»Freude hatte ich dort nie« Schmelzer kritisiert Ex-Bundestrainer Löw und Atmosphäre in DFB-Elf

In einem Abschiedsinterview mit der vereinseigenen Seite spricht der frühere Nationalspieler und BVB-Profi Marcel Schmelzer über negative Erfahrungen mit der DFB-Auswahl. »Ich fühlte mich unwohl«, sagt der Verteidiger.
Marcel Schmelzer (l.), mit Bundestrainer Joachim Löw (2012)

Marcel Schmelzer (l.), mit Bundestrainer Joachim Löw (2012)

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Andreas Gebert/ dpa

Marcel Schmelzer hat in einem PR-Interview die Atmosphäre in der Fußballnationalmannschaft kritisiert und von mangelnder Wertschätzung durch Bundestrainer Joachim Löw gesprochen.

Auf die Frage der vereinseigenen BVB-Homepage , ob er mit Bauchschmerzen an seine Zeit in der Nationalmannschaft zurückdenke, sagte der 34-jährige Schmelzer: »Ja, absolut. Freude hatte ich dort nie.«

Anfangs habe das sicher auch an der Rivalität gelegen. »Da gab es schon Spannungen. Hinzu kam, dass Löw zweimal öffentlich sagte, dass er gezwungenermaßen mit mir arbeitete«, sagte Schmelzer.

2012 hatte der Bundestrainer gesagt: »Er hat gegen Österreich kein gutes Spiel gemacht. Viele Alternativen gibt es jetzt aber auch nicht, also müssen wir mit Marcel Schmelzer die nächsten zwei, drei, vier, fünf Monate weiterarbeiten.«

Von 2010 bis 2014 Nationalspieler – aber kein Weltmeister

In der U21-Auswahl, mit der der gebürtige Magdeburger Schmelzer 2009 Europameister geworden war, sei die Stimmung besser gewesen. »Vorher in der U21 – das war ein schönes Jahr unter Horst Hrubesch mit dem Gewinn der Europameisterschaft, das war mega, das hat Spaß gemacht«, sagte Schmelzer bvb.de.

Bei Borussia Dortmund habe er sich mit seinen Konkurrenten immer gut verstanden. »In der Nationalmannschaft wird dir auf eine andere Weise ›Hallo‹ von deinen Konkurrenten als von den übrigen Spielern gesagt; im Training wird auch anders agiert. Damit habe ich mich anfangs schwergetan. Ich fühlte mich unwohl«, sagte er.

Schmelzer war von 2010 bis 2014 Nationalspieler, wurde aber nicht für die Weltmeisterschaft in Brasilien berücksichtigt und verpasste so den Titelgewinn. Wegen einer langwierigen Knieverletzung hatte er im Mai sein Karriereende verkündet.

bka/dpa
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