Magath gefeuert Hitzfeld soll die Bayern retten

Der Neue ist der Alte: Der ehemalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld ist ab sofort wieder Trainer des Deutschen Rekordmeisters. Die Führung des Clubs hatte den bisherigen Trainer Felix Magath aus Sorge um die direkte Qualifikation für die Champions League heute entlassen.

München - Um kurz nach 15.30 Uhr traf Magath heute Nachmittag auf der Geschäftsstelle des deutschen Fußball-Meisters ein. Dort wurde dem 53-Jährigen seine sofortige Kündigung mitgeteilt. Nachfolger soll bis zum Saisonende sein Vorgänger Ottmar Hitzfeld werden. "Die Sorge um die direkte Qualifikation für die Champions League hat uns zu dieser Entscheidung veranlasst", sagte der Vorstands-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

"Wir hatten gehofft, dass wir nach der guten Vorrunde angreifen würden, leider mussten wir feststellen, dass die Wünsche und Hoffnungen nicht eingetreten sind." Mit Magath wurden auch seine Co-Trainer Seppo Eichkorn und Werner Leuthard entlassen.

Der Vorstand hatte sich bereits gestern Abend nach der Partie gegen den VfL Bochum (0:0) in einer kurzfristig einberaumten Sitzung für diesen Schritt entschieden. Heute Morgen informierten sie Manager Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer über die Entlassung.

"Natürlich ist dies keine schöne Situation“, erklärte Felix Magath auf der Internetseite des Vereins, "ich hatte hier zweieinhalb schöne und erfolgreiche Jahre, auf die ich stolz bin. Aber es war mir immer klar, dass dies ein Engagement auf Zeit ist. Ich wünsche dem FC Bayern und der Mannschaft alles Gute und weiterhin viel Erfolg."

Magath hatte den Posten in München am 1. Juli 2004 angetreten und führte die Mannschaft je zweimal zu Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg.

"Ich möchte mich ganz herzlich bei Felix Magath bedanken, wir hatten mit den zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen sehr schöne und erfolgreiche Jahre", sagte Rummenigge, "dafür noch mal Danke".

Zuletzt hatte es deutliche Kritik der Vereinsoberen an der Leistung der Mannschaft gegeben, die nach der Winterpause zunächst 2:3 in Dortmund verlor und auch gestern im Spiel gegen den VfL Bochum nicht über ein 0:0 hinauskam. Für die schlechten Vorstellungen sei der Magath hauptverantwortlich, hieß es in München.

In der Tabelle liegt der deutsche Meister aktuell auf dem vierten Platz. Spitzenreiter Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen als auch der FC Schalke gegen Alemannia Aachen haben heute Abend (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Möglichkeit, den Vorsprung auf die Bayern auf acht Punkte zu erhöhen.

"Über den Titel brauchen wir nicht mehr zu reden. Wir müssen uns darum kümmern, dass wir um die Plätze zwei und drei dabei sind", hatte Magath gestern noch kühl konstatiert. Weder Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge noch Manager Uli Hoeneß wollten am Tag nach dem blamablen 0:0 gegen den Abstiegskandidaten aus Bochum auch nur ein einziges Wort zu den Journalisten sprechen, die sich in stattlicher Zahl auf dem Vereinsgelände an der Säbener Straße eingefunden hatten.

Nachfolger bis zum Saisonende wird ein alter Bekannter. Hitzfeld übernimmt seinen früheren Club erst einmal bis zum Saisonende. Bereits gegen den 1. FC Nürnberg am kommenden Wochenende wird der 58-Jährige auf die Bayern-Bank zurückkehren. Sein Co-Trainer wird Michael Henke, der auch bei Hitzfelds erstem Bayern-Engagement mit dem Lörracher zusammen arbeitete. Henke beendete aus diesem Grund heute seine Tätigkeit als Sportdirektor des Drittligisten 1. FC Saarbrücken.

Hitzfeld hatte die Bayern bereits vom 1. Juli 1998 bis 30. Juni 2004 trainiert. In dieser Zeit wurde er viermal Deutscher Meister, zweimal Pokalsieger und gewann mit dem Club einmal die Champions League und den Weltpokal. Auch Hitzfeld wurde damals gefeuert, als der Eindruck entstand, ihm gleite die anvisierte Titeljagd aus den Händen und die Mannschaft werde nicht mehr erreicht.

Seit seiner vorzeitigen Trennung von den Bayern im Sommer 2004 hatte Hitzfeld als Trainer pausiert und war als TV-Experte tätig.

Bisher waren weder Bayern-Pressechef Markus Hörwick, Hitzfeld noch Magath selbst für eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE erreichbar. Die Trennung des FC Bayern von Magath und die Einstellung Hitzfelds ist der fünfte Trainerwechsel der Saison.

goe/fpf/dpa/rtr/sid

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