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Zum Tod von ManUnited-Besitzer Glazer Das Team als Gewinnmaschine

Aus dem Nichts baute Malcolm Glazer ein Imperium auf. Er verstand sich darauf, den Wert seiner Investitionen zu steigern - auch beim Fußballteam von Manchester United. Bei den Fans kam die Strategie nie gut an, trotz aller Erfolge der "Red Devils".

Hamburg - Malcolm Glazer war ein äußerst erfolgreicher Mann. Nach dem frühen Tod seines Vaters begann er schon als 15-Jähriger von Tür zu Tür zu laufen und Uhren zu verkaufen, um seine Mutter und die sechs Geschwister zu unterstützen. Dieses kleine Geschäft war die Keimzelle seines Firmenimperiums.

1943 übernahm er die Uhrenwerkstatt seines Vaters, ein paar Jahre später versorgte er damit schon einen Stützpunkt der US-Luftwaffe. Nach dessen Schließung wechselte Glazer ins Immobiliengeschäft. Es folgten eine Bank, TV-Sender, Restaurants, ein Spielwarenunternehmen und viele weitere; sogar Harley Davidson gehört zu Glazers Holding, der First Allied Corporation - und schließlich auch der Fußballklub Manchester United und das NFL-Team der Tampa Bay Buccaneers.

Nun ist Glazer im Alter von 85 Jahren gestorben. Veränderungen bei ManUnited und den Buccaneers wird es deshalb aber nicht geben, das stellten die Klubs schnell klar. Die "Red Devils" bleiben zu 90 Prozent im Besitz der US-Familie. Glazers Söhne Joel, Bryan und Avram werden weiterhin die Geschäfte leiten, wie sie es seit einem Schlaganfall ihres Vaters 2006 ohnehin tun.

Auf Veränderungen hatten viele Fans zunächst spekuliert oder sogar gehofft, insbesondere in Manchester. Denn so erfolgreich United unter Glazer war, so verhasst war der US-Amerikaner in England. Daran konnten auch fünf Meisterschaften, drei Erfolge im Ligapokal, der Champions-League-Sieg und der Klub-WM-Titel nichts ändern.

Denn im Gegensatz zu Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch oder auch den Scheichs bei Manchester City oder Paris St. Germain war Glazer überhaupt kein großer Fußballfan. Er betrachtete ManUnited wie jedes andere seiner Investments auch: Er erkannte den Wert des Teams und versuchte, seine Rendite zu maximieren.

Fanwut auf Glazer

Auch bei den Tampa Bay Buccaneers bewies Glazer ein gutes Händchen. Zwar zahlte er 1995 die damalige Rekordsumme von 192 Millionen Dollar für den Klub, der als einer der größten Verlierer im US-Sport galt. Doch innerhalb weniger Jahre wurde daraus ein Spitzenteam, das 2003 sogar den Super-Bowl-Sieg schaffte. Laut Wirtschaftsmagazin "Forbes" ist das Franchise nun 1,07 Milliarden Dollar wert - eine stolze Wertsteigerung in nicht einmal 20 Jahren.

Ähnlich lief es bei Manchester United ab. Ab 2003 begann Glazer Anteile an dem Klub zu kaufen. Für ihn lagen die Aktien unter Wert, auch als internationale Marke sah er Potenzial. Glazer fuhr die gleiche Strategie, mit der er schon sein Imperium aufgebaut hatte: Er versuchte, den Wert seines Investments so zu erhöhen, dass er einen Profit machen würde, auch wenn die Übernahme scheitern sollte. Zwei Jahre später war es dann doch so weit, für rund 800 Millionen Pfund übernahm Glazer United. Für die Finanzierung nahm er Kredite in Höhe von 575 Millionen Pfund auf, die Verbindlichkeiten wälzte er zur Hälfte auf den Klub ab.

Genau das ist der Grund für die Wut der Fans auf Glazer. Es wurde viel versucht, um den Investor aus dem Klub zu drängen. "Love United, hate Glazer", war das Motto ihrer Kampagne. Doch letztlich waren die Anhänger machtlos. Mittlerweile gilt ManUnited als einer der wertvollsten Fußballvereine der Welt, laut "Forbes" liegt der Wert bei 2,8 Milliarden Dollar.

Für Glazer und seine Familie ist es ein lukrativer Deal. Angeblich fließt die Hälfte des Gewinns in ihre Taschen, 2012 sollen es 89 Millionen Dollar gewesen sein. Das schwächt aber die Wirtschaftskraft des Vereins, der früher als einer der stabilsten und zahlungskräftigsten der Welt galt. In den vergangenen Jahren ging es für ManUnited eher abwärts, trotz der Meisterschaft 2013. Denn wirkliche Verstärkungen gab es abseits von Robin van Persie nicht, der Kader gilt als überaltert.

Bezeichnenderweise lief es bei den Buccaneers ähnlich. Seit dem Titelgewinn kam das Team nur noch zweimal in die Playoffs, von Erfolgen ist der Klub weit entfernt. Allerdings ist auch der Profit deutlich zurückgegangen. Und das ist etwas, was die Glazers wirklich stört.