Mario Götze "Unglaublich viele Missverständnisse"

In einem Interview hat Mario Götze über sein negatives Image gesprochen. Der Nationalspieler fühlt sich falsch verstanden, räumt aber auch eigene Fehler ein. Und zu Trainer Josep Guardiola stellt der Bayern-Profi etwas klar.

Nationalspieler Götze: "Das war alles ein bisschen viel"
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Nationalspieler Götze: "Das war alles ein bisschen viel"


Mario Götze hat in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" Fehler rund um seinen Wechsel zum FC Bayern 2013 eingeräumt. Der Nationalspieler fühlt sich aber auch oft falsch verstanden und betont, dass es mit Trainer Josep Guardiola "kein Problem" gegeben habe.

"Es gibt unglaublich viele Missverständnisse, die mit meiner Person zusammenhängen", sagt Götze, der beklagt, "wie schwer es für mich ist, mich öffentlich zu äußern". Seine Äußerung aus dem Sommer ("Es wird sich zeigen, ob der Trainer mehr mit mir spricht") sei aus dem Zusammenhang gerissen worden, so der Spieler. Er sei suggestiv genau danach gefragt worden, ob Guardiola "mehr mit ihm sprechen werde", und habe das lediglich abwartend beantwortet.

Seine Zurückhaltung gegenüber den Medien erklärt Götze generell damit, dass seine Aussagen oft falsch verstanden würden: "Eigentlich müsste man manchmal nach einem Interview gleich noch ein zweites Interview geben, um das erste Interview zu erklären, und dann müsste man vielleicht noch eines geben, um das zweite zu erklären."

Dass sein Image im Zusammenhang mit seinem Wechsel von Borussia Dortmund nach München für 37 Millionen Euro im Sommer 2013 Schaden genommen habe, erklärt Götze sich damit, dass er sich damals in Dortmund in einer schwierigen Situation befunden habe: "Ich war verletzt, total mit meinem Körper beschäftigt, und dann war ich traurig, als klar wurde, dass ich das Finale in London nicht spielen kann." In München sei es dann auch nicht einfach gewesen: "Ich wohne im Hotel, der Trainer ist neu, und, und, und. Das war alles ein bisschen viel." Daher habe er sich damals nicht öffentlich zu seinem Wechsel und den Beweggründen dafür geäußert.

Auch dass er damals bei der Vorstellungspressekonferenz mit einem T-Shirt seines Werbepartners Nike beim Adidas-Klub Bayern München aufgetreten war, erklärt Götze heute damit, mit anderen Dingen beschäftigt gewesen zu sein: "Und deswegen habe ich mir keine Gedanken gemacht, als mein Ausrüster mir das Shirt in die Hand gedrückt hat."

Seine Zukunft beim FC Bayern beschreibt der 23-Jährige professionell optimistisch: "Ich würde sehr gerne ein Gesicht des FC Bayern werden. Ich fühle mich sehr, sehr wohl hier, ich bin froh, Bayern-Spieler zu sein." Nie habe er daran gedacht, München zu verlassen.

rae

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DerBlicker 08.10.2015
1. ich verstehe das alles nicht
Götze hat uns zum WM Titel geschossen, dafür sollte ihm Fußball-Deutschland ewig dankbar sein, auch die BVB Fans. Vereinswechsel sind im Fußball nun einmal an der Tagesordnung, die Fans sollten sich endlich mal damit abfinden. Ich kann mich übrigens auch nicht daran erinnern, dass die BVB Fans, Vorstand die Hölle heiß gemacht haben, als dieser das BVB Urgestein Kevin Großkreutz eiskalt in die Türkei abgeschoben hat.
swandue 08.10.2015
2. Schade!
Wenn Du in München bleibst, dann wirst Du Dich später mal vielfacher Deutscher Meister nennen können, aber kaum jemand wird sich daran erinnern können, ob überhaupt und wenn ja, in welchem Jahr Du entscheidenden Anteil am Titelgewinn hattest (soweit man das bei 15 + X Punkten Vorsprung überhaupt sagen kann). Zur Legende hättest Du in Dortmund werden können.
Eppelein von Gailingen 08.10.2015
3. Und? Ihr Medien, was lernt man von Mario Götze?
Wie so oft, werden einzelne Sätze aus dem Interview aus dem Zusammenhang gerissen, die Antworten muss man dann falsch aufnehmen. Allgemein sollten sich einige Medienvertreter wirklich in ihrer Sensationsgier am Riemen reißen. Oder will man einzelnen Personen vorsätzlich die Karriere mit Hürden pflastern. Nach so einer Befragung könnte man daraus schließen. Mario Götze ist ein sympathischer Spieler, der gut zu Bayern passt, und nach eigener Aussage gern ein Gesicht dieser Mannschaft sein möchte. Gesichter sind Lahm, Schweinsteiger war es, Müller sowieso. Neuerdings hat sich Boateng sehr positiv entwickelt. Was hat man Boateng als einen Fehleinkauf verrissen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Götze wird sich durchbeißen in der Mannschaft, er bekommt schon noch das Bayern-Gesicht. Mancher Journalist sollte eingestehen, wenn er einmal Mist gebaut hat. Merke: "Das gesagte Wort ist wie der abgeschossene Pfeil, nicht mehr zurück nehmbar".
Goldwin 08.10.2015
4.
Zitat von DerBlickerGötze hat uns zum WM Titel geschossen, dafür sollte ihm Fußball-Deutschland ewig dankbar sein, auch die BVB Fans. Vereinswechsel sind im Fußball nun einmal an der Tagesordnung, die Fans sollten sich endlich mal damit abfinden. Ich kann mich übrigens auch nicht daran erinnern, dass die BVB Fans, Vorstand die Hölle heiß gemacht haben, als dieser das BVB Urgestein Kevin Großkreutz eiskalt in die Türkei abgeschoben hat.
Ich bin zwar nicht direkt angesprochen (bin weder BVB noch Bayern-Fan) aber zu dem Thema würde ich schon gerne was sage: Ich glaube kein (oder nur wenige) BVB-Fan hätte es Götze übel genommen wenn er wie z.B. Lewandowski mit offen Karten gespielt hätte. Mario Götze hat sich hingestellt und dem BVB ewige Treue geschworen, obwohl da schon die Austiegsklausel im vertrag verhandelt war. DAS nimmt man ihm in Dortmund übel. Hätte er gleich gesagt, dass er sich z.B. in Dortmund wohl fühle er aber wenn ein anderer Verein anklopft nicht abgeneigt wäre, dann wäre das ok gewesen. So hat er mit den Sympathien der Dortmunder gespielt... Und NEIN, das hat nix mit "das ist halt im modernen Fußball so" zu tun
Greg84 08.10.2015
5.
Zitat von swandueWenn Du in München bleibst, dann wirst Du Dich später mal vielfacher Deutscher Meister nennen können, aber kaum jemand wird sich daran erinnern können, ob überhaupt und wenn ja, in welchem Jahr Du entscheidenden Anteil am Titelgewinn hattest (soweit man das bei 15 + X Punkten Vorsprung überhaupt sagen kann). Zur Legende hättest Du in Dortmund werden können.
Also bitte, das ist doch Blödsinn. In München hat man noch keinen Spieler vergessen und wieso sollte man das tun? Man wird auch keinen Scholl, Kahn, Fink, Effenberg, Matthäus und wie sie alle heißen vergessen. Wieso sollte das auch so sein? Bei Götze wird sich jeder Bayernfan schon deswegen an ihn erinnern, weil er 2014 das entscheidende Tor im WM- Finale geschossen hat. Zugegeben geht es mir bei Spielern anderer Vereine anders. Ich wüsste spontan nicht mal, bei wem Andreas Brehme 1990 gespielt hat, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ansonsten klingt Götze für mich glaubwürdig und bestätigt das, was Hummels gestern auch gesagt hat: in Interviews wird herausgerissen, was die Medien möchten um irgendwelche Konflikte zu erzeugen. Da wird auch entsprechend suggestiv gefragt aber von der Frage an sich steht in den Berichten wenig bis gar nichts.
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