Maradonas 50. Geburtstag Hand Gottes in Hamburg

Kein Fußballer verkörpert Genie und Wahnsinn so wie Diego Maradona - nun feiert der argentinische Nationalheilige seinen 50. Geburtstag. Buchautor Ben Redelings gratuliert mit zwei Anekdoten: Wie sich der Ballzauberer einen Kleinkrieg mit Udo Lattek lieferte. Und wie er fast beim HSV gelandet wäre.

AP

Die "Hand Gottes", Traumtore und ein WM-Titel für Argentinien 1986 - Diego Armando Maradona hat auf dem Fußballplatz gezaubert wie kaum ein Spieler vor oder nach ihm. In seiner südamerikanischen Heimat wird er verehrt wie ein Heiliger. Nun feiert der ehemalige Mittelfeldspieler seinen 50. Geburtstag.

"Diego bietet den Argentiniern einen Ausweg aus ihrer kollektiven Frustration, und deshalb ist er zu einem lebenden Mythos geworden", fasst der ehemalige Nationalmannschaftskollege Jorge Valdano den Heldenstatus der legendären Nummer zehn zusammen.

Dabei hatten Alkohol- und Drogenexzesse, gesundheitliche Probleme und schlechte Gesellschaft während und vor allem nach Maradonas aktiver Karriere durchaus Grund zur Sorge um den 1,65 Meter kleinen Ballkünstler geboten.

Die Anekdoten um Maradona sind ungezählt, zum runden Geburtstag präsentiert SPIEGEL ONLINE zwei Highlights aus dem Buch "Halbzeitpause" von Autor Ben Redelings. Wie ein windiger Geschäftsmann den Superstar mit einem aberwitzigen Konzept zum Hamburger SV locken wollte. Und wie der streitbare Spielmacher eine bittere Fehde mit Barcelona-Trainer Udo Lattek eskalieren ließ.



