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Verletzung im Schottland-Spiel Reus fehlt Dortmund vier Wochen

Bittere Diagnose für Marco Reus: Im Länderspiel gegen Schottland hat er sich einen Außenbandteilriss im linken Sprunggelenk zugezogen. Seinem Verein Borussia Dortmund wird der Mittelfeldstar erneut wochenlang fehlen.

Hamburg - Nationalspieler Marco Reus wird Borussia Dortmund etwa vier Wochen lang nicht zur Verfügung stehen. Die Verletzung, die der 25-Jährige in der Nachspielzeit des EM-Qualifikationsspiels der DFB-Auswahl gegen Schottland (2:1) im linken Sprunggelenk erlitten hat, stellte sich bei der Untersuchung am Montag als Außenbandteilriss und Dehnung der Fußwurzelbänder heraus.

Reus hatte die Blessur bei einem Foulspiel des Schotten Charlie Mulgrew erlitten und war minutenlang auf dem Rasen von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt behandelt worden, bevor er ausgewechselt wurde.

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Marco Reus: Verletzt in der Nachspielzeit

Foto: Dennis Grombkowski/ Bongarts/Getty Images

Es ist die zweite schwerere Verletzung von Reus in den vergangenen drei Monaten, nachdem er sich am 6. Juni im letzten Testspiel des Nationalteams vor der Abreise zur Weltmeisterschaft gegen Armenien (6:1) einen Teilriss der Syndesmose sowie einen knöchernen Bandausriss an der Fersenbeinvorderseite des linken Sprunggelenks zugezogen hatte. Das Turnier in Brasilien hatte er daraufhin verpasst.

Damals hatten die Mediziner eine dreimonatige Pause veranschlagt, doch Reus stand bereits im Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei den Stuttgarter Kickers (4:1) wieder in der Startformation.

"Es tut mit sehr leid für Marco. Er hatte sich gerade erst wieder herangekämpft und war auf einem guten Weg", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc und verhehlte nicht, dass der Ausfall auch für den Klub ein Tiefschlag ist. "Es ist für uns keine schöne Situation, da wir in den kommenden Wochen ein volles Programm haben."

Das Sprunggelenk bildet das Bindeglied zwischen Fuß- und Unterschenkelknochen. Es besteht aus einem oberen und unteren Teil, die von Bändern zusammengehalten und stabilisiert werden. Das Außenband, das bei Reus angerissen ist, zählt zu den verletzungsanfälligsten Teilen des Sprunggelenks. Es wird überdehnt, wenn der nach unten überstreckte Fuß nach innen gedreht wird. Je nachdem, welche Kraft dabei auf das Band einwirkt, kann es auch teilweise oder komplett reißen. Bei Reuß sind außerdem die Bänder betroffen, die an der Fußwurzel ansetzen.

Die Therapie solcher Sprunggelenksverletzungen fordert vor allem eins: Geduld. Operiert wird in der Regel nur, wenn das Fußgelenk durch einen Bänderriss instabil ist. Anrisse und Überdehnungen, wie sie Reus erlitten hat, kann der Körper meistens selbst heilen. Dafür benötigt der Fuß allerdings Ruhe, der Sportler muss pausieren, erhält in der Regel einen stabilisierenden Verband oder eine Schiene. Er kann die Verletzung kühlen und sollte sein Bein hochlagern.

chp/irb/dpa