Manipulationsskandal in Italien Freispruch als WM-Prämie

Der italienische Parlamentarier und Juventus-Fan Maurizio Paniz sorgt mit einem außergewöhnlichen Vorschlag für Aufsehen.  Er hat ganz eigene Vorstellungen, wie mit den Beteiligten des Manipulationsskandals umgegangen werden soll - wenn Italien Weltmeister wird.


Rom - Paniz, Abgeordneter der "Forza Italia", der Partei unter der Kontrolle des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi, hat eine Amnestie für alle Angeklagte des Skandals in Italien gefordert. "Sollten wir die WM gewinnen, müssen wir eine Amnestie im Fußball überlegen", sagte der Präsident des Juventus-Fanclubs im römischen Parlament und löste damit hitzige Reaktionen aus.

Angeklagter Schiedsrichter De Santis: Amnestie durch WM-Titel?
EPA/DPA

Angeklagter Schiedsrichter De Santis: Amnestie durch WM-Titel?

"Ich bin auch Juve-Fan. Doch ich hoffe, dass der Club streng bestraft wird, sollten die Schiedsrichterabsprachen bestätigt werden", sagte der Senator der rechtspopulistischen Oppositionspartei, Piergiorgio Stiffoni.

Auch Paolo Cento, Sprecher der Grünen, warnte: "Der Fußball braucht strenge Strafen, um wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen." Wegen der möglichen Manipulation der Meisterschaft 2004/2005 droht Rekordmeister Juventus Turin der Zwangsabstieg aus der Serie A. Zahlreiche Clubchefs, Schiedsrichter und Spieler sind in die Affäre verwickelt.

Unter anderem hatte der für die WM vorgesehen Referee Massimo De Santis zugegeben, Spiele verschoben zu haben und wurde deswegen von der Endrunde in Deutschland ausgeschlossen.

guv/sid



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