Finanzielle Probleme Frankreichs Ex-Meister Bordeaux stürzt in dritte Liga

Einst spielten Bixente Lizarazu und Zinédine Zidane für Girondins Bordeaux – nun steht der Klub vor der sportlichen Bedeutungslosigkeit: Wegen finanzieller Probleme muss der Traditionsverein in die dritte Liga.
Gerard Lopez, der Besitzer von Girondins Bordeaux, nach dem feststehenden Zwangsabstieg

Gerard Lopez, der Besitzer von Girondins Bordeaux, nach dem feststehenden Zwangsabstieg

Foto: JULIEN DE ROSA / AFP

Der sechsmalige französische Fußballmeister Girondins Bordeaux stürzt wegen finanzieller Probleme in die Drittklassigkeit. Nach einer wirtschaftlichen Prüfung muss der Absteiger aus der Ligue 1 in der nächsten Saison in der National 1, der dritthöchsten Spielklasse, antreten. Das gab der Ligaverband LFP am Dienstag bekannt.

Der Sender RMC berichtete über Schätzungen, denen zufolge die finanziell gebeutelten Girondins etwa 40 Millionen Euro Schulden haben. Laut französischen Medienberichten kann der Klub innerhalb einer Woche gegen die Entscheidung vorgehen.

Bordeaux, 2009 zum letzten Mal Meister, gehört dem spanisch-luxemburgischen Geschäftsmann Gerard Lopez, der in der Vergangenheit unter anderem als Formel-1-Rennstallbesitzer in Erscheinung getreten war.

Vor allem in den Achtzigerjahren gehörte Girondins mit drei Meistertiteln und zwei Pokalsiegen zu den erfolgreichsten französischen Klubs. Zu den Stars zählten die Europameister Jean Tigana und Bernard Lacombe sowie der spätere Weltmeistertrainer Aime Jacquet. In den Neunzigerjahren spielten unter anderem der spätere Weltfußballer Zinédine Zidane und der langjährige Bayern-Profi Bixente Lizarazu für Bordeaux.

In der abgelaufenen Saison stieg der Klub als Tabellenletzter ab.

Die Ligue 1 verliert den nächsten Traditionsklub

Bordeaux ist nicht der einzige Traditionsklub, der kommende Saison nicht mehr in der Ligue 1 spielt. Ende Mai stieg die AS St. Etienne über die Relegation ab. Danach kam es zu schweren Randalen, Fans stürmten den Platz, schossen Pyrotechnik in die Menge. Nach offiziellen Angaben wurden damals 33 Menschen verletzt.

kjo/sid
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