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Haio Forler 30.10.2010
1. .
Zitat von sysopKein Fußballer verkörpert Genie und Wahnsinn so wie Diego Maradona - nun feiert der argentinische Nationalheilige seinen 50. Geburtstag. Buchautor Ben Redelings gratuliert mit zwei Anekdoten:*Wie sich der Ballzauberer einen Kleinkrieg mit Udo Lattek lieferte. Und wie er fast beim HSV gelandet wäre. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,725879,00.html
Schade, dass er sich selbst "abstieg". Viel Genie vertan. Ich stelle mir vor, dass ein begnadeter Fußballer wie Maradona die Bodenständigkeit eines Matthäus, eines Pélé oder eines Michael Schumacher gehabt hätte - auf diesem Niveau hätte er noch fast 7 Jahre spielen können. Maradona brauchte die Aufmerksamkeit und das Gehätschel der Zuschauer, und zwar in einem extremen Masse, wie man es von einem Jugendlichen erwarten würde. Er war nun wirklich bevorzugt; aber vielleicht war es genau dies, was ihn hinterher nur noch zu einem Clown werden liess, der meinte, respektlos über jeden und allem herziehen zu können, so dass es selbst denen peinlich war, die ihn immer protegierten. Diese Sucht, immer im wärmsten Licht zu stehen und das fast schön rührend-lächerliche Selbstverständnis, dies auch zu jedem Zeitpunkt kompromisslos verdient zu haben, machte ihn letztlich doch recht unsympathisch, wen man nicht mehr Verständnis für ein kleines Kind aufbringen wollte. Ich erinnere mich da an die Pressekonferenz mit Thomas Müller anläßlich der WM. Peinlich. Aber gut, spätestens beim 1:0 von Müller kannte er den Spieler ja.
un-Diplomat 30.10.2010
2. krank...
Zitat von Haio ForlerSchade, dass er sich selbst "abstieg". Viel Genie vertan. Ich stelle mir vor, dass ein begnadeter Fußballer wie Maradona die Bodenständigkeit eines Matthäus, eines Pélé oder eines Michael Schumacher gehabt hätte - auf diesem Niveau hätte er noch fast 7 Jahre spielen können. Maradona brauchte die Aufmerksamkeit und das Gehätschel der Zuschauer, und zwar in einem extremen Masse, wie man es von einem Jugendlichen erwarten würde. Er war nun wirklich bevorzugt; aber vielleicht war es genau dies, was ihn hinterher nur noch zu einem Clown werden liess, der meinte, respektlos über jeden und allem herziehen zu können, so dass es selbst denen peinlich war, die ihn immer protegierten. Diese Sucht, immer im wärmsten Licht zu stehen und das fast schön rührend-lächerliche Selbstverständnis, dies auch zu jedem Zeitpunkt kompromisslos verdient zu haben, machte ihn letztlich doch recht unsympathisch, wen man nicht mehr Verständnis für ein kleines Kind aufbringen wollte. Ich erinnere mich da an die Pressekonferenz mit Thomas Müller anläßlich der WM. Peinlich. Aber gut, spätestens beim 1:0 von Müller kannte er den Spieler ja.
Für Kinder und Kranke sollte man immer Verständnis aufbringen. Für die ebenso kranken Medien (incl. SPON) auch...
daskleinezahnrad 30.10.2010
3. herrlich
Zitat von Haio ForlerSchade, dass er sich selbst "abstieg". Viel Genie vertan. Ich stelle mir vor, dass ein begnadeter Fußballer wie Maradona die Bodenständigkeit eines Matthäus, eines Pélé oder eines Michael Schumacher gehabt hätte - auf diesem Niveau hätte er noch fast 7 Jahre spielen können. Maradona brauchte die Aufmerksamkeit und das Gehätschel der Zuschauer, und zwar in einem extremen Masse, wie man es von einem Jugendlichen erwarten würde. Er war nun wirklich bevorzugt; aber vielleicht war es genau dies, was ihn hinterher nur noch zu einem Clown werden liess, der meinte, respektlos über jeden und allem herziehen zu können, so dass es selbst denen peinlich war, die ihn immer protegierten. Diese Sucht, immer im wärmsten Licht zu stehen und das fast schön rührend-lächerliche Selbstverständnis, dies auch zu jedem Zeitpunkt kompromisslos verdient zu haben, machte ihn letztlich doch recht unsympathisch, wen man nicht mehr Verständnis für ein kleines Kind aufbringen wollte. Ich erinnere mich da an die Pressekonferenz mit Thomas Müller anläßlich der WM. Peinlich. Aber gut, spätestens beim 1:0 von Müller kannte er den Spieler ja.
Ich finde es immer wahnsinnig belustigend, wie die Deutschen Fußballfans andere als arrogant titulieren und einen auf "wir sind ja so objektiv" machen. Um dann genauso sprachlich, oder körperlich zu entgleisen! Das regt so auf, diese typische Überheblichkeit! Ich erinnere mich noch, wie laut wir in unserem Fußballclub lachten, als irgend ein Rethy-Typ (oder war es Rethy selbst?) tatsächlich was von "Özil der deutsche Messi" faselte. Von selbstvergebenen Titeln wie "Weltmeister der Herzen" oder ähnlichen Neidbekundungen ganz zu schweigen. Und hier im Bericht wieder: "Was verbindet den großen Jens Lehmann mit dem vielleicht noch eine Spur größeren Diego Maradona" Nein, lieber Schreiber, nix mit "vielleicht" und auch nicht "eine Spur". Da liegen einige Welten dazwischen! Blinder Patriotismus in aller Ehre - und ich weiß als Argentinier eine Menge darüber ;-) - aber wenn man sich schon so hanebüchen selbstüberschätzt, dann darf man auch nicht Contenance von anderen erwarten oder gar fordern.
Haio Forler 30.10.2010
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Zitat von daskleinezahnradIch finde es immer wahnsinnig belustigend, wie die Deutschen Fußballfans andere als arrogant titulieren und einen auf "wir sind ja so objektiv" machen. Um dann genauso sprachlich, oder körperlich zu entgleisen! Das regt so auf, diese typische Überheblichkeit! Ich erinnere mich noch, wie laut wir in unserem Fußballclub lachten, als irgend ein Rethy-Typ (oder war es Rethy selbst?) tatsächlich was von "Özil der deutsche Messi" faselte. Von selbstvergebenen Titeln wie "Weltmeister der Herzen" oder ähnlichen Neidbekundungen ganz zu schweigen. Und hier im Bericht wieder: "Was verbindet den großen Jens Lehmann mit dem vielleicht noch eine Spur größeren Diego Maradona" Nein, lieber Schreiber, nix mit "vielleicht" und auch nicht "eine Spur". Da liegen einige Welten dazwischen! Blinder Patriotismus in aller Ehre - und ich weiß als Argentinier eine Menge darüber ;-) - aber wenn man sich schon so hanebüchen selbstüberschätzt, dann darf man auch nicht Contenance von anderen erwarten oder gar fordern.
Wen meinen Sie ? Der Lehmann-Vergleich sehe ich ironisch, das KANN kein Redakteur ernst meinen. Vermutlich geschuldet dem Vergleich des Verhaltens beider. Bedauerlich aber, dass Maradona soviel verschenkt hat.
Haio Forler 30.10.2010
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Zitat von daskleinezahnradIch finde es immer wahnsinnig belustigend, wie die Deutschen Fußballfans andere als arrogant titulieren und einen auf "wir sind ja so objektiv" machen. Um dann genauso sprachlich, oder körperlich zu entgleisen! Das regt so auf, diese typische Überheblichkeit! Ich erinnere mich noch, wie laut wir in unserem Fußballclub lachten, als irgend ein Rethy-Typ (oder war es Rethy selbst?) tatsächlich was von "Özil der deutsche Messi" faselte. Von selbstvergebenen Titeln wie "Weltmeister der Herzen" oder ähnlichen Neidbekundungen ganz zu schweigen. Und hier im Bericht wieder: "Was verbindet den großen Jens Lehmann mit dem vielleicht noch eine Spur größeren Diego Maradona" Nein, lieber Schreiber, nix mit "vielleicht" und auch nicht "eine Spur". Da liegen einige Welten dazwischen! Blinder Patriotismus in aller Ehre - und ich weiß als Argentinier eine Menge darüber ;-) - aber wenn man sich schon so hanebüchen selbstüberschätzt, dann darf man auch nicht Contenance von anderen erwarten oder gar fordern.
Das macht ein jeder Fan eines jeden Landes. Nur: Maradona toppt sie alle, weil das geht schon bis zur Grenze der Lächerlichkeit ;) Hätte er gar nicht nötig.
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