umgekehrt.
future-trunks 03.05.2016
2.
gute fussballer ist etwas untertrieben. das waren schon Weltstars und es gab vor einer WM selten einen klareren Favoriten auf den Titel. Deutschland spielte bis dahin im Fußball überhaupt keine Rolle, weder die Nationalmannschaft noch die Vereine. auch wenn der Hype um den titel etwas nervt, war es wohl ein sogenanntes fussballwunder
McMuffin 03.05.2016
3. Großes Ungarn, kleines Deutschland
Zitat von doktordoktormuellernatürlich Bern. Bern war kein Fußballwunder, wird uns nur als solches verkauft. zwar hatten die Ungarn gute Fußballer, aber es war immer noch das kleine Ungarn gegen das große Deutschland. und nicht umgekehrt.
Damals hatte Ungarn nun mal eine "Wundermannschaft", die den europäischen Fußball nach belieben dominierte. Die deutsche Mannschaft war solide, viel mehr aber auch nicht. Im Finale war Ungarn deswegen auch klarer Favorit.
McMuffin 03.05.2016
4. Kaiserslautern war gar kein so großes wunder
Dass Kaiserslautern nach dem Aufstieg Meister wurde, war natürlich schon eine überraschende Leistung. Sie war aber nicht so überraschend, wie gerne getan wird, und wäre schon gar nicht mit einer Meisterschaft des FC Ingolstadt zu vergleichen. Kaiserslautern hatte im Abstiegsjahr eine Mannschaft, die von der Qualität her im oberen Mittelfeld hätte landen müssen, aber deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben ist. Eine Reihe von Leistungsträgern sind aber trotz Abstieg beim FCK geblieben, um die Scharte auszuwetzen. Beim Aufstieg hatte Kaiserslautern also immer noch eine Recht gute Bundesligamannschaft. Zusammen mit der Aufstiegseuphorie und weil wohl einige Gegner den Aufsteiger unterschätzt hatten, reichte es dann zur Meisterschaft.
CaptainSubtext 03.05.2016
5.
Zitat von McMuffinDass Kaiserslautern nach dem Aufstieg Meister wurde, war natürlich schon eine überraschende Leistung. Sie war aber nicht so überraschend, wie gerne getan wird, und wäre schon gar nicht mit einer Meisterschaft des FC Ingolstadt zu vergleichen. Kaiserslautern hatte im Abstiegsjahr eine Mannschaft, die von der Qualität her im oberen Mittelfeld hätte landen müssen, aber deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben ist. Eine Reihe von Leistungsträgern sind aber trotz Abstieg beim FCK geblieben, um die Scharte auszuwetzen. Beim Aufstieg hatte Kaiserslautern also immer noch eine Recht gute Bundesligamannschaft. Zusammen mit der Aufstiegseuphorie und weil wohl einige Gegner den Aufsteiger unterschätzt hatten, reichte es dann zur Meisterschaft.
Erstens, genau das. Zweitens, meiner Erinnerung nach wurde "König Otto" in Bremen nicht in K'lautern geboren.
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