Uruguay-Stürmer Suárez Englands Fußballer des Jahres erledigt England

Der Kannibale ist zurück: Uruguays Stürmer Luis Suárez vom FC Liverpool hat seine Mannschaft im Alleingang zum 2:1-Sieg gegen England geschossen. Die "Three Lions" haben damit nur noch theoretische Chancen auf das Achtelfinale. Alles Wichtige zum Spiel.

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Die Ausgangslage:

Sowohl Uruguay als auch England (1:2 gegen Italien) hatten ihre Auftaktbegegnung verloren. Dennoch war es kein Endspiel, da selbst der Verlierer noch theoretische Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale hatte - wenn auch äußerst geringe. Daher konnte man davon ausgehen, dass beide Mannschaften auf Sieg spielen.

Das Ergebnis:

2:1 (1:0) für Uruguay. Luis Suárez - Spitzname "der Kannibale" - traf für die Südamerikaner doppelt (39./85. Minute), Wayne Rooney erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich (75.).

Gänseblümchen-Frage der Woche:

Er spielt, er spielt nicht, er spielt? Seit Tagen beschäftigte die Uruguay-Fans nur eine Frage: Kann Luis Suárez im Spitzenspiel der Gruppe D gegen England auflaufen? Der Stürmerstar war vor drei Wochen am Knie operiert worden und fehlte bei der bitteren Auftaktniederlage der Südamerikaner gegen Costa Rica (1:3). Eine Stunde vor dem Anpfiff dann die erlösende Nachricht: Englands Fußballer des Jahres steht in der Startformation.

Stürmer des Spiels:

86 Liga-Saisontore standen in den Sturmreihen beider Teams beim Anpfiff auf dem Platz. 47 davon auf Seiten Uruguays, 39 bei den Engländern. Diese verteilten sich wie folgt: Luis Suárez (FC Liverpool/31 Saisontore), Edinson Cavani (Paris St. Germain/16) - Daniel Sturridge (FC Liverpool/22) Wayne Rooney (Manchester United/17). Am Ende siegte Suárez im Duell der Knipser, auch wenn Rooneys Tor historisch war. Doch dazu später mehr.

Die erste Halbzeit:

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Uruguay bezwingt England: Suárez zwei, Rooney eins
Begann munter und beinahe mit einem Tor von Wayne Rooney, der in der zehnten Minute einen Freistoß aus knapp 20 Metern Zentimeter am linken Pfosten vorbeischoss. Fünf Minuten später landete der Ball dann eher zufällig als geplant vor den Füßen des völlig freien Cristian Rodriguez, doch der Mittelfeldspieler von Atlético Madrid donnerte das Spielgerät mit Tempo 140 über die Latte. Apropos Latte: Dort endete die beste Chance der Engländer. In der 31. Minute zirkelte Steven Gerrard einen Freistoß von der linken Seite präzise auf das Haarimplantat von Rooney, der aus kurzer Distanz aber nur die Latte traf. Dann kam der große Auftritt von Suárez. Cavani lupfte den Ball von links in die Mitte, Phil Jagielka pennte, und Suárez köpfte zum 1:0 ein. Im direkten Gegenzug hatte Sturridge noch die Möglichkeit zum Ausgleich, scheiterte aber mit einem Schuss ins kurze Eck an Torhüter Fernando Muslera.

Die zweite Halbzeit:

Begann furios. 49. Minute: Suárez drehte eine Ecke direkt auf den kurzen Pfosten, doch Englands Torhüter Joe Hart entschärfte den frechen Versuch kurz vor der Linie. 52. Minute: Cavani ging links im Strafraum durch, schoss aber flach am langen Pfosten vorbei. 54. Minute: Rooney kam drei Meter vor dem Tor frei an den Ball, traf aber nur Muslera, der dem Schuss gar nicht mehr ausweichen konnte. Neun WM-Spiele und immer noch kein Tor, Rooney auf dem Weg zum historischen Pechvogel. Bis zur 75. Minute. Glen Johnson flankte flach von rechts, Rooney stand blank am linken Pfosten und traf. Ja, wirklich! Rooney hat ein WM-Tor erzielt. Und England am Leben gehalten. Bis Suárez in der 85. Minute den 2:1-Endstand erzielte.

Die Konstellation nach dem Spiel in Gruppe D:

Nach dem 1:2 gegen Uruguay muss England auf Italien hoffen. Nur bei Siegen der Azzurri gegen Costa Rica und Uruguay hat das Team von Trainer Roy Hodgson noch eine Chance auf das Achtelfinale. Costa Rica hingegen kann mit einem Sieg gegen die Italiener am Freitag sicher in die K.-o.-Runde einziehen. Auch Uruguay hat noch gute Chancen auf einen Platz im Achtelfinale.

