Citys Sieg gegen Tottenham Es ist nicht immer Mittwoch

Manchester City hat zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen gegen Tottenham Hotspur gewonnen. Anders als am Mittwoch freuten sie sich über den Erfolg.

Pep Guardiola (r.) und Mauricio Pochettino
Martin Rickett / DPA

Pep Guardiola (r.) und Mauricio Pochettino

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Die Szene des Spiels: In der fünften Minute durfte man noch auf ein ähnlich torreiches Spiel wie beim Champions-League-Spektakel unter der Woche hoffen. Nach einer Bernardo-Silva-Flanke von rechts legte Sergio Agüero den Ball per Kopf in die Mitte, wo der 18-jährige Phil Foden herangerauscht kam und einköpfte. Es war erst das zweite Spiel in der Startaufstellung für das City-Eigengewächs, das sein Premier-League-Debüt als 17-Jähriger am 16. Dezember 2017 ebenfalls gegen Tottenham Hotspur gefeiert hatte. Nun erzielte er sein Debüttor auch gegen die Spurs.

Das Ergebnis: Es blieb das einzige Tor des Tages. Manchester City gewinnt mit 1:0 und zieht damit vorerst wieder an Liverpool vorbei auf Platz eins der Premier League. Hier geht's zur Meldung.

Die erste Hälfte: Manchester war von Anfang an die dominierende Mannschaft, erspielte sich aber kaum gute Chancen. Die Spurs hingegen ließen diverse Möglichkeiten aus. Die Gäste hatten in der 19. Minute allerdings Glück, dass Schiedsrichter Michael Oliver nach einem Foul von Jan Vertonghen an Bernardo Silva nicht auf Elfmeter entschied. Kurz vor der Pause musste Pep Guardiola Spielmacher Kevin de Bruyne auswechseln. Es wäre bitter für die Citizens, wenn der Belgier im Saisonendspurt ausfallen würde.

Es ist nicht immer "Son"-Tag: Am Mittwoch hatte Heung-Min Son nach zehn Minuten schon zwei Tore geschossen. Heute verpasste es der Koreaner trotz bester Gelegenheiten, City ein zweites Mal innerhalb von wenigen Tagen in Verzweiflung zu stürzen. Noch vor der Führung hatte er nach einem katastrophalen Fehlpass von Stones seine erste gute Gelegenheit, scheitere aber an Torwart Ederson (vierte Minute). In der 16. Minute war es Laporte, der Son als letzter Mann so gerade noch blocken konnte. Kurz vor Ende der ersten Hälfte hatte der Südkoreaner seine dritte Großchance, aber nachdem er sich gegen drei City-Verteidiger durchgesetzt hatte, wurde sein Abschluss von Ederson erneut gut gehalten (43.). In der Nachspielzeit der Partie hätte Son dann doch noch zum Helden werden können. Aber ein hohes Anspiel konnte er im Strafraum nicht kontrollieren.

Die zweite Hälfte: Ähnliches Bild wie in der ersten Hälfte, nur ohne die großen Chancen für Tottenham. Wieder dominierte City die Partie, verpasste es aber, frühzeitig für die Entscheidung zu sorgen. Und wieder sah Manchester hinten angreifbar aus, besonders bei hohen Bällen zeigte die Defensive sich mehrfach unsicher. Glück hatten diesmal die Citizens, dass es keinen Elfmeter gab. Nach gut einer Stunde spielte Kyle Walker den Ball im Strafraum mit der Hand - doch Schiedsrichter Michael Oliver ließ weiterspielen. Die größte Chance vergab Raheem Sterling, der nach schöner Vorarbeit des eingewechselten Sanè aus vier Metern Torwart Gazzaniga anschoss.

Es ist nicht immer Mittwoch: Fünf der vergangenen sechs Spiele gegen Tottenham hat Manchester City gewonnen. Wohl kein Sieg war so bitter wie das 4:3 vom Mittwoch. City hat nach dem Samstagssieg nun gute Aussichten, erneut Meister zu werden - wenn der nächste Mittwoch besser läuft. Da müssen sie nämlich zum Nachholspiel beim Stadtrivalen United antreten. Nach dieser Partie warten nur noch Gegner außerhalb der Big Six.

Aus Fehlern lernen: Pep Guardiola kann immer noch das ligainterne Triple holen. Den Ligapokal haben sie gewonnen und im FA-Cup steht Manchester im Finale (am 18.5. gegen Watford). Das große Ziel bei den Citizens war aber der Gewinn der Champions League - und da kommt Guardiola mit seinen Teams nach seinem Abgang aus Barcelona nicht mehr über das Halbfinale hinaus. Heute wechselte der Spanier nicht wie am Mittwoch früh defensiv, um das Ergebnis abzusichern. Die Folge: Manchester bestimmte die komplette Partie und musste auch in den letzten Minuten nicht übermäßig zittern.

Champions League sichern: Bei den Citizens kann man durchaus verlieren. Dennoch ist es ein Rückschlag für Tottenham im Rennen um die Champions League. Arsenal kann mit einem Sieg gegen Crystal Palace vorbeiziehen, ebenso Chelsea, wenn sie gegen Burnley siegen. Manchester United könnte mit einem Dreier in Everton nach Punkten gleichziehen. Zum Glück haben die Spurs - wie auch Manchester United - noch ein Nachholspiel und dürfen bei noch vier ausstehenden Partien dreimal zu Hause ran. Wenn sie aus diesen Partien weniger als neun Punkte holen, brauchen sie vielleicht den Champions-League-Sieg, um auch nächste Saison wieder in der Königsklasse zu spielen.

Manchester City - Tottenham Hotspur 1:0 (1:0)
1:0 Foden (5.)
Manchester City: Ederson - Walker, Stones, Laporte, Zinchenko - De Bruyne (ab 38. Fernandinho), Gündogan, Foden (ab 85. Silva) - Bernardo Silva, Agüero (ab 66. Sané), Sterling
Tottenham Hotspur: Gazzaniga - Foyth, D. Sanchez, Alderweireld (ab 78. F. Llorente), Vertonghen , B. Davies - Eriksen, Dier (ab 61. Wanyama), Dele (ab 69. D. Rose) - Son, Lucas Moura
Schiedsrichter: Michael Oliver
Gelbe Karten: Sterling - Wanyama, Vertonghen



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kahabe 20.04.2019
1. Schön!
Aber ob das Pepperl den Klopo kann? Man wird sehen, wenn die beiden Mannschaften die gleiche Anzahl an Spielen absolviert haben.
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