Libanon vs. Iran Brisante Partie am Tag des Anschlags

Wenn Fußball zur Nebensache wird: Wenige Stunden nach dem Anschlag auf die iranische Botschaft in Libanons Hauptstadt Beirut standen sich die Nationalmannschaften der beiden Länder gegenüber - ebenfalls in Beirut, unweit der Anschlagstelle. Auch ehemalige Bundesliga-Profis standen bei der brisanten Partie auf dem Platz.

Iran-Profi Dejagah (l.): Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit
AFP

Iran-Profi Dejagah (l.): Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit


Hamburg - Der Iran hat sein Qualifikationsspiel zur Asienmeisterschaft 2015 gegen den Libanon 4:1 (1:0) gewonnen. Damit haben sich die Iraner vorzeitig für das Länderturnier qualifiziert; die Mannschaft festigte ihre Spitzenposition in der Qualifikationsgruppe. Für den Libanon wird es eng.

Das sind die sportlichen Fakten. Doch um Sport ging es bei diesem Spiel nur am Rande. Denn es fand in der libanesischen Hauptstadt Beirut statt, die wenige Stunden zuvor von einem Anschlag auf die iranische Botschaft erschüttert worden war. Mindestens 23 Menschen kamen ums Leben, 140 wurden verletzt.

Das Camille-Chamoun-Stadion, in dem die Partie gespielt wurde, liegt weniger als einen Kilometer von der Stelle des Anschlags entfernt. Irans Trainer Carlos Queiroz hatte darauf gedrängt, das Spiel abzusagen - ohne Erfolg. "Die Entscheidung ist falsch. Wir werden dazu gezwungen, zu spielen. Doch nach dem Vorfall ist kein Platz für Spaß am Fußball", zitierte IranSportsNews den Fußballlehrer auf Twitter, der schon als Assistent von Alex Ferguson bei Manchester United, als Trainer von Real Madrid und der portugiesischen Nationalmannschaft gearbeitet hat.

Nach dem Anschlag wurde entschieden, die Öffentlichkeit von dem Spiel auszuschließen. Die meisten Sitze des 49.000 Zuschauer fassenden Nationalstadions blieben leer.

Bei den Iranern schoss der ehemalige Bundesliga-Profi Ashkan Dejagah, heute FC Fulham, nach der Pause das Tor zum 2:0. Das Team der Libanesen wurde angeführt von Kapitän Roda Antar, der ehemals für den 1. FC Köln, den SC Freiburg und den Hamburger SV aktiv war.

buc



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