Nach WM-Aus Lena Goeßling tritt aus der Nationalelf zurück

Wenige Tage nach dem Viertelfinal-Aus der deutschen Nationalelf bei der WM hat Lena Goeßling ihren Rücktritt aus dem DFB-Team erklärt. Ein Grund ist auch die mangelnde Berücksichtigung durch die Bundestrainerin.

Lena Goeßling
AP

Lena Goeßling


Mittelfeldspielerin Lena Goeßling hat fünf Tage nach dem Viertelfinal-Aus bei der Fußball-WM ihre Nationalmannschaftskarriere für beendet erklärt. Wie die 33-Jährige vom Double-Gewinner VfL Wolfsburg auf der Website des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erklärte, werde sie "in Zukunft nicht mehr für die Nationalmannschaft zur Verfügung" stehen.

Schon während des Turniers habe sie sich mit dem Gedanken beschäftigt: "Mir war es wichtig, das Ende des Kapitels Nationalmannschaft selbst zu bestimmen", sagte sie. "Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, ab sofort liegt mein Fokus auf dem Verein. Ich durfte viele tolle Momente in der Nationalmannschaft erleben und bin dankbar, ein Teil dieser Geschichte gewesen zu sein."

Die Olympiasiegerin von 2016 und Europameisterin von 2013 bestritt seit ihrem Debüt 2008 insgesamt 106 Länderspiele (zehn Tore), bei der WM in Frankreich kam die erfahrenste Spielerin im Kader von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg aber nicht über die Reservistenrolle hinaus.

"Mein Rücktritt aus der Nationalmannschaft hat schon mit der Einsatzzeit während der WM zu tun. Und dazu habe ich gemerkt, dass die Trainerin nicht auf mich gesetzt hat", sagte Goeßling der "Bild"-Zeitung. Das Verpassen des olympischen Fußballturniers 2020 in Tokio habe nur eine kleine Rolle bei ihrer Entscheidung gespielt.

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg zollte Goeßling "großen Respekt" für ihre Entscheidung: "Sie hat für die Mannschaft stets alles gegeben und war für die jüngeren Spielerinnen auf und neben dem Platz immer ein sehr gutes Vorbild. Auch wenn Lena bei der WM in Frankreich nicht oft gespielt hat, ist sie während des gesamten Turniers vorangegangen und hat die jungen Spielerinnen vorbildlich unterstützt."

Bei der Viertelfinal-Niederlage gegen Schweden am Samstag (1:2), die gleichbedeutend war mit dem Verpassen der Olympia-Qualifikation für Tokio 2020, saß Goeßling die komplette Spielzeit auf der Bank.

mey/sid



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Neandiausdemtal 04.07.2019
1. Was nicht im SPON-Artikel steht
Interessant ist besonders was nicht von SPON berichtet wurde. Lt. ARD und ZDF hat sie auch erklärt, der Mannschaft schon abends gleich nach der Pleite Bescheid gegeben zu haben, der Trainerin aber erst Dienstag. Da läuft was schief im Team, jedenfalls soweit man, so wie ich jetzt, die Trainerin zum Team dazu zählt.
harald441 04.07.2019
2. Inhaltsleere Floskel.
Was soll das heißen: "Ich zolle jemandem Respekt, für das, was er getan hat." Als ob das Tun davon abhänge, was ich dazu zu sagen habe. Jemand hat sich entschieden, und diese Entscheidung ist doch völlig unabhängig davon, ob ich ihm dazu Respekt zolle oder nicht. Würde ich das nicht tun, dann wäre es genau dieselbe Situation.
im_ernst_56 04.07.2019
3. Rücktritte allenthalben
Vor der WM waren bereits Simone Laudehr und Babett Peter zurückgetreten, nachdem sie für die WM nicht berücksichtigt worden waren. Vielleicht wollten Lena Goeßling und ihre Kameradinnen nicht darauf warten, dass sie - wie Hummels, Boateng und Müller von Löw - von MVT offiziell aussortiert werden. Solange, wie zuletzt bei Löw, die stark verjüngte DFB-Auswahl ganz gut funktioniert, ist alles gut. Bei der stark verjüngten DFB-Auswahl der Frauen wird man abwarten müssen. Klar ist, dass MVT jetzt liefern muss. Alles andere als überzeugende Leistungen in der Qualifikation für die EM würden irgendwann mal zu einem Problem für sie. Denn dass die Bundestrainerin, ebenso wie letztes Jahr Löw, bei der WM Fehler gemacht hat, ist eigentlich unstreitig.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.