SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

31. Mai 2006, 16:29 Uhr

Letzter WM-Test

Lahm soll gegen Kolumbien auflaufen

Einer der wichtigsten Defensivspieler des Nationalteams kommt in Schwung. Jürgen Klinsmann plant bereits für das letzte Testspiel mit Philipp Lahm. Für seine eigene Karriere hat der Bundestrainer ebenfalls Vorkehrungen getroffen, sollte das deutsche Team bei der WM die Erwartungen nicht erfüllen.

Hamburg – Der Bundestrainer hofft bereits beim letzten WM-Test der Nationalmannschaft am Freitag gegen Kolumbien in Mönchengladbach (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf die Rückkehr von Lahm. "Philipp ist in unseren Planungen dabei", sagte Klinsmann, ohne sich festzulegen, ob der linke Außenverteidiger nach seiner Ellenbogen-Operation schon wieder von Beginn an zum Einsatz kommt.

Nationalspieler Lahm: Wieder fit
DPA

Nationalspieler Lahm: Wieder fit

Ganz sicher dabei ist Innenverteidiger Christoph Metzelder, der gestern beim 2:2 gegen Japan in Leverkusen einen Schlag auf die Wade bekommen hatte und ausgewechselt wurde.

Ob Klinsmann noch auf der Trainerbank sitzt, wenn die deutsche Elf nach der WM zur EM-Qualifikation antritt, ist dagegen alles andere als gesichert. Der Bundestrainer geht davon aus, dass er sofort persönliche Konsequenzen ziehen muss, falls Deutschland keine gute WM spielt. "Wenn es nicht gut läuft, bin ich weg, das ist mir selber auch klar", sagte Klinsmann der Wochenzeitung "Die Zeit". Sollte das Team bei der WM scheitern, sei das auch seine "persönliche Niederlage, ich würde die Schuld nicht bei anderen suchen".

Trotzdem geht Klinsmann jetzt schon mit seinen Kritikern hart ins Gericht: "Viele Leute, die uns kritisieren, haben bis heute keinerlei Einblick in unsere Arbeit. Kein Günter Netzer, kein Franz Beckenbauer, kein Lothar Matthäus, kein Paul Breitner hat je eine Trainingseinheit von uns gesehen", schimpfte Klinsmann.

Für "gut möglich" hält es der Bundestrainer, dass man ihn auch kurz vor der WM noch ablösen wollte, falls das Länderspiel gegen die USA im März in Dortmund verloren gegangen wäre: "Es war lehrreich zu sehen, dass man mich kippen wollte wegen eines verlorenen Spiels, dem 1:4 in Italien. Es war lehrreich, mit welcher Freude da einige 18 oder 19 Monate Arbeit kaputtmachen wollten." Deutschland gewann gegen die USA 4:1. Er habe unterschätzt, "wie lange manche Leute in Deutschland brauchen würden, bis sie einsehen, dass wir ein Fitness-Problem, ein taktisches Problem und ein Schnelligkeitsproblem im Fußball haben".

sge/sid

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung