Ligapokal HSV wirft die Bayern raus

Der FC Bayern München scheitert bei seiner Titeljagd schon im ersten Anlauf. Im Halbfinale des Ligapokals musste sich der Double-Gewinner dem Hamburger SV geschlagen geben. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen.


Frustrierter Michael Ballack: Erst treffsicher, dann nervenschwach
DDP

Frustrierter Michael Ballack: Erst treffsicher, dann nervenschwach

Jena - Noch in der regulären Spielzeit hatte Michael Ballack Sekunden vor dem Abpfiff mit seinem zweiten Strafstoßtor zum 3:3 ausgeglichen. Aber im Elfmeterschießen versagten dem ehemaligen Leverkusener am Dienstagabend in Jena die Nerven. Ballack scheiterte ebenso wie Owen Hargreaves, während alle Hamburger verwandelten.

Im Endspiel um die Siegprämie von 1,3 Millionen Euro treffen die Norddeutschen am Montag in Mainz auf Borussia Dortmund, das am Montag den VfB Stuttgart mit 1:0 (1:0) bezwungen hatte. Ballack hatte in der 24. Minute per Strafstoß den Torreigen eröffnet, den der zweifache Schütze Bernardo Romeo (41. und 51.) sowie Sergej Barbarez (66.) für den HSV und Bayern-Stürmer Giovane Elber (68.) fortsetzten.

Beide Teams boten den 11.850 Zuschauern im Ernst-Abbe-Stadion über weite Strecken ein unterhaltsames Spiel. Während in der Anfangsformation der Hamburger mit Defensivkraft Bastian Reinhardt und Mittelfeldspieler Stefan Beinlich immerhin zwei neue Gesichter standen, lief der FC Bayern nur mit altbekannten Kräften auf. Die Neuzugänge Tobias Rau und Martin Demichelis hatte Chefcoach Ottmar Hitzfeld erst gar nicht nach Jena mitgenommen.

Jeremies patzt, Romeo trifft

Zunächst war der Meister die bessere Mannschaft und ging verdient in Führung. Nach einem Zweikampf zwischen Reinhardt und Elber entschied Referee Jürgen Jansen zu Recht auf Strafstoß, den Ballack souverän verwandelte. Der HSV ließ sich durch den Rückstand nicht beirren und kam psychologisch wertvoll kurz vor der Pause zum Ausgleich, als der erneut starke Christian Rahn Owen Hargreaves auf der linken Seite ausspielte, Romeo mit einer präzisen Flanke bediente und der Argentinier sicher verwandelte.

Vier Minuten nach dem Seitenwechsel profitierte Romeo bei seinem zweiten Treffer von einem schweren Fehler von Jens Jeremies. Der Vize-Weltmeister verlor in der eigenen Hälfte den Ball an Rodolfo Cardoso, der umgehend seinen Landsmann in Szene setzte. Als in der 66. Minute Barbarez nach einer erneuten Rahn-Flanke auf 3:1 erhöhte, schien die Partie gelaufen.

Doch praktisch im Gegenzug verkürzte Elber, und Hitzfeld blies mit der Hereinnahme von Bastian Schweinsteiger und Sebastian Deisler zur Schlussoffensive. Diese wurde Sekunden vor dem Abpfiff durch Ballacks zweites Elfmetertor vom Erfolg gekrönt. Der eingewechselte Stephan Kling hatte Elber gefoult. Doch im Elfmeterschießen hatten dann die Hamburger das bessere Ende für sich.


Bayern München - Hamburger SV 1:4 n. E. (1:1, 3:3)
1:0 Ballack (24., Foulelfmeter)
1:1 Romeo (41.)
1:2 Romeo (51.)
1:3 Barbarez (56.)
2:3 Elber (68.)
3:3 Ballack (90., Foulelfmeter)
Elfmeterschießen
0:1 Rahn
1:1 Salihamidzic
1:2 Hoogma
Pieckenhagen hält gegen Ballack
1:3 Maltritz
Hargreaves schießt an den Pfosten
1:4 Mahdavikia
FC Bayern: Kahn - Hargreaves, Linke, Kuffour, Salihamidzic - Scholl (68. Deisler), Jeremies (68. Schweinsteiger), Ballack, Ze Roberto - Elber, Pizarro
HSV: Pieckenhagen - Jacobsen, Reinhardt, Hoogma, Rahn - Beinlich, Maltritz - Cardoso (54. Takahara) - Mahdavikia, Romeo (88. Kling), Barbarez
Schiedsrichter: Jansen (Essen)
Zuschauer: 11.850
Gelbe Karten: Hargreaves, Schweinsteiger, Kuffour - Beinlich



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