Fußball bei Olympia Stars in Statistenrollen

Wenn am Donnerstag die olympischen Fußball-Wettkämpfe der Herren losgehen, sind einige internationale Größen dabei. So gelten Brasilien und Spanien mit ihrem Staraufgebot als heiße Medaillen-Anwärter. Auch zwölf Bundesliga-Akteure laufen in den britischen Stadien auf.

AFP

Hamburg - Einmal nicht im Rampenlicht zu stehen - das sind die wenigsten Fußballstars gewohnt. Bei den Olympischen Sommerspielen ist genau das der Fall, Fußball ist dort traditionell eher Nebensache. Das zeigen allein die Wettkampfzeiten des Turniers; noch bevor die Spiele am Freitagabend offiziell eröffnet werden, rollt bereits der Ball in den britischen Stadien. Mit dabei: Etliche Größen der Bundesliga und des internationalen Fußballgeschäfts.

So etwa Brasiliens Nachwuchsstar Neymar. Mit Plastiksonnenbrille posiert der 20-Jährige dieser Tage im olympischen Dorf für private Schnappschüsse mit anderen Athleten, er selbst will das das eine oder andere Autogramm von Superstars wie Usain Bolt mit nach Hause bringen.

Doch nicht für alle Stars steht das olympische Erlebnis im Vordergrund. Wenn die Schweiz am Donnerstag (18.15 Uhr) gegen Gabun ihr erstes Match bestreitet, geht für Torwart Diego Benaglio gar ein sportlicher Traum in Erfüllung: "Als Kind habe ich die Olympischen Spiele aufmerksam verfolgt. Dieses Event ist durchaus mit einer WM oder EM zu vergleichen. Die Ausstrahlung ist global", sagt Benaglio.

Klarer Favorit ist Brasilien

Der Keeper vom VfL Wolfsburg ist mit 28 Jahren der älteste der Schweizer Auswahl. Wie seine jungen Kollegen Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach und Bayern-Neuzugang Xherdan Shaqiri zwecks Profilierung im neuen Verein auf London zu verzichten, kam für Benaglio nicht infrage. Er sei seinem Club-Trainer Felix Magath "sehr dankbar, dass er mir ermöglicht hat, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein".

Ob die Schweiz im Kampf um die Medaillen ein Wort mitreden wird, ist allerdings fraglich. Klarer Favorit sind die Brasilianer, deren junges Starensemble um Neymar, Ganso und Hulk sich für die Heim-WM in Brasilien einspielen soll. Bislang konnte der fünfmalige Weltmeister noch nie olympisches Gold gewinnen. Der erste Gruppengegner Ägypten (Donnerstag, 20.45 Uhr) dürfte wie Weißrussland und Neuseeland keine Hürde sein. Spanien hat in Juan Mata, Javier Martinez und Jordi Alba drei aktuelle Europameister im Team und trifft am Donnerstag (15.45 Uhr) zunächst auf Japan, dann noch auf Marokko und Honduras.

Über große Namen verfügt auch das Team der Gastgeber. Erstmals seit 1960 raufen sich die vier britischen Verbände zu einer gemeinsamen Auswahl zusammen. Dadurch kommt der Walise Ryan Giggs spät in seiner Karriere noch zu einem internationalen Turnierauftritt. Der 38-Jährige führt das britische Team gemeinsam mit Stürmer Craig Bellamy vom FC Liverpool und Daniel Sturridge vom FC Chelsea an. Gruppengegner der Briten, die im letzten Test vor dem Turnier gegen Brasilien über ein 0:2 nicht hinauskamen, sind Senegal, Uruguay und die Vereinigten Arabischen Emirate. Giggs früherer Teamkollege David Beckham darf hingegen nur bei der Eröffnungsfeier mitwirken.

Zwölf Bundesliga-Spieler in London

Die Bundesliga stellt insgesamt zwölf Spieler für London. Im Gegensatz zum Turnier 2008 sind die Abstellungen für die Clubs dabei kein größeres Problem, die Bundesliga startet erst, wenn die Medaillen in London verteilt sind. So können neben Benaglio zum Beispiel der Augsburger Mittelfeldspieler Jacheol Koo für Südkorea und der Hoffenheimer Takashi Usami für Japan antreten. Die Spanier haben den Neu-Gladbacher Álvaro Domínguez in ihrem Aufgebot.

Das deutsche U23-Team, das zur Teilnahme an den Spielen berechtigt gewesen wäre, scheiterte bereits in der ersten Qualifikationsphase - ebenso wie der Titelverteidiger Argentinien: Der Olympiasieger von 2004 und 2008 verpasst den Einzug ins olympische Turner. Trotz Ausnahmekönner Lionel Messi.

psk



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Olexus 26.07.2012
1. nicht dabei..
So viel zum hochgelobten deutschen Fussballnachwuchs, der es zum wiederholten Male nicht schafft, sich fuer Olympia zu qualifizieren. Anstatt sich permanent auf die eigene Schulter zu klopfen, sollte der Verband hier mal deutlich nachbessern und das Olympiaturnier ein wenig ernster nehmen. Anscheinend kann Deutschland bei Olympia mit Mannschaftssportarten nichts reissen, alle vier Handball/Fussballteams nicht dabei, das kann ja wohl nicht so bleiben, peinlich genug ist es jedenfalls.
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