Magaths Verteidigungsrede "Sperre für Meier ist falsch"

Prominente Unterstützung für den Kopfstoß-Sünder Norbert Meier: Bayern-Trainer Felix Magath bezeichnete die vom DFB verhängte Sperre als falsch und unverhältnismäßig. Schließlich hätten sich bei dem Eklat beide Beteiligte als gute Schauspieler erwiesen.


Knokke-Heist - "Die Szene wird ihm immer nachhängen", so Magath, "in diesem Fall empfinde ich die Sportgerichtsbarkeit als falsch. Sie kann ihn den Job kosten", sagte der Chefcoach des deutschen Meisters Bayern München am Rande des Banketts im Anschluss an das 1:1 in der Champions League beim FC Brügge. Duisburgs Trainer Meier hatte mit einem Kopfstoß gegen den Kölner Spieler Albert Streit und einer Schauspieleinlage für einen Eklat gesorgt und wurde dafür vom Deutschen Fußballbund (DFB) mit einem vorübergehenden Berufsverbot belegt.

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Streit-Fall: Duisburg, Köln und die Kopfnuss

"Natürlich war es falsch, was Norbert getan hat. Aber der Spieler hat im wahrsten Sinne des Wortes mitgespielt. Beide haben eine Schauspieleinlage abgeliefert. Ich weiß nicht, ob bei den Sanktionen die Verhältnismäßigkeit stimmt. Wir brauchen eine neue Waage. Norbert Meier ist ein netter Kerl, das hat er nicht verdient", sagte der Europapokalsieger von 1983 weiter.

Der DFB verteidigte allerdings die Entscheidung. "Das ist die Meinung von Felix Magath, der sich ja auch bei der Ahndung von Platzverweisen mit innovativen Vorschlägen hervorgetan hat", sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger mit Blick auf die Rote Karte gegen Nationalspieler Sebastian Deisler. Nach dessen Tätlichkeit gegen Ludovic Magnin im Spiel beim VfB Stuttgart (0:0) hatte Magath einen Freispruch angeregt. Stattdessen wurde Deisler für drei Spiele gesperrt. Auch im Fall Meier seien die DFB-Sportgerichtsbarkeit und der Kontrollausschuss laut Stenger "ganz anderer Meinung".

Nach den Vorfällen beim Heimspiel des MSV gegen den 1. FC Köln am Dienstag (1:1) hatte das DFB-Sportgericht gestern eine sofortige Sperre gegen Meier verhängt. Der 47-Jährige darf ab sofort bis auf weiteres nicht mehr das Training seines Klubs leiten oder an Mannschaftssitzungen teilnehmen. Dem Coach droht nun die Entlassung in Duisburg. Der MSV-Vorstandsvorsitzende Walter Hellmich will allerdings die Verhandlung gegen den Coach vor dem Sportgericht abwarten.



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