Wilmots nicht mehr Irans Nationaltrainer "Der Fall liegt bei meinen Anwälten"

Marc Wilmots sollte Irans Fußballnationalmannschaft zur WM 2022 führen. Doch der Belgier ist nicht mehr Trainer des Teams. Warum? Dazu haben Wilmots und der Verband unterschiedliche Sichtweisen.

Marc Wilmots: "Wir sind in Verhandlungen"
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Marc Wilmots: "Wir sind in Verhandlungen"


Marc Wilmots und Irans Fußballverband haben ihre Zusammenarbeit beendet. Knapp sieben Monate nachdem der Belgier als neuer Nationaltrainer vorgestellt worden war, wurden offenbar die Konsequenzen aus einem Streit gezogen. Auf das Aus des Trainers haben beide Seiten aber unterschiedliche Sichtweisen.

Die Nachrichtenagentur Isna berichtete zunächst, Wilmots Vertrag sei nach einem Treffen in der Türkei mit dem iranischen Verbandspräsidenten Mehdi Tadsch einvernehmlich aufgelöst worden. Dem widersprach Wilmots. "Wir sind in Verhandlungen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden, nachdem der iranische Verband seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist und ich den Vertrag zu Recht beendet habe", schrieb er bei Twitter.

Probleme mit dem Gehalt

Bereits im vergangenen Monat hatte Wilmots angeblich eine Kündigung gefordert, da sein Gehalt nicht rechtzeitig überwiesen worden sei. "Der Fall liegt bei meinen Anwälten, ich werde mich nicht weiter äußern", schrieb er. Der iranische Verband gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Der 50-Jährige, früherer Profi beim FC Schalke 04, hatte im Mai einen Vertrag bis zur WM 2022 in Katar unterschrieben, aber schnell zwei Niederlagen in der WM-Qualifikation gegen Bahrain und Irak kassiert. Damit ist die Turnier-Teilnahme gefährdet.

Neuer Auswahlcoach soll dem Isna-Bericht zufolge der Kroate Branko Ivankovic werden. Der 65-Jährige, der von 1999 bis 2000 Hannover 96 trainiert hatte, war bereits zwischen 2003 und 2006 Irans Nationaltrainer und schaffte mit dem Land die Qualifikation für die WM 2006.

ptz/dpa



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der_rookie 05.12.2019
1. Hm
Wer auch immer den Trainerposten übernimmt sollte sich vorher von seiner Bank bestätigen lassen, dass sie Geld aus dem Iran annimmt. Das machen (US Sanktionen) quasi keine Banken. Sprich: Selbst wenn Iran ein Gehalt zahlen möchte kommt es in Europa selten an. Gleichzeitig ist es aber so, dass der Iran seine Devisenreserven zusammenhalten will und ein Sportverband gar nicht selber entscheiden kann Trainern deren Gehalt (in Devisen) zu bezahlen. Jede Devisenzahlung muss von staatlichen Stellen freigegeben werden. Und das kann dauern. Da ist es einfacher sich vor Ort in Safran bezahlen zu lassen und dies in Europa zu verkaufen
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