Torjäger Alario vor Wechsel nach Leverkusen "Das ist ganz normal in Südamerika"

Leverkusen ist auf der Suche nach einem neuen Angreifer fündig geworden: Lucas Alario soll von River Plate kommen. Von einem geheimen Medizincheck war berichtet worden, Bayer 04 hat das nun dementiert.

Lucas Alario
DPA

Lucas Alario


Chicharito zu West Ham, Hakan Calhanoglu zu Milan - Bayer Leverkusen war bislang in der aktuellen Transferperiode nur durch spektakuläre Abgänge aufgefallen. Das hat sich nun offenbar geändert: Der argentinische Torjäger Lucas Alario wechselt nach Angaben seines Beraters von CA River Plate zu Bayer Leverkusen. "Der Spieler gehört schon Leverkusen, er hat den Vertrag unterzeichnet", sagte Alarios Berater Pedro Aldave dem Rundfunksender "La Red". Bayer 04 dementierte allerdings, dass es bereits eine Einigung gebe.

Der 24-Jährige habe trotz der Proteste seines bisherigen Vereins einen Vertrag über fünf Spielzeiten mit dem Bundesligisten unterzeichnet, so Aldave. Leverkusen werde demnach die festgeschriebene Ablösesumme von 24 Millionen Euro zahlen - ein neuer Vereinsrekord. Bislang gilt der im Vorjahr für 20 Millionen Euro von 1899 Hoffenheim verpflichtete Kevin Volland als Rekordtransfer der Leverkusener.

Alario ließ sich bereits mit dem Leverkusener Trikot fotografieren, wie die Zeitung "El Litoral" veröffentlichte.

Die Verpflichtung des 1,84 Meter großen Angreifers gestaltet sich allerdings kompliziert: Alario hatte angeblich am Montag in Buenos Aires unter den Augen einer Bayer-Delegation einen geheimen Medizincheck in einer Privatklinik durchgeführt, von der River Plate über die lokalen Medien erfahren haben will. Der Spitzenklub aus Argentiniens Hauptstadt forderte Leverkusen im Anschluss per Ultimatum auf, umgehend alle Aktionen einzustellen.

"Für den Fall, dass Sie nicht in einer ausdrücklichen und sofortigen Stellungnahme innerhalb einer Frist von 24 Stunden vom Transfer Abstand nehmen, werden wir die Angelegenheit der Fifa vorlegen", heißt es am Ende eines dreiseitigen, an Bayer-Geschäftsführer Michael Schade adressierten Schreibens, das als Kopie neben dem Weltverband auch der Uefa und dem DFB übermittelt wurde. Leverkusen wird dabei vorgeworfen, den Spieler zu einem einseitigen Vertragsbruch anzustiften.

River Plate beruft sich vor allem auf den Paragrafen 16 des Fifa-Transferreglements, der eine einseitige Vertragsauflösung während einer Spielzeit nicht gestattet. Die argentinische Superliga war am Wochenende gestartet.

"Wir bewegen uns auf absolut korrektem Terrain"

Ein Vorwurf, den Bayer so nicht stehen lassen möchte: "Wir bewegen uns auf korrektem Terrain. Es passieren überhaupt keine geheimen Dinge", sagte Vereinssprecher Dirk Mesch SPIEGEL ONLINE. Einen Medizincheck ohne Wissen des Vereins habe es nicht gegeben. "Fakt ist, wir wollen den Spieler, und der Spieler will zu uns. Dass in Südamerika manches hinzugemischt wird, das ist ganz normal. Das hatten wir beim Transfer von Charles Aránguiz auch."

Erschwert werden könnte der Transfer von Alario auch durch die Tatsache, dass der abgebende Verein River Plate nur 60 Prozent an den Transferrechten hält, während 40 Prozent noch bei Alarios Jugendklub Colón Santa Fé liegen. Da nun aber River im Jahr 2018 für eine vergleichsweise geringe Summe diese restlichen 40 Prozent erwerben könne, hätten beide Vereine ein unterschiedlich großes Interesse an diesem Transfer, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Bayer Leverkusen wollte sich dazu nicht äußern.

"Wir sind im Gespräch mit Vereinen, die in diesem Konstrukt von Relevanz sind", sagte Mesch. "Aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit."

chh/dpa/sid

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.