Nationalmannschaft Löw verspricht besseres Defensivverhalten

Immer wieder diese Gegentore bei der Nationalmannschaft - das soll sich ändern, verspricht Bundestrainer Joachim Löw. Schon in der Qualifikations-Partie gegen Österreich am Freitag soll es keine Abwehrfehler mehr geben. Und wenn doch: Dann schieße man eben mehr Tore.

Bundestrainer Löw: Mehr Augenmerk auf die Defensive
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Bundestrainer Löw: Mehr Augenmerk auf die Defensive


Hamburg - Die Defensive: Dauerthema und Dauerbaustelle der Nationalmannschaft gleichermaßen. Nachdem Mittelfeldspieler Sami Khedira am Dienstag eine stärkere Ausrichtung auf das Abwehrverhalten eingefordert hatte, reagierte einen Tag später auch der Bundestrainer: Für das WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich am Freitag (20.45 Uhr ARD, Liveticker SPIEGEL ONLINE) verspricht Joachim Löw: "Einfache Fehler wie zuletzt werden wir am Freitag nicht machen."

Man habe sich "ausführlich über die Defensivleistung der vergangenen Spiele unterhalten", teilte Löw vor der Presse mit. In den beiden Spielen gegen die USA und Paraguay hatte die Nationalelf zuletzt insgesamt sieben Gegentreffer kassiert. Löw hat das registriert, warb aber gleichzeitig dafür, solche Testspieleindrücke zu relativieren. "In den entscheidenden Spielen haben wir auch kompakt gestanden und dann auch zumeist gewonnen."

Eine solche Partie steht am Freitag in München an, und Löw nutzte die Gelegenheit, die Stärken des Gegners hervorzuheben. "Österreich ist taktisch gereift und wird hoch motiviert sein", sagte der Bundestrainer. Man erwarte ein Team, das sich "mutig und angriffslustig präsentieren" werde - ein echter Härtetest für das Defensivverhalten seiner Mannschaft also.

Es komme demnach darauf an, "offensiv zu verteidigen", wie Löw das nannte. Er sei nicht bereit, von seinem bisherigen Kurs abzuweichen und künftig "nur noch auf Konter zu spielen", machte er klar. Dass sich sein Team "in der eigenen Hälfte verschanzen" werde, um dann im Konterspiel die Chance zu suchen - das werde es unter ihm nicht geben. Und wenn es dann doch wieder Gegentore geben sollte? "Wir schießen auf jeden Fall mehr Tore, als wir bekommen werden."

Mithelfen können dabei nicht: Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Ilkay Gündogan, Mario Götze. Alle fehlen verletzt, aber Löw macht sich auch deswegen keine großen Sorgen: Einer der Bender-Zwillinge Sven und Lars oder der Münchner Toni Kroos könnten in die Rolle des Sechsers neben dem gesetzten Khedira schlüpfen - eine Position, die durch die Ausfälle von Schweinsteiger und Gündogan zur Problemzone geworden ist. Der Bundestrainer hält aber auch die Ersatzleute für vollwertig: "Alle meine Mittelfeldspieler wissen ganz genau, was ich von ihnen verlange."

aha

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WhereIsMyMoney 04.09.2013
1.
Er kann versprechen so viel er will, seit mindestens 2 Jahren trifft er falsche Entscheidungen. Er ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit, er müsste abdanken. Er hat gute Arbeit geleistet und uns in die Weltspitze geführt. Und jetzt ist er dabei seine Leistung zu zerstören.
tabuleranto1 04.09.2013
2. Hoffentlich behält Löw Recht...
Ich bin sehr gespannt, ob wir am Freitag eine bessere Defensivleistung der deutschen Mannschaft sehen. Schließlich hieß es bereits nach dem USA-Spiel, der Fokus läge gegen Paraguay in der Verteidigung. Solange - wie Löw verspricht - die N11 mehr Tore schießt als sie fangen, soll es mir egal sein. Nach objektiven Kriterien ist auch die dezimierte N11 den Ösis (bis auf Alaba) qualitativ deutlich überlegen. Da muss ganz klar ein Sieg her.
maggowsky 04.09.2013
3. Freude statt Frust
Ich habe nie eine bessere Nationalmannschaft gesehen. Anstatt ständig rumzujammern, sollten wir Deutschen uns auch mal freuen. Nicht nur beim Fußball...
shiva 04.09.2013
4. Und welche Albträume haben Sie nachts?
Zitat von WhereIsMyMoneyEr kann versprechen so viel er will, seit mindestens 2 Jahren trifft er falsche Entscheidungen. Er ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit, er müsste abdanken. Er hat gute Arbeit geleistet und uns in die Weltspitze geführt. Und jetzt ist er dabei seine Leistung zu zerstören.
XXYYZZ 04.09.2013
5.
Es sollte auch bei SPON angekommen sein, daß Offensivfußball nicht automatisch den Tag der offenen Tür in der Defensive bedeutet und die Alternative nicht ausschließlich in Mauer- und Konterfußball bedeutet. Gegebenfalls mal im örtlichen Fußballverein Nachhilfe nehmen. Stattdessen wäre es angebracht darauf zu verweisen, daß Defensivarbeit von allen Feldspielern zu leisten ist inklusive Stürmern und Mittelfeld. Insbesondere die Herren Özil und Podolski kommen dem eher lustlos bis gar nicht nach, aber auch Khedira turnt gerne mal unter Vernachlässigung seiner Defensivaufgaben im gegnerischen Drittel rum. Es wäre wünschenswert, wenn Löw dies nicht nur vor Spielen klar benennen würde, sondern auch *nach* Spielen, bei denen mindestens die Hälfte der Gegentore fiel, weil das Mittelfeld die Abwehrkollegen sträflich im Stich gelassen hat.
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