Schmerzen des Spiels:

In der 53. Minute rutschte Danny Welbeck mit gestrecktem Bein in Uruguays Torhüter Muslera, der einen hübschen Stollenabdruck als Erinnerung davon getragen haben dürfte. Welbeck sah nicht mal Gelb. Eine Fehlentscheidung. Kurze Zeit später traf Raheem Sterling Uruguays Alvaro Pereira unabsichtlich mit dem Knie im Gesicht. Pereira war kurz ausgeknockt, wurde dann von den Teamärzten an der Seitenlinie behandelt. Diese rieten ihm offenbar dazu, sich auswechseln zu lassen. Doch der Abwehrspieler von Inter Mailand dachte gar nicht dran, sagte den Ärzten deutliche Worte und lief wieder aufs Spielfeld.

Opportunist des Abends:

"Eine WM ohne mich ist es nicht wert zu gucken", hatte Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic nach der verpassten Qualifikation seiner Auswahlmannschaft in den Playoffs gegen Portugal gesagt. Trotzdem saß er beim Spiel in São Paulo auf der Tribüne.

Wohltat des Abends:

Beim ZDF durfte Oliver Schmidt das Spitzenspiel kommentieren. Eine gute Wahl: Schmidt transportierte die Spannung, ohne dabei mit übertriebener Aufregung zu nerven. Das hat er vielen seiner Kollegen voraus. Mehr davon!



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Seite 1
Tom Joad 20.06.2014
1. Puh ...
Zitat von sysopGetty ImagesDer Kannibale ist zurück: Uruguays Stürmer Luis Suárez vom FC Liverpool hat seine Mannschaft im Alleingang zum 2:1-Sieg gegen England geschossen. Die Three Lions haben damit nur noch theoretische Chancen auf das Achtelfinale. Alles Wichtige zum Spiel. http://www.spiegel.de/sport/fussball/luis-suarez-erzielt-zwei-tore-bei-uruguays-sieg-gegen-england-a-976277.html
Ihr wisst schon, was Kannibalen sind, oder? Und "im Alleingang" wurde noch keine Mannschaft besiegt. Nach so einer Einleitung hat man schon den Eindruck, dass man sich den Artikel ersparen kann. Insbesondere, wenn man das Spiel gesehen hat. War nicht so toll.
Miere 20.06.2014
2. Kannibale?
Was fürn Kannibale? Er heißt doch nicht Annibál mit Vornamen? Im Fernsehen nannten sie ihn Pistolero, soweit ich mitbekommen habe. Jedenfalls Glückwunsch.
crimesceneunit 20.06.2014
3. England ist doch seit Jahren...
ein Geheimfavorit! mal beim GHCQ nachfragen, ob sich das Geheimnis erfolgreichen Fussballs vielleicht lüften lässt? oh ich vergaß, die sind ja mit schnüffeln in Deutschland schon komplett ausgelastet... ;)
motzbrocken 20.06.2014
4. Bravo, Urus
gut gemacht! Die sogenannten Erfinder des Fussballs kehren vernichted auf ihre Insel zurück! Nun, eine Denksportaufgabe für Engländer: wieviele Tore schiessen englische Stürmer wenn sämtliche Sturmpositionen in der Liga von Ausländern besetz sind? Hat man davon, wenn man Oligarchen Fussballvereine führen lässt. Die kaufen auf Teufel komm raus die Märkte leer. Die einheimischen Kicker landen in der 2. Liga oder darunter. Und an der WM sollten die dann auf einmal Fussball spielen können. Eigentlich witzig, der englische Torschützenkönig schiesst England ab!
Ratzbär 20.06.2014
5. Allein
Zitat von sysopGetty ImagesDer Kannibale ist zurück: Uruguays Stürmer Luis Suárez vom FC Liverpool hat seine Mannschaft im Alleingang zum 2:1-Sieg gegen England geschossen. Die Three Lions haben damit nur noch theoretische Chancen auf das Achtelfinale. Alles Wichtige zum Spiel. http://www.spiegel.de/sport/fussball/luis-suarez-erzielt-zwei-tore-bei-uruguays-sieg-gegen-england-a-976277.html
Im Alleingang? - Der stand ganz allein für Uruguay auf dem Platz? Respekt. Dann habe ich wohl ein anderes Spiel gesehen und die Flanke, die er beim ersten Tor bekam war dann wohl von einem Englänger gespielt.
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