Eintrag bei Instagram »Inakzeptable Grafik« gepostet – Lok Leipzig wirft Stadionsprecher raus

Viertligist Lok Leipzig braucht einen neuen Stadionsprecher: Nachdem Mirko Linke mutmaßlich ein Bild geteilt hatte, das den Nationalsozialismus verharmlost, trennte sich der Verein von ihm. Es ist nicht das erste Problem der Art.
Nicht mehr Stadionsprecher: Mirko Linke

Nicht mehr Stadionsprecher: Mirko Linke

Foto:

Gabor Krieg / IMAGO / Picture Point

Der sächsische Viertligist Lokomotive Leipzig hat sich von seinem Stadionsprecher Mirko Linke getrennt. Das gab der Verein am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt.  Grund dafür ist ein Post von Linke in den sozialen Medien.

»Nach der Veröffentlichung einer vollkommen inakzeptablen Grafik in den sozialen Medien, die gegen die gelebten Werte des 1. FC Lok verstößt, hat der Verein die Zusammenarbeit mit Stadionsprecher Mirko Linke beendet.« Der Verein setze sich für Loyalität, Respekt, Fairness und Toleranz ein und trete »aktiv und konsequent gegen jede Form von Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus auf.«

Linke hat die Grafik mittlerweile gelöscht. Auf Twitter kursieren dennoch Screenshots. Offenbar hatte es sich um eine Story auf Instagram gehandelt. Auf dem Bild ist ein glatzköpfiger Mann, wohl die Werbefigur Meister Proper, abgebildet. Der Mann trägt eine große verspiegelte Sonnenbrille. In den Gläsern der Brille spiegelt sich die Zufahrt zum NS-Konzentrationslager Auschwitz wider. Darunter steht geschrieben »Good night Green White...«. Grün und Weiß sind die Farben des Lokalrivalen Chemie Leipzig.

Linke wird in der Vereinsmitteilung ebenfalls zitiert. »Ich habe einen unbeabsichtigten Fehler gemacht und mich in aller Form beim Verein dafür entschuldigt. Ich verstehe und akzeptiere die Entscheidung des Clubs.«

Öfter Probleme mit rechts

Der Verein spielte einst als VfB Leipzig in der Saison 1993/94 ein Jahr in der Bundesliga. Danach folgten aber finanzielle Schwierigkeiten und ein sportlicher Abstieg.

Im Umfeld von Lok Leipzig gab es immer wieder rechtsradikale Vorfälle. Als 2016 rechte Hooligans eine Spur der Verwüstung durch den linken Stadtteil Connewitz zogen, waren unter den Tätern zahlreiche Lok-Fans. Auch danach gab es Berichte von Zuschauern, die rechte Parolen brüllten, oder einer Jugendmannschaft, bei der mehrere Spieler auf dem Mannschaftsfoto den Hitlergruß zeigten.

Mittlerweile wurde das Problem laut Verein erkannt. Der Trainer, der die Jugendlichen zum Hitlergruß aufgefordert haben soll, wurde entlassen, noch ehe die Geschichte an die Öffentlichkeit kam. Und auch unter den Fans gibt es mittlerweile viele, die sich klar gegen Rechtsradikalismus positionieren.

kjo
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