Mainzer Sieg gegen Frankfurt Schmidt wirkt

Das Debüt des Mainzer Trainers Martin Schmidt glückte. Beim Sieg gegen Frankfurt weckte Johannes Geis Erinnerungen an Mario Basler, der Präsident durchlebte die Qualen des Abstiegskampfes. Und Carlos Zambrano sah Gelb-Rot. Alles Wichtige zum 3:1.

Mainzer Trainer Schmidt: Drei Punkte beim Debüt
DPA

Mainzer Trainer Schmidt: Drei Punkte beim Debüt


SPIEGEL ONLINE Fußball
Ausgangslage: Martin Schmidt ist der Neue. Schweizer, 47 Jahre alt, von Beruf Cheftrainer des FSV Mainz 05. Sein Auftrag: den Abwärtstrend (nur ein Sieg in den vergangenen zwölf Partien) stoppen, gerne mit mehr Emotion im Spiel, bitte. Am besten gleich im Derby gegen Eintracht Frankfurt.

Endergebnis: 3:1 (1:1). Torschützen: Stefan Aigner (35. Minute) für Frankfurt, Christian Clemens (38.), Johannes Geis (47.) und Yunus Malli (50.) für die Gastgeber.

Die erste Hälfte: Loris Karius, Clemens und Pablo de Blasis schickte der frühere U23-Trainer Schmidt neu in die Startelf. Rund sechs Minuten wirbelte Mainz, zarte Erinnerungen an gute, alte Zeiten wurden wach. Und dann war es vorbei. Stattdessen: Abstimmungsprobleme, Fehlpässe. Erinnerungen an die bisherige Mainzer Saison mit dem Thrill-Faktor eines VW Jetta wurden wach. Ach ja, Frankfurt komplett harmlos. Dann reichte ein gescheiter Spielzug zur Gäste-Führung. Und einer zum Ausgleich.

Eintracht-Torschütze Aigner: Serie ausgebaut, Spiel verloren
Getty Images

Eintracht-Torschütze Aigner: Serie ausgebaut, Spiel verloren

Serientäter: Frankfurts Aigner traf in sechs der vergangenen acht Bundesligaspielen, in seinen 16 Partien zuvor war er nur einmal erfolgreich. Nützte nur alles nix.

Die zweite Hälfte: Mario Basler ist zurück. Genau wie früher der Werder-Star in seinen besten Tagen zirkelte Geis einen Freistoß aus nahezu unmöglichem Winkel ins kurze Eck - Tor. Dann noch Mallis Treffer, und in Mainz waren alle wieder froh. Auch der Präsident.

Freistoßtorschütze Geis: Ein Hauch von Mario Basler
Getty Images

Freistoßtorschütze Geis: Ein Hauch von Mario Basler

Sorgenfalten des Spiels: Gehörten FSV-Präsident Harald Strutz nach dem 0:1. Oben auf der Tribüne, die Hände vors Gesicht schlagend - Abstiegskampf, du kannst so nervenzerreißend sein. Zum Glück für Strutz dauerte das Leiden nur drei Minuten.

Lachfalten des Spiels: Gehörten FSV-Präsident Harald Strutz nach dem 2:1. Oben auf der Tribüne, die Hände lässig in den Taschen - Abstiegskampf, du kannst so emotional sein. Zum Glück für Strutz dauerte die Freude bis über den Schlusspfiff hinaus.

Frustabbau des Spiels: Mit Gelb vorbelastet, knallte Frankfurts Carlos Zambrano seinem Gegenspieler den Ellenbogen ins Gesicht (83.). Dafür durfte der Verteidiger vorzeitig duschen: Gelb-Rot.

Fotostrecke

18  Bilder
Fußballbundesliga: ...und dann kam Hitz
Hingucker des Spiels: Frankfurts Auswärtstrikots. So unschuldig babyblau wie die Spielweise der Eintracht-Profis. Einen dankenswerteren Aufbaugegner hätte Mainz südlich von Hamburg nicht finden können.

Torjäger auf Formsuche: Seit dem 14. Spieltag (in Hamburg) hat Shinji Okazaki nicht mehr getroffen. Gegen Frankfurt gelang dem Japaner immerhin die Vorlage zum 1:1. Eine Viertelstunde vor Schluss wollte der Angreifer gerne einen Elfmeter. Er bekam ihn nicht. Danach wurde Okazaki ausgewechselt. Auch bei ihm ist noch nicht alles wieder wie früher (siehe nächste Rubrik).

Zahlen des Spiels: Drei Tore, eines davon sehr ansehnlich. Aber eben auch eine Passquote von nur 72 Prozent bei Mainz, eine Zweikampfquote von 50 Prozent. Was genau der neue Trainer mit seiner Mannschaft vorhat, das wurde am Samstag noch nicht komplett ersichtlich. In Mainz herrscht nach dem heutigen Nachmittag freudige Erwartung.

Erkenntnis: Martin Schmidt wirkt, zumindest kurzfristig. In Mainz wird wieder gelacht, der Thrill-Faktor am Bruchweg schnellte phasenweise auf lange vergessene Höhen. Und Carlos Zambrano bleibt Carlos Zambrano.

FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:1)
0:1 Aigner (35.)
1:1 Clemens (38.)
2:1 Geis (47.)
3:1 Malli (50.)
Mainz: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Bengtsson - Geis, Baumgartlinger - Clemens (73. Samperio), Malli (89. Soto), De Blasis - Okazaki (78. Koo)
Frankfurt: Trapp - Chandler, Zambrano, Madlung, Oczipka - Stendera, Russ (69. Kittel) - Aigner, Piazon (86. Anderson) - Seferovic, Meier
Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Zuschauer: 33.237
Gelb-Rote Karte: Zambrano wegen wiederholten Foulspiels (83.)
Gelbe Karten: Brosinski (4), Bungert (2) - Piazon (2), Seferovic (5), Aigner (6)



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
walter.bigler.7 21.02.2015
1. ..ein echter Walliser!
Als Erstes Mal herzliche Gratulation zum Einstiegsieg! Martin ist ein echter Walliser mit sämtlichen Facetten und dazu gehört auch eine authentische Begeisterungsfähigkeit die ansteckend sein kann - weiter so ich wünsche ihm und der Manschaft den turnaround
Gerdabduldieda 21.02.2015
2. Gratulation!
Mainz ist nun ganz sicher nicht Sympathieträger Nr. 1 im bezahlten Fußball, aber hier bleibt festzuhalten: alle Achtung, gut gemacht. Ganz anders dagegen die Lage beim Hamburger Absteigerverein St. Jammer, wo trotz gewissen Mitgefühls doch die Häme überwiegt.
aperitif 22.02.2015
3. @Gerdabduldieda
Wieso ist Mainz 05 kein Sympathieträger? Kapier ich nicht, erklären Sie es mir? Bei allen mir bekannten Rankings zum Sympathiefaktor von Bundesligavereinen rangiert Mainz immer ganz weit oben. Und auch ich kann nichts Unsympathisches erkennen...vom Management über die Trainer bis zu den Spielern. Dazu noch eine überragende Nachwuchsförderung(ich sage nur Schürrle)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.