Kritik an Löws Taktikchef Scholl bereut "Konsorten-Spruch" gegen Siegenthaler

Mehmet Scholl hat sich für seine Äußerungen über Taktikexperte Urs Siegenthaler entschuldigt - ab und an komme es eben zu "Gehirnschluckauf". An seiner Meinung hält er aber fest.
ARD-Experte Scholl (Archiv)

ARD-Experte Scholl (Archiv)

Foto: Maja Hitij/ dpa

Offenbar musste er erst ein paar Nächte darüber schlafen: ARD-Experte Mehmet Scholl hat sich für seinen "Konsorten-Spruch" gegen DFB-Chefscout Urs Siegenthaler entschuldigt. "Diesen flapsigen Spruch hätte ich mir schenken können", sagte der Ex-Nationalspieler kurz vor dem EM-Halbfinale zwischen Wales und Portugal: "Der war nicht angebracht."

Er schaue die Spiele der Nationalmannschaft "mit sehr viel Emotionen", sagte Scholl, da komme es ab und an zu "Gehirnschluckauf". Im Grundsatz bleibt der 45-Jährige aber bei seiner Kritik.

Alles, was er zum Thema Analyse und Beratung gesagt habe, sehe er auch Tage später genauso, sagte Scholl: "Da gibt es keinen Grund, zurückzurudern." Nach dem "Gewitter", die seine Aussagen ausgelöst hatten, sei nun der Deckel drauf. "Spruch ungut, Analyse bleibt."

"Der Herr Siegenthaler möge bitte seinen Job machen"

Scholl machte nach dem Sieg gegen Italien im Elfmeterschießen Siegenthaler "und Konsorten" dafür verantwortlich, dass Joachim Löw die Taktik gewechselt hatte. Der Bundestrainer hatte von der bisher erfolgreichen Viererkette auf eine Dreierkette umgestellt. Ob die Idee von Siegenthaler stammte, wisse er zwar nicht, sagte Scholl, "aber Jogi Löw wacht nicht nachts auf und sagt: 'Jetzt hab ichs, Dreierkette, Dreierkette', nein, da wird im Stab beraten."

"Der Herr Siegenthaler möge bitte seinen Job machen, morgens liegen bleiben, die anderen zum Training gehen lassen und nicht mit irgendwelchen Ideen kommen", kritisierte Scholl.

Löw fand die Art der Kritik unangemessen. Siegenthaler selbst reagierte gelassen. "Vor 1000 Jahren haben die Menschen die Erde auch nicht als Kugel gesehen", konterte er in der "Bild"-Zeitung. Er meinte damit offenbar, dass Scholl bei den Entwicklungen des Fußballs nicht auf der Höhe der Zeit ist.

irb/sid
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