Özil-Rücktritt Diese Nationalspieler haben sich bisher geäußert

Thomas Müller
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Thomas Müller

3. Teil: Diese Spieler haben sich zu Özils Rücktritt geäußert


Manuel Neuer

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"Das ist ja die Entscheidung jedes einzelnen Spielers. Und wenn jetzt ein anderer Spieler noch sagt, dass er noch zurücktreten möchte, dann ist es seine Entscheidung. Und die Gründe muss man für sich selbst suchen, und die hat er dann auch gefunden. Diese Entscheidung akzeptieren wir natürlich."

"Es war viel hin und her, und es wurde sehr viel darüber gesprochen und geschrieben."

"Dieses Thema ist natürlich eines, das nach dem Ausscheiden sehr anstrengend war, für die, die alles gelesen haben."

"Ich kann nur sagen, dass er das (Rassismus, d. Red.) in der Mannschaft überhaupt nicht erfahren hat. Wir haben immer versucht, alle zu integrieren. Wir haben für unsere Mitspieler auch alles getan, damit jeder mit einem guten Gefühl in die Spiele geht."

(Im Fernsehinterview im Trainingslager des FC Bayern)


Jérôme Boateng

"Es war mir eine Freude, Abi // It was a pleasure Abi"

(Auf Twitter)

Jonathan Tah

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"Kölner Stadt-Anzeiger: Nach dem Turnier wurden einzelne Spieler als Sündenböcke hingestellt.

Tah: Ich sage immer: Man gewinnt und verliert als Mannschaft. Es macht keinen Sinn, auf Einzelne zu gehen. Für mich ist es wichtig, dass, wenn von