Manipulationsskandal im Fußball DFB sperrt vier Wettsünder

Der Deutsche Fußball-Bund hat erste Sperren in Folge des Wettskandals ausgesprochen. Vier Spieler wurden wegen unsportlichen Verhaltens bestraft. Einer der Verurteilten hat seine Fußball-Karriere bereits beendet.
Wettskandal: Die ersten Sperren sind verhängt

Wettskandal: Die ersten Sperren sind verhängt

Foto: ddp

Hamburg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat im Zuge des Wettskandals vier Spieler für sechs, acht und 14 Monate "wegen unsportlichen Verhaltens" gesperrt. Bei Tim Hagedorn, ehemaliger Spieler des Regionalligisten SC Verl, läuft die Halbjahresstrafe nach DFB-Angaben vom Dienstag in diesen Tagen bereits ab. Hagedorn-Anwalt Andree Kruphölter bestätigte am Dienstag diesen Sachverhalt, den auch das Fachmagazin "kicker" meldete. Der Spieler war bereits im November suspendiert worden und dies auf die Dauer der Sperre angerechnet.

Außerdem müssen drei Nachwuchs-Fußballer von Arminia Bielefeld wegen Manipulationsverabredungen für sechs, acht und 14 Monate zwangsweise pausieren. Die Namen der Betroffenen nannte der DFB wegen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Hagedorn sei vom DFB-Sportgericht auf Antrag des Kontrollausschusses verurteilt worden, weil "er den Anschein einer Manipulationszusage gegenüber seinem damaligen Mitspieler Patrick Neumann erweckt" hatte. Das gegen Neumann eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde ausgesetzt, weil er aktuell keinem Verein im Bereich des DFB angehört. Es wird fortgesetzt, sobald er wieder Mitglied eines Vereins wird.

Den Bielefelder Junioren-Spielern konnten nach DFB-Angaben "tatsächliche Manipulationshandlungen" nicht nachgewiesen werden.

Fußball "nur noch als Hobby"

Der DFB-Kontrollausschuss führte in den vergangenen Monaten zahlreiche Vernehmungen von weiteren beschuldigten Spielern und Zeugen durch. Der Abschluss dieser Verfahren hängt jedoch unter anderem von den weiteren Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft Bochum ab, erklärte der DFB.

Nach "kicker"-Informationen war Hagedorn gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, für 1000 Euro eine Partie absichtlich zu verlieren. Der Verein hatte ihn und seinen Mitspieler Neumann suspendiert. Neumann hatte nach Angaben seines Anwalts zugegeben, 500 Euro für manipulierte Spiele angenommen zu haben.

Wie Hagedorns Rechtsbeistand Kruphölter erklärte, will sein Mandant wieder Fußball spielen, "aber nur als Hobby". Als Beruf wolle der 24-Jährige den Sport nicht mehr ausüben.

aha/dpa
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