Mario Götze und Marco Reus Dortmunds Meister-Argumente

Dortmund fehlte zuletzt das Selbstverständnis der Hinrunde. Dass der BVB trotzdem im Titelrennen ist, liegt vor allen an Marco Reus und Mario Götze. Pünktlich zum Saisonfinale ist das Duo in Topform.

Mario Götz (links) und Marco Reus
Leon Kuegeler / REUTERS

Mario Götz (links) und Marco Reus

Aus Freiburg berichtet Philipp Winterhalter


In der Interviewzone des Freiburger Stadions gab es am Ostersonntag Merkwürdiges zu beobachten. Während die Spieler auf der einen Seite Wunderdinge über den Fußball der Mannschaft berichteten, die gerade 4:0 gewonnen hatte, taten die Spieler auf der anderen Seite so, als sei gar nichts Besonderes passiert.

Allerdings waren es die Freiburger Profis, die Präzision, technische Finesse und Effizienz von Borussia Dortmund lobten, während die beiden wichtigsten Spieler auf dem Platz - Mario Götze und Marco Reus - ihr eigenes Licht unter den Scheffel stellten.

"Wir tun gut daran, bis zum Ende der Saison Gas zu geben, alles andere können wir eh nicht beeinflussen", sagte Götze, der viel rochiert war und eine Übersicht und Passsicherheit an den Tag gelegt hatte, wie sonst nur ein anderer Akteur: Kollege Reus. Der äußerte sich dann im Vergleich zu Götze auch geradezu euphorisch und freute sich über sein "erstes Tor als Vater".

Dabei hätte es für die beiden Nationalspieler Grund genug gegeben, etwas weniger bescheiden aufzutreten. Denn immer dann, wenn Götze und Reus das Tempo anzogen, fielen Tore für den BVB. Beim ersten hebelten die beiden im Zusammenspiel mit Raphaël Guerreiro in Sekundenbruchteilen die Freiburger Hintermannschaft aus, ehe Jadon Sancho den Fuß hinhielt.

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Freiburgs Innenverteidiger Dominique Heintz fuhr daraufhin Rechtsverteidiger Pascal Stenzel an, der sich schuldbewusst gab. Doch in Wahrheit war das Tempo der Dortmunder Offensivaktion für die gesamte Freiburger Hintermannschaft zu hoch. Beim zweiten Treffer legte Guerreiro nach schneller Ballstafette für Reus vor, beim dritten servierte Reus für Götze. Der vierte war ein verwandelter Elfmeter von Paco Alcácer.

Dass Dortmund nach diesem Spieltag im Meisterschaftsrennen ist, liegt also vor allem an der Offensivpower der Borussen. Und daran, dass mit Reus und Götze zwei der wichtigsten Dortmunder Spieler überhaupt in der wichtigsten Saisonphase in Topform sind.

Das überdeckte dann auch eine Beobachtung, die Trainer Lucien Favre thematisierte: Im Gegensatz zu den Bayern, die zuletzt souverän ihre Spiele gewannen, fehlte beim BVB genau diese Abgeklärtheit. Selbst wenn man das 0:5 in München als kollektiven Blackout aus der Wertung nimmt, gab es sowohl beim 2:1 in Mainz als auch in Freiburg Phasen, in denen der BVB unter Druck stand und die Spielkontrolle abgab. In Freiburg war es die Periode nach dem Führungstreffer, in der der SC binnen sechs Minuten drei Chancen hatte. "Wenn Freiburg da das 1:1 macht", sagte Favre, "ändert sich das ganze Spiel."

Favre fand dann auch, dass das Ergebnis deutlich zu hoch ausgefallen war. Und hatte damit, gemessen an den Spielanteilen, recht. An der individuellen Überlegenheit seiner Elf änderte das allerdings nicht, die war mit dem Vier-Tore-Unterschied angemessen wiedergegeben. "Wenn es Räume gibt, haben sie extreme Passgenauigkeit und Tempo", sagte SC-Trainer Christian Streich.

Reus legt Götze erstmals einen BVB-Treffer auf

Umso mehr Gesprächsstoff bot dann auch der dritte Treffer des BVB, der eine perfekte Co-Produktion der beiden besten Dortmunder war. Schließlich war es das erste Mal, dass Reus Kumpel Götze ein Tor für Dortmund aufgelegt hat. "Darüber müssen wir reden, das geht gar nicht", sagte Götze später.

Auch Reus gab glaubwürdig zu Protokoll, dass ihm diese Unterlassungssünde bislang gar nicht bewusst gewesen war: "Keine Ahnung woran das liegt. Wir haben auch schon darüber gesprochen und konnten es gar nicht glauben, weil wir bisher noch gar nicht darüber nachgedacht haben." Sprach's und verschwand gen Mannschaftsbus. Zuvor versicherte er aber noch, dass das Team "dem Busfahrer vertraut". Tags zuvor hatte der beim Versuch, vorm Hotel einzuparken, das Gefährt ins Bächle gesetzt. Es blieb das einzige Negativerlebnis eines aus Dortmunder Sicht gelungenen Osterausflugs.



insgesamt 19 Beiträge
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hpampel 21.04.2019
1. Pünktlich in Topform?
Interessant. Ich habe vermutet, der Showdown hätte bereits beim Auswärtsspiel des BvB bei den Bayern begonnen. Da habe ich mich wohl geirrt.
mbu66 21.04.2019
2.
Blabla... Aus eigener Kraft kann Dortmund nur noch Vize-Meister werden.
tucson58 21.04.2019
3. Der Kampf um den Titel bleibt spannend
So einen spannend Fight um den Titel gab es schon lange nicht mehr ....einfach super Als Bayernfan hoffe ich natürlich das wir die Nase vorne haben ....aber 1 Punkt ist auch mal schnell verspielt ....Ich hoffe, das der Meister erst am letzten Spieltag feststeht .....
briancornway 22.04.2019
4. Kurz vor Sieben
Zitat von tucson58So einen spannend Fight um den Titel gab es schon lange nicht mehr ....einfach super Als Bayernfan hoffe ich natürlich das wir die Nase vorne haben ....aber 1 Punkt ist auch mal schnell verspielt ....Ich hoffe, das der Meister erst am letzten Spieltag feststeht .....
Soo spannend finde ich es nicht mehr, mit Wetten auf die Bayern wird man wohl nicht mehr viel Gewinn machen können. Ich rechne mit insgesamt einem Patzer mehr auf BVB-Seite und der Meisterschaft am vorletzten Spieltag. Aber wenn der Zweite auch mal Erster würde, fände ich das immer noch aufregender.
stak74 22.04.2019
5. Süss
Da gewinnt der BVB gegen den 14ten und schon ist vergessen, dass sie die Meisterschaft In gleicher Höhe gegen den damals Tabellenzweiten erst vor zwei Wochen aus der Hand gaben.
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