Lizenzvergehen Koblenz drohen neun Punkte Abzug

Unerwarteter Abstiegskampf möglich: Der TuS Koblenz droht wegen Lizenzvergehen offensichtlich ein hoher Punktabzug. Laut Club-Präsident Sterzenbach könne es sich um nicht ordnungsgemäß gemeldete Spieler-Verträge handeln. Die DFL hat sich noch nicht geäußert.

Hamburg - Nach Aussage von Trainer Uwe Rapolder droht dem Fußball-Zweitligisten ein Punktabzug, der den Club an den Rand des Abstiegs bringen könnte. "Es ist ein Drama, was sich abspielt. Da geht es um unfassbar hohe Punktabzüge. Wir sollen mit bis zu neun Punkten betroffen sein", sagte Rapolder dem "Express". Offenbar soll die Bestrafung wegen Lizenzvergehen erfolgen. "Dazu kommen noch die Auflagen für die neue Saison. Da sollen schon die Saläre gedrückt werden", sagte Rapolder.

Bei einem Abzug von neun Punkten läge die TuS, die schon seit Wochen im Niemandsland der Tabellesteht, nur noch knapp vor den Abstiegsrängen. "Meine Spieler haben vergangene Woche den Klassenerhalt gefeiert. Psychologisch wäre ein Punktabzug für uns ein brutaler Rückschlag", sagte Rapolder: "Wir müssen uns dann jetzt quasi die Punkte wiederholen, die wir sportlich schon gewonnen hatten. Das ist Wahnsinn."

TuS-Präsident Rüdiger Sterzenbach erklärte, dass dem Club von Seiten der Deutschen Fußball Liga (DFL) keine offizielle Mitteilung vorliege. "Es gibt nichts Offizielles. Wir wissen von nichts, es hat auch keine Vorwarnung gegeben. Ich könnte mir vorstellen, dass es um Verträge serbischer Spieler geht, die scheinbar damals von uns nicht ordnungsgemäß gemeldet wurden", sagte Sterzenbach. Geschäftsführer Wolfgang Loos erklärte gegenüber dem sid, er werde sich "an Spekulationen nicht beteiligen. Wir warten und äußern uns, sobald wir etwas auf dem Tisch haben."

Pressesprecher Dirk Zilles sprach von einer "kuriosen Situation": "Wir starren das Fax-Gerät an, aber bisher ist noch nichts passiert. Die Geschichte ist über die Medien durchgesickert. Wir halten das alles für etwas unglücklich", sagte Zilles.

Sollte die TuS tatsächlich neun Zähler in der laufenden Saison einbüßen, dann könnte ausgerechnet der rheinland-pfälzische Rivale 1. FC Kaiserslautern, der Club des früheren Koblenzer Trainers Milan Sasic, am meisten davon profitieren. Der FCK (29 Punkte) würde dann nur noch zwei Zähler hinter den auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz zurückfallenden Koblenzern (dann 31 Punkte) liegen. Derzeit hat Kaiserslautern fünf Punkte Rückstand.

"Ich wünsche der TuS Koblenz nichts Schlechtes. Ich habe alles für den Verein getan. Aber wenn diese Nachricht stimmt, wäre das für den 1. FC Kaiserslautern eine neue Ausgangssituation. Dann ist mir die Hose näher als das Hemd", sagte Sasic der Tageszeitung "Die Rheinpfalz".

fsc/sid

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