Türkische Ultranationalisten Ex-Weltmeister Özil trägt offenbar Tattoo der rechtsextremen »Grauen Wölfe«
Mesut Özil absolvierte 92 Länderspiele für Deutschland – hier 2022 bei seiner letzten Profistation İstanbul Başakşehir
Foto: Gerrit van Keulen IV / Royal Antwerp FC / Istanbul Basaksehi /ANP / IMAGOAm Samstag teilte der türkische Fitness-Trainer Alper Aksaç auf Instagram ein Foto, das den deutschen Ex-Nationalspieler Mesut Özil mit einem Tattoo der rechtsextremistischen türkischen Bewegung »Graue Wölfe« zeigt. Özil hat sich bislang noch nicht zu dem Tattoo geäußert, den Post aber gelikt.
Özil hatte im März seine Karriere beendet und hält sich seitdem bei seinem persönlichen Trainer Aksaç fit. Auf dem gemeinsamen Foto ziehen die beiden Männer ihre T-Shirts hoch, auf Özils linker Brust ist eine Flagge mit drei Halbmonden und die Silhouette eines heulenden Wolfes zu sehen.
Die Flagge mit den drei Halbmonden diente im Osmanischen Reich als Kriegsflagge und ist heute das Parteilogo der türkisch-rechtsextremistischen Partei MHP (»Partei der Nationalistischen Bewegung«). Die Partei ist Bündnispartner der Partei AKP des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.
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Laut Verfassungsschutz gibt es allein in Deutschland mehr als 11.000 Mitglieder der türkischen »Ülkücü«-Bewegung, deren Mitglieder »Graue Wölfe« genannt werden. Die ultranationalistische Bewegung verübte besonders in den 1970er Jahren zahlreiche Gewalttaten und Morde. Ziel der Bewegung ist die Etablierung einer pantürkischen Nation, die sich vom Balkan bis nach Westchina erstrecken soll.
Als größter Feind der Grauen Wölfe gilt die kurdische Arbeiterpartei PKK, aber auch andere Minderheiten in der Türkei – zum Beispiel Juden, Christen, Armenier, der Vatikan und die Vereinigten Staaten. In Deutschland wird die antisemitische und antizionistische Organisation vom Verfassungsschutz überwacht.
Der in Gelsenkirchen geborene Özil war in den vergangenen Jahren immer wieder durch seine Nähe zu Erdoğan aufgefallen. Vor der Weltmeisterschaft 2018 in Russland ließ sich der 34-Jährige gemeinsam mit dem türkischen Präsidenten fotografieren. Das Foto hatte die deutschen Medien monatelang beschäftigt. Özil warf dem DFB, der sich nicht hinter ihn gestellt hatte, damals Rassismus vor.
Als Spieler ist Özil bei Schalke zum Profi geworden. Über die Station Werder Bremen gelang ihm später der Sprung zu Real Madrid und Arsenal. 2014 wurde er Weltmeister. Nach der misslungenen WM 2018 trat er aus der Nationalmannschaft zurück.