Managersuche Kahn sagt Schalke ab

Oliver Kahn sagt Nein: Er will nun doch nicht als Manager bei Schalke 04 anheuern. Der Deal klappe zum jetzigen Zeitpunkt nicht, sagt Aufsichtsratschef Clemens Tönnies - der Ex-Nationaltorwart selbst bedauert: "Das Angebot kommt sechs Monate zu früh."


Hamburg - Oliver Kahn hat den Managerposten bei Schalke 04 abgelehnt. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sagte, der ehemalige Nationaltorwart und Bayern-Profi habe noch zu viele Verpflichtungen, darum klappe die Berufung "zu diesem Zeitpunkt" nicht. "Es ist aber nicht schlimm, das reißt uns nicht um." Kahn selbst sagte dem "Kicker": "Ich hätte es supergerne gemacht, aber das Angebot kommt sechs Monate zu früh."

Der Posten ist vakant, seit sich der Club vor rund zwei Wochen von Andreas Müller getrennt hatte. Kahn war kurz darauf als Nachfolger gehandelt worden.

"Schalke braucht einen Manager, der 100 Prozent seiner Zeit einbringen kann. Das kann ich allerdings nicht. Mir ist diese Entscheidung sehr schwer gefallen. Schalke ist eine große Herausforderung", sagte Kahn weiter. Tönnies bedauerte die Entscheidung: "Wir hatten inhaltlich eine sehr große Übereinstimmung. Oliver ist hochprofessionell und hat ein gutes Konzept. Er wäre sicher ein großer Gewinn für Schalke gewesen."

Auf der Suche nach einem Nachfolger für Coach Fred Rutten, der am Donnerstagabend beurlaubt worden war, will die Vereinsführung zunächst nur einen Interimstrainer bis zum Ende der Saison verpflichten. "Es kann nur eine Lösung für neun Spiele sein", sagte Schalke-Präsident Josef Schnusenberg am Freitag. "Der Trainer, der die neue Mannschaft aufbauen soll, muss vom neuen Manager ausgesucht werden."

"Ich denke, es war für alle Beteiligten die beste Lösung, Fred Rutten doch sofort zu beurlauben", sagte Schnusenberg weiter. "Er war und ist ein guter Trainer, nur er hat einfach kein Fortune mit seinen Ergebnissen gehabt." Schnusenberg selbst kündigte zudem an, im Sommer 2010 sein Amt als Vereinsvorsitzender aufzugeben.

Bis zum nächsten Pflichtspiel bei Arminia Bielefeld am 3. April sollen die bisherigen Assistenten Mike Büskens und Youri Mulder das Training leiten. Ob bereits ein neuer Coach beim Gastspiel in Bielefeld auf der Schalke-Bank sitzen wird, ist offen. "Stand jetzt gehe ich davon aus, dass in Bielefeld Büskens und Mulder auf der Bank sitzen", sagte Schnusenberg. "Wenn es vom Himmel kommt, kann es auch sein, dass wir einen Interimscoach haben." Ein Kandidat sei schon im Visier, doch "er weiß noch nichts von seinem Glück".

Dass Büskens und Mulder, die nach der Entlassung von Ex-Trainer Mirko Slomka in der vergangenen Saison als "Aushilfen" 16 von 18 Punkte holten und Platz drei erreichten, nicht bis Saisonende das Ruder übernehmen sollen, begründet der Clubchef so: "Die beiden gehörten zum Team von Fred Rutten. Daher sehen wir es als bessere Lösung an, einen Trainer von außen zu holen."

mti/dpa

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