Nach Ende der Kooperation DFL offenbar beunruhigt über Kölner China-Kritik

"Im Sport brauchen wir China nicht": Diese Äußerungen des Kölner Mitgliederratschefs sind bei der DFL wohl nicht auf Begeisterung gestoßen. Nach Medienberichten hat DFB-Boss Seifert dem FC seinen Unmut kundgetan.
DFL-Boss Christian Seifert liegt das Thema China am Herzen

DFL-Boss Christian Seifert liegt das Thema China am Herzen

Foto: Arne Dedert DPA

Die kritischen Aussagen des Mitgliederratschefs vom 1. FC Köln, Stefan Müller-Römer, zur Kooperation mit China haben nach Medienberichten den Unwillen der Deutschen Fußball-Liga erregt. Nach Darstellung des "Kölner Express" habe DFL-Boss Christian Seifert bei einem Gespräch mit FC-Präsident Werner Wolf die Äußerungen Müller-Römers deutlich getadelt. Offiziell hat sich die DFL zur Kritik aus Köln bisher nicht geäußert.

Der Chef des Mitgliederrates hatte dem "Kölner Stadtanzeiger" zuvor gesagt, in China "werden Menschenrechte in massiver Form missachtet". Dort werde "ein totaler Überwachungsstaat aufgebaut, wie ihn sich George Orwell nicht schlimmer hätte ausdenken können", so Müller-Römer. "Deswegen bin ich der Meinung, dass ein Verein wie der 1. FC Köln dort nicht aktiv sein sollte." Im Sport "brauchen wir China nicht".

Der FC hatte zuvor die Kooperation mit China für beendet erklärt, dies allerdings ausschließlich mit "dem Bündeln von Ressourcen und dem Setzen von Prioritäten" begründet. Der Verein hatte sich zudem von Müller-Römers Äußerungen distanziert und sie als "private Meinung" bezeichnet.

Der Stopp der Kooperation des 1. FC mit dem chinesischen Fußball hat für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) derweil keine Folgen. Der Verband verwies auf eine Grundlagenvereinbarung auf Staatsebene sowie auf Abkommen des DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit dem chinesischen Bildungsministerium und dem chinesischen Fußball-Verband (CFA).

"Die Zusammenarbeit zielt auf den Austausch zwischen beiden Ländern ab", schrieb der DFB. "Das heißt, die Partnerschaft besteht weiterhin. Der DFB steht dazu im ständigen Kontakt mit dem Auswärtigen Amt. In diesem Jahr beschränkte sich die Kooperation auf formellen und informellen Austausch." Ende 2016 hatten Vertreter der deutschen und der chinesischen Regierungen eine weitreichende Vereinbarung beider Länder zur Zusammenarbeit im Fußball getroffen.

aha/sid
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