Rassistische Vorfälle bei Manchesterderby Tatverdächtiger vorläufig festgenommen

Während des Premier-League-Duells zwischen Manchester City und Manchester United wurden Spieler rassistisch beleidigt. Ein Tatverdächtiger wurde nun identifiziert, die Klubs reagierten deutlich.
Uniteds Mittelfeldspieler Fred, nachdem er mit Gegenständen beworfen wurde

Uniteds Mittelfeldspieler Fred, nachdem er mit Gegenständen beworfen wurde

Foto: Getty Images/Laurence Griffiths

Nachdem es im Manchesterderby zwischen United und City zu rassistischen Beleidigungen gegenüber United-Spielern gekommen war, ist ein 41-jähriger Fan identifiziert und wegen des Verdachts auf "rassistisch motivierte Störung der öffentlichen Ordnung" vorläufig festgenommen worden. Der Verdächtige wird befragt. Das teilte die Polizei in Manchester mit.  

Der brasilianische Mittelfeldspieler Fred wurde während des Spiels von einem Gegenstand getroffen, als er einen Eckball für die Gäste ausführen wollte (67.). Zudem wurden er und Jesse Lingard von einem City-Fan mit rassistischen Gesten beleidigt. Diese waren auf TV-Bildern und Videos in den sozialen Netzwerken zu sehen. Ein Mann imitierte dort anscheinend eine Affen-Geste.

"Rassismus jeglicher Art hat keinen Platz im Fußball oder in der Gesellschaft. Ich hoffe, die Verhaftung zeigt, dass wir das Thema sehr ernst nehmen", wird Superintendent Chris Hall in der Mitteilung der Polizei zitiert. Er dankte der Öffentlichkeit für die Unterstützung.

Der englische Fußballmeister Manchester City hatte in einem Statement  mit deutlichen Strafmaßnahmen gedroht. Der Klub verfolge bei derartigen Vorfällen eine Null-Toleranz-Politik und hatte angekündigt, die Vorkommnisse aufzuarbeiten und mit der Polizei zu kooperieren. "Wer wegen rassistischer Vorfälle schuldig gesprochen ist, wird lebenslang aus diesem Klub ausgesperrt", sagte Trainer Pep Guardiola.

United-Coach Ole Gunnar Solskjaer unterstützt das Vorgehen. "Der Vorfall wurde von Kameras aufgenommen, und er sollte nie mehr Zutritt zu seinem Stadion erhalten. Das Verhalten ist inakzeptabel", sagte er, nachdem er das Video gesehen hatte. "Es ist nicht der Fehler von City, es ist sein Fehler", wird Solskjaer unter anderem in der britischen Zeitung "The Guardian"  zitiert.

ngo/dpa/rtr