Treffen mit türkischem Präsidenten Özil und Gündogan posieren mit Erdogan

Wahlkampfhilfe für Recep Tayyip Erdogan? Die beiden deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan haben in London den türkischen Präsidenten getroffen - und hatten Geschenke dabei.
Ilkay Gündogan, Mesut Özil, Recep Tayyip Erdogan und Cenk Tosun (von links nach rechts)

Ilkay Gündogan, Mesut Özil, Recep Tayyip Erdogan und Cenk Tosun (von links nach rechts)

Foto: Anadolu Agency/ Getty Images

Die Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan haben kurz vor der WM-Nominierung den umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan  getroffen. Im Rahmen von Erdogans dreitägigem Besuch in London überreichten Özil und Gündogan dabei Trikots ihrer Vereine FC Arsenal und Manchester City.

Erdogans Partei AKP veröffentlichte Fotos des Treffens im Hotel Four Seasons bei Twitter. Auf Gündogans Trikot mit der Nummer acht stand: "Mit Respekt für meinen Präsidenten." Auch der deutschtürkische Profi Cenk Tosun vom FC Everton nahm an der Zusammenkunft teil.

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Erdogan befindet sich auf einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien. Er wird am Dienstag von Queen Elizabeth II und der Premierministerin Theresa May empfangen. In der Türkei lässt er am 24. Juni vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abhalten.

Der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir hat Özil und Gündogan für ihr Treffen mit Erdogan kritisiert. "Der Bundespräsident eines deutschen Nationalspielers heißt Frank-Walter Steinmeier, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Parlament heißt Deutscher Bundestag", sagte der langjährige Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen: "Es sitzt in Berlin, nicht in Ankara."

Weiter hieß es: "Anstatt Erdogan diese geschmacklose Wahlkampfhilfe zu leisten, wünsche ich mir von den Spielern, dass sie sich aufs Fußballspielen konzentrieren", sagte Özdemir. Er riet Özil und Gündogan, "noch einmal die Begriffe Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nachzuschlagen".

Bundestrainer Joachim Löw nominiert sein vorläufiges Aufgebot für die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) am Dienstag in Dortmund. Özil und Gündogan gelten als gesetzt.

jan/sid