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21. August 2007, 11:06 Uhr

Manipulations-Vorwurf

DFB ermittelt gegen Kölns Trainer Daum

Ein Tor kassiert, selbst eines erzielt, das aber nicht gegeben wurde: Nach der Niederlage im Zweitliga-Spiel gegen Aachen witterte Christoph Daum eine Verschwörung. "Das war eine bewusste Entscheidung gegen den 1. FC Köln", schimpfte der Coach. Nun ermittelt der DFB gegen den Trainer.

Hamburg - Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Daum zu einer zeitnahen schriftlichen Stellungnahme zu seinen Äußerungen nach dem Punktspiel gestern Abend gegen Alemannia Aachen aufgefordert.

Trainer Daum: Schiedsrichter im Visier
Getty Images

Trainer Daum: Schiedsrichter im Visier

Die Kölner hatten die Partie 0:1 verloren, und Daum wetterte anschließend in einem TV-Interview mit dem DSF mit hochrotem Kopf und starrem Blick gegen Schiedsrichter Florian Meyer und den DFB. Dem Unparteiischen unterstellte er Spielmanipulation. Meyer hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit ein Tor von Adil Chihi wegen vermeintlicher Abseitsposition nicht anerkannt - ein Fehler, wie TV-Bilder zeigen.

"Das war eine bewusste Entscheidung gegen den 1. FC Köln", echauffierte sich Daum nach der Partie, "die Schiedsrichter greifen immer mehr spielentscheidend ein. Sie sind keine Spielleiter mehr, sondern Spielentscheider. Zum x-ten Mal wurde uns nun schon beim FC ein klares Tor aberkannt. Solange ich beim 1. FC Köln bin, fallen die meisten Entscheidungen gegen uns. Das werde ich nicht mehr hinnehmen. Ich möchte zukünftig fair behandelt werden."

Erst einmal richtig in Rage gekommen unterstellte Daum gleich der ganzen deutschen Schiedsrichter-Gilde, Kölner Spiele zu manipulieren. "Ich bin nicht für Schiedsrichter-Lehrgänge zuständig, aber es war nicht das erste Mal, dass ein Schiedsrichter nach dem Spiel kommt und sich bei uns entschuldigt. Getreu nach dem Motto: Beim FC ist das nicht so schlimm. Die haben viel Geld, denen geht es gut", schimpfte Daum weiter und hofft, dass "dies weitere Diskussionen nach sich zieht".

Manager Michael Meier unterstützte den Trainer: "Es ist inzwischen offensichtlich geworden. Christoph Daum nennt nur Fakten. In der vergangenen Rückserie sind uns auf jeden Fall drei, vier Tore aberkannt worden. Es liegt nicht immer nur daran, dass wir falsch eingekauft haben."

Die Aufregung der Kölner Verantwortlichen konnte Nationalspieler Patrick Helmes indes nicht ganz teilen. "Der Schiedsrichter hat so entschieden. Jetzt haben wir nicht einen sondern keinen Punkt", sagte der Stürmer, der morgen mit der deutschen Nationalmannschaft im neuen Wembleystadion gegen England antritt. Den entscheidenden Treffer in der Partie der Kölner gegen Aachen hatte ausgerechnet der frühere FC-Angreifer Marius Ebbers in der 23. Minute das 1:0 erzielt und seinem Trainer Guido Buchwald und der Mannschaft damit den ersten Erfolg der Saison beschert.

mt/sid

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