Gündogan und Özil bei Steinmeier "Heimat gibt es auch im Plural"

Vom türkischen zum deutschen Präsidenten in fünf Tagen: Nach dem Eklat um ihre Erdogan-Fotos haben Ilkay Gündogan und Mesut Özil in Berlin Frank-Walter Steinmeier getroffen. Der formulierte einen klaren Wunsch.
Gündogan, Özil, Steimeier

Gündogan, Özil, Steimeier

Foto: Bundespresseamt I Guido Bergmann

Fünf Tage nach ihren umstrittenen Fotos mit Recep Tayyip Erdogan haben die deutschen Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil ihren Urlaub unterbrochen, um sich in Berlin mit der Führung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu treffen und auszusprechen.

"Beiden war es wichtig, entstandene Missverständnisse aus dem Weg zu räumen", heißt es in einem Facebook-Post Steinmeiers, in dem der Bundespräsident auch seine Rede zum Tag der Deutschen Einheit zitiert: "Heimat gibt es auch im Plural. Ein Mensch kann mehr als eine Heimat haben und neue Heimat finden."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Facebook, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Laut Steinmeier sagte Özil in Bezug auf Deutschland: "Ich bin hier aufgewachsen und stehe zu meinem Land." Gündogan betonte, dass "Deutschland heute eindeutig mein Land und mein Team" sei.

Der Bundespräsident habe daraufhin mit einem Wunsch geantwortet: "Und mit Deutschland werden Sie Weltmeister!"

Neben dem Treffen mit Steinmeier haben die beiden Nationalspieler auch ein klärendes Gespräch mit der DFB-Spitze geführt, an dem neben Bundestrainer Joachim Löw auch Manager Oliver Bierhoff, Generalsekretär Friedrich Curtius und DFB-Präsident Reinhard Grindel teilnahmen.

Joachim Löw, Mesut Özil, Reinhard Grindel, Ilkay Gündogan, Oliver Bierhoff (v.l.)

Joachim Löw, Mesut Özil, Reinhard Grindel, Ilkay Gündogan, Oliver Bierhoff (v.l.)

Foto: Bongarts/Getty Images

"Es verdient Respekt und Anerkennung, dass Mesut Özil und Ilkay Gündogan persönlich die Irritationen ausräumen wollten", betonte Grindel. "Genauso sage ich aber auch, dass dieser offene und ehrliche Austausch mit den Spielern für uns als DFB wichtig war." Grindel hatte das Treffen der Nationalspieler mit Erdogan zuvor kritisiert und gesagt, Gündogan und Özil hätten sich für ein Wahlkampfmanöver "missbrauchen lassen".

Bierhoff ergänzte: "Ich kenne beide Spieler schon seit Jahren und weiß, wie sehr sie sich mit der Nationalmannschaft und unseren Werten in Deutschland identifizieren. Mesut und Ilkay sind nicht nur aufgrund ihrer Entscheidung, für Deutschland spielen zu wollen, weiterhin gute Botschafter für Integration."

Gündogan und Özil hatten Erdogan in der vergangenen Woche in London getroffen. Für Unmut sorgten neben dem öffentlichen Auftritt während des türkischen Wahlkampfs auch die Geschenke der Nationalspieler: Gündogan überreichte Erdogan ein Manchester-City-Trikot mit der Aufschrift "Mit Respekt für meinen Präsidenten".

Trotz des folgenden öffentlichen Aufschreis waren Gündogan und Özil von Bundestrainer Löw in den vorläufigen Kader für die am 14. Juni beginnende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland berufen worden.

mmm/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.