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18. August 2016, 07:04 Uhr

Gomez-Wechsel nach Wolfsburg

Der Markenbotschafter

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Mario Gomez kehrt in die Bundesliga zurück. Der Nationalspieler wechselt zum VfL Wolfsburg. Mit seiner Verpflichtung sendet der Klub ein Signal.

Vor ein paar Jahren galt Patrick Helmes als Deutschlands große Mittelstürmer-Hoffnung, ein Angreifer alter Prägung, stark im Strafraum, mit einem gewissen Instinkt dafür, wo er zu stehen hat, um den Ball ins Tor zu schießen. Helmes war Nationalspieler, ein Knipser, er hatte für Köln und Leverkusen fast 60 Tore geschossen.

Helmes galt als perfekte Option für den VfL Wolfsburg, der ihn 2011 verpflichtete. Aber er kam nicht zurecht mit dem Klub, mit dem Trainer, er war wiederholt verletzt. Als er Wolfsburg zwei Jahre später verließ, waren alle großen Hoffnungen zerstoben.

Die Versuchung ist groß, zwischen Helmes und Mario Gomez Parallelen zu ziehen. Beide sind ähnliche Spielertypen, beide hatten damit zu kämpfen, dass der Bundestrainer Mittelstürmer klassischer Prägung über Jahre wenig wertgeschätzt hat. Beide hatten mit Verletzungen und Formschwankungen zu kämpfen. Und auch Gomez ist letztlich beim VfL Wolfsburg gelandet.

Gomez ist der Hoffnungsträger für den Verein

Gomez hat allerdings gute Aussichten, dass sich die Dinge anders entwickeln als bei Helmes, der irgendwann von Trainer Felix Magath zu Einzelläufen entlang des Mittellandkanals verdonnert wurde. Gomez ist so etwas wie die große Hoffnung für den VfL, der ein fürchterliches Jahr hinter sich hat, der vom Vizemeister und Pokalsieger ins Niemandsland der Bundesliga abgestürzt ist, der die VW-Affäre zu verarbeiten hat und dem die Spielerprominenz reihenweise von der Fahne geht.

Gomez ist das Signal, das der VfL aussendet: Wir sind noch da, wir können es uns nach wie vor erlauben, Spieler zu verpflichten, die auch von anderen Vereinen umworben sind. Dass Wolfsburg für den 31-Jährigen allerdings nur sieben Millionen Euro auszugeben hat, macht auch deutlich, dass der Verein es mittlerweile vorzieht, wieder extrem kostenbewusst einzukaufen. Gezwungenermaßen.

Gomez passe "perfekt zu dem Klub", hat Manager Klaus Allofs bei der Bekanntgabe des Transfers verkündet. Es ist etwas unklar, was er damit genau meint. Allofs hat in diesem Sommer sehr viel damit zu tun gehabt, entweder wechselwillige Spieler zu verkaufen oder wechselwillige Spieler zum Bleiben zu überreden - im Fall von Gomez' Nationalmannschaftskollegen Julian Draxler sogar zum Bleiben zu nötigen.

Nationalspieler hat eine Renaissance erfahren

Gomez hat sich dagegen freiwillig für Wolfsburg als Ort für seine Rückkehr in die Bundesliga entschieden. Wahrscheinlich ist es das, was Allofs sagen wollte. Es gibt noch Spieler, die gerne beim VfL spielen wollen. Gomez ist so eine Art Markenbotschafter für den VfL Wolfsburg.

Gomez hat bereits das geschafft, was dem VfL noch bevorsteht. Er hat eine erstaunliche Renaissance erfahren. Vor zwei Jahren war er einer, der als gestrig galt, als einer ohne große Zukunft, gerade in der Nationalmannschaft, nachdem Joachim Löw ihn vor der WM aus seinem Kader aussortiert hatte. Dass Löw damals sagte, Gomez habe jederzeit die Chance zurückzukommen, wurde eher als höfliche Floskel aufgenommen.

Bei der EM war er, der als aktueller Torschützenkönig der türkischen Süper Lig zum Turnier anreiste, dann plötzlich einer der Wichtigsten. Wo seine Nebenleute reihenweise Chancen vergaben, traf er. Als er sich im Viertelfinale gegen Italien verletzte und daher im Halbfinale gegen Frankreich nicht spielen konnte, wurden seine Fähigkeiten schmerzlich vermisst. Dass Deutschland gegen die Franzosen verloren hat, wurde auch an seinem Fehlen festgemacht. Das hätte sich noch ein Jahr zuvor niemand vorstellen können.

Gomez präsentierte sich bei der EM als gelassen, gereift, fast demütig, als einer, der mittlerweile gelernt hat, die Dinge des Fußballerlebens zu akzeptieren, auch wenn sie mal nicht nach Wunsch laufen. Es ist genau das, was er dem VfL Wolfsburg beibringen kann.

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