Makaay-Präsentation "Bin sicher, dass ich viele Tore schießen werde"

Am Tag nach seinem Bayern-Debüt hat sich Stürmerstar Roy Makaay erstmals im großen Stil der Öffentlichkeit gestellt. Während Münchens Manager Uli Hoeneß der ewigen Rechtfertigungen über den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte leid ist, zeigt sich Makaay seiner Verantwortung beim Rekordmeister durchaus bewusst.


München - Im Cafe "Sport Treff" am Trainingsgelände des FC Bayern München herrschten tropische Temperaturen. Dennoch hatten sich 10 Kamerateams, 20 Fotographen und rund 50 Journalisten eingefunden, um ja nichts von der "offiziellen" Vorstellung Makaays zu versäumen. Zwar trainierte der Niederländer in der vergangenen Woche bereits zweimal mit seinen neuen Teamkollegen, doch das Thema Makaay zieht in diesen Tagen immer noch gut genug.

"Ich war sehr zufrieden mit meiner Leistung, weil ich drei Monate nicht gespielt habe", teilte Makaay lächelnd den aufregten Journalisten mit und bezog sich damit auf den 2:0-Erfolg der Bayern im Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Makaay wirkte zwar noch etwas müde von seinem abendlichen Einsatz, doch er versprühte gleich Optimismus: "Ich werde versuchen, so schnell wie möglich bei 100 Prozent zu sein. Heute sind die Beine schon wieder sehr gut."

"Die Nummer 9 ist immer etwas ganz Besonderes. Das sind die spektakulären Spieler, die auch die Zuschauer ins Stadion ziehen": Uli Hoeneß (l.) hatte bei der Makaay-Präsentation die Lacher auf seiner Seite Das offizielle Mannschaftsfoto mit dem Neuzugang: Roy Makaay fand sich zwischen Sammy Kuffour und Regionalligaspieler Christian Lell wieder Wo bin ich hier gelandet, fragt sich vielleicht Roy Makaay: "Der FC Bayern zählt zusammen mit Real Madrid und dem AC Mailand zu den großen Vereinen der Welt", sagt er
"Heute sind die Beine schon wieder sehr gut": Roy Makaay blickt der Zukunft beim FC Bayern München optimistisch entgegen Einsamer Beobachter am Rande des Makaay-Trubels: Der verletzte Alexander Zickler hatte sich extra für das neue Mannschaftsfoto in Schale geworfen. Andere Aufgaben als Pokal und Meisterschaftstrophäe zu bewachen, blieben dem vom Pech verfolgten Stürmer (Schienbeinbruch) nicht Bei tropischen Temperaturen in München versammelten sich 10 Kamerateams, 20 Fotografen und rund 50 Journalisten, um den ersten offiziellen Auftritt des Niederländers an der Säbener Straße zu dokumentieren

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Obwohl Makaays Generalprobe im Nürnberger Frankenstadion vor fast 30.000 Zuschauern unspektakulär verlief, stellte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld für dem teuersten Transfer der Vereinsgeschichte (mindestens 18,75 Millionen Euro Ablöse) für das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Bochum einen Freibrief aus. "Wenn er sich nicht verletzt, wird er am Samstag spielen", verkündete Hitzfed. Ob an Seite von Giovane Elber oder gemeinsam mit Claudio Pizarro, ließ Hitzfeld offen: "Das Geheimnis möchte ich noch nicht lüften."

Trotz des enormen Erwartungsdrucks gab sich Makaay, der im vergangenen Jahr mit 29 Treffern Torschützenkönig der spanischen Primera Division wurde, gelassen. "Als Stürmer hat man immer Druck. Ich bin sicher, dass ich hier sehr viele Tore schießen werde", so der 28-Jährige. Er sei stolz, hier zu sein nach den letzten "sehr schwierigen Wochen" in La Coruña. Der FC Bayern zähle zusammen mit Real Madrid und dem AC Mailand "zu den großen Vereinen der Welt". Dennoch forderte Makaay auch Geduld: "Keine Mannschaft kann nur auf einen spielen. Ich muss mich ein bisschen verändern und die Mannschaft muss mich kennen lernen. Das braucht alles Zeit."

Uli Hoeneß saß schwitzend neben dem neuen Juwel aus der Bayern-Schatztruhe und erklärte die Diskussionen nach Makaays erstem Spiel "für völlig lächerlich". "Es geht nicht darum, ob Roy schon in Nürnberg ein Tor geschossen hat, sondern darum, was am Ende der Saison herauskommt", sagte der Bayern-Manager, "wir haben keine Lust, uns nach jedem Spiel zu rechtfertigen, ob die Millionen nun berechtigt sind oder nicht." Bei der Präsentation von Makaays neuem Trikot leistete sich Hoeneß einen kleinen Schnitzer, der für Lacher im Presseraum sorgte. "Die Nummer 9 ist immer etwas ganz Besonderes. Das sind die spektakulären Spieler, die auch die Zuschauer ins Stadion ziehen", ließ der Bayern-Manager wissen und hielt dabei das Makaay-Trikot mit der Nummer 10 in die Höhe.

Für die Nationalmannschaft nominiert


Von seinen Kollegen ist Makaay mit offenen Armen empfangen worden. Selbst Elber, der jetzt um seinen Stammplatz im Sturm fürchten muss, äußerte sich positiv. "Ich hoffe, dass er schnell Fuß fassen kann und schon gegen Bochum ein gutes Spiel macht", erklärte der Brasilianer, "wir brauchen die Stärken von Makaay - schon in Hinblick auf die Champions League."

Auch Kapitän Oliver Kahn konnte der Verpflichtung nur Positives abgewinnen: "Gott sei dank ist jemand da, auf den jetzt alle Augen gerichtet sind. Und nicht nur zwei oder drei Spieler, die alles auf sich nehmen müssen." Auch der Nationalkeeper plädierte nach dem torlosen Debüt von Makaay in Nürnberg für Geduld. "Es ist völlig lächerlich, nach so einem Freundschaftsspiel etwas über die Leistungsfähigkeit eines Spielers zu sagen. Er hat erst zwei Trainingseinheiten gemacht. Es kann einige Bundesligaspiele dauern, bis er 100 Prozent da ist, er kann aber auch sofort zuschlagen."

An Spielpraxis wird es Makaay in den nächsten Wochen nicht fehlen. Bereits am kommenden Mittwoch wird er für die niederländische Nationalmannschaft im Einsatz sein. Bondscoach Dick Advocat nominierte Makaay trotz seines Trainingsrückstandes für das Testspiel gegen Belgien.



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