Mayer-Vorfelder "Skibbe und Bierhoff sollen Ruhe geben"

Die mögliche Rückkehr Berti Vogts' sorgt im DFB für Missstimmung. Während sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Manager Oliver Bierhoff für Vogts aussprechen, ist Nachwuchskoordinator Michael Skibbe gegen dessen Verpflichtung. DFB-Boss Gerhard Mayer-Vorfelder ruft die Streithähne nun zur Räson.


DFB-Chef Mayer-Vorfelder: "Gespräche nach dem Konföderationen-Pokal"
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DFB-Chef Mayer-Vorfelder: "Gespräche nach dem Konföderationen-Pokal"

Frage:

Herr Mayer-Vorfelder, obwohl momentan kein Länderspiel ansteht, ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in aller Munde. Wie gefällt Ihnen die Debatte zwischen Michael Skibbe und Oliver Bierhoff die Personalie Berti Vogts betreffend?

Mayer-Vorfelder: Ich appelliere dringend an beide, Ruhe zu geben und die öffentliche Diskussion einzustellen.

Frage: Würden Sie Vogts als Scout oder Technischen Direktor für die Nationalmannschaft verpflichten?

Mayer-Vorfelder: Für diese Personalfrage ist zunächst der Geschäftsführende Präsident des DFB zuständig. Wir werden uns nach dem Konföderationen-Pokal im Präsidium darüber unterhalten. Das wissen übrigens auch Bierhoff und Skibbe.

Frage: Wegen des Wettskandals musste für kommenden Donnerstag ein außerordentlicher DFB-Bundestag einberufen werden. Welche Entscheidungen erwarten Sie?

Mayer-Vorfelder: Es liegt ein Antrag vor, dass mit Saisonbeginn am 1. Juli keine Einsprüche gegen Spielwertungen aus der Vergangenheit mehr möglich sein sollen. Ich hoffe, dieser Antrag wird akzeptiert. Außerdem hoffe ich, dass kein Verein für eine Aussetzung des Abstiegs und eine damit verbundene Aufstockung der Ligen plädiert. Dann hätte die Wett-Mafia einen ihr nicht zustehenden Einfluss genommen. Da kann ich nur an die Solidarität innerhalb unseres Verbandes appellieren.

Frage: Sie waren gerade beim Uefa-Kongress in Tallinn. Ihre Amtszeit hat sich bis 2009 verlängert, der wahrscheinliche Präsidentschafts-Kandidat Franz Beckenbauer hat sich offiziell noch nicht erklärt. Aus jeder Nation darf nur eine Person im Exekutivkomitee sitzen - der Präsident ist automatisch Mitglied. Haben Beckenbauer oder der DFB mit Ihnen schon über die mögliche Konstellation geredet?

Mayer-Vorfelder: Wir haben uns in Tallinn am Rande des Kongresses kurz getroffen und die Dinge besprochen, die zu besprechen waren.

Frage: Würden Sie denn für einen Präsidenten Beckenbauer ihren Platz räumen?

Mayer-Vorfelder: Noch ist er kein Kandidat, noch hat der amtierende Präsident Lennart Johansson sich nicht zu seiner Zukunft geäußert, noch ist Beckenbauer nicht gewählt. Jedes Ding hat seine Zeit. Warten wir ab.

Das Interview führte Rainer Kalb, sid



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