Özil-Berater Sögüt "Löw verteidigt sich gegen einen Vorwurf, der nie erhoben wurde"

Auf die Rassismuskritik von Mesut Özil wurde falsch reagiert, sagt der Berater des Ex-Nationalspielers. In der "11Freunde" bezeichnete er zudem Manuel Neuer und Toni Kroos als "enttäuschend".

Mesut Özil beim dritten WM-Spiel gegen Südkorea
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Mesut Özil beim dritten WM-Spiel gegen Südkorea


Mesut Özils Berater Erkut Sögüt hat mehrere deutsche Fußballnationalspieler kritisiert und Özils Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verteidigt. "Außerhalb des Platzes hat er keinen Fehler gemacht. Dabei bleibt es", sagte Sögüt dem Magazin "11Freunde" rund zwei Monate nach Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

Anschließende Aussagen zu Özils Rückzug von seinen ehemaligen Mitspielern Manuel Neuer, Thomas Müller und Toni Kroos bezeichnete Sögüt als "enttäuschend und deplatziert". Kroos hatte unter anderem von einem "hohen Anteil an Quatsch" in der Rücktrittserklärung des Mittelfeldspielers vom FC Arsenal gesprochen. "Kroos sollte als gestandener Nationalspieler erklären, was er mit dem Vorwurf "Quatsch" meint", sagte Sögüt.

"Löw verteidigt sich gegen einen Vorwurf, der nie erhoben wurde"

Neuer, Müller und auch Bundestrainer Joachim Löw hatten wiederum Vorwürfe zurückgewiesen, wonach es im DFB-Team zu rassistischen Vorfällen gekommen sei. "Löw verteidigt sich gegen einen Vorwurf, der nie erhoben wurde", sagte Sögüt. "Mesut wurde nicht im Team, sondern von der Mitte der Gesellschaft rassistisch angefeindet - da hätte ihn der DFB schützen müssen."

Der 29 Jahre alte Özil hatte sich zwei Monate nach seinem Treffen mit Erdogan erstmals zu der Kritik an seiner Person geäußert. In einer dreiteiligen Erklärung in den sozialen Medien hatte er schwere Vorwürfe gegen den DFB und dessen Präsidenten Reinhard Grindel erhoben und auch seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt - von rassistischen Angriffen innerhalb der Mannschaft schrieb Özil hingegen nicht. Er beklagte stattdessen fehlenden Rückhalt innerhalb des Verbands gegen Attacken von außen.

Kritik äußerte Sögüt auch an Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München. Hoeneß etwa hatte nach Özils Rücktritt gesagt, dass dieser ohnehin "seit Jahren einen Dreck gespielt" habe. "Wenn hier jemand ablenken will, dann sind es diese beiden. Und zwar von der Leistung ihrer eigenen Spieler, von ihrer Steuerhinterziehung, ihren unverzollten Rolex-Uhren und von der Vetternwirtschaft in ihrem Verein", sagte Sögüt.

Im Video: Deutsch-Türken über die Özil-Debatte

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jan/dpa/sid

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Seite 1
humm_28 18.09.2018
1. Überflüssiger Artikel ?
Liebe Spiegel-Sportredaktion, gibt es wirklich kein wichtigeres / interessanteres Thema als die Aussagen eines Beraters von Mesut Özil, der bekanntlich aus der Nationalmannschaft zurückgetreten ist. Man / sie sollten dieses Thema meines Erachtens nicht immer wieder aufwärmen. Die Meinung des Herrn Sögüt über einige Nationalspieler ist wirklich auch nicht wirklich entscheidend. Ich habe eher den Eindruck, dass Herr Sögüt den Namen / die Marke Özil, trotz seiner auch derzeit durchaus überschaubaren Leistungen publik halten will.
mhuz 18.09.2018
2.
Gut, wir führen ein Özil Trauer Gedenk Tag ein und an dem Tag nur noch in Sack und Asche. Nach dem die Nationalmannschaft gezeigt hat, dass sie auch ohne Özil mal gewinnen kann, sollten wir es bei dem einen Tag lassen. Es war ja nicht die Leistung noch seine Abstammung, die ihn ins Rampenlicht gezogen hat, sondern seine erwachte Liebe zu seinem Präsident, der uns mit alles geheißen hat nur nicht gutes. Jetzt kann er ja zu seinem Präsidenten ziehen, mit dem er sein Blut teilt und gleich dort sein Geld abliefern.
bs2509 18.09.2018
3.
Da hat sich also Mesut Özil, Spitzenspieler der deutschen Nationalmannschaft, mitten im Wahlkampf neben dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten lassen. Özil, der Held der Weltmeisterschaft von 2014, wirbt mit seinem glanzvollen Image für den türkischen Meister des Machtmissbrauchs. So etwas tut ein Deutscher nicht! So etwas tut ein deutscher Demokrat nicht! So etwas tut kein Demokrat! Doch Özil war das Paradebeispiel für die gelungene Integration von Einwanderern der zweiten und dritten Generation. Deshalb ging dieses Foto nicht. Der Urgrund der Proteste war: Der ist doch einer von uns! Mesut Özil verweigerte sich dieser Sicht der Dinge. Aus politischem Kalkül? Aus intellektuellen Unvermögen? Mesut Özil, wurde Deniz Yücel ohne Gerichtsverfahren über Monate eingekerkert? All dies hat Erdogan getan. Und er fährt damit fort. Özil kümmerte und kümmert es nicht im geringsten, wozu auch, hat doch seine Karriere in Deutschland begonnen und nicht in der Türkei.
chunga50 18.09.2018
4. Es nervt mit diesem
Berater, hinter dem sich Herr Özil "mucksmäuschen still" und feige versteckt. Es reicht langsam mit diesem leidigen Hin und Her und diesen seltsam unpassenden Schuldzuweisungen, und das nur, um publicity zu erhalten.Herr Özil ist zurückgetreten. Das ist gut für die deutsche Nationalmannschaft und damit basta! Es reicht!
Papazaca 18.09.2018
5. Özils Berater Sögüt, Erdogan, Rolex Uhren und LANGEWEILE
Özils Berater weiß es vielleicht nicht besser: Aber dieses Thema langweilt. Erdogan, Rummenigges Rolex-Uhren, diese Thema sind wegen Langeweile abgesetzt. Es interessiert kaum noch jemand. Merke: Das schlimmste, was einem im Leben passieren kann, ist, einen Langweiler zu treffen. Herr Sögüt, fühlen Sie sich angesprochen? sollten Sie aber!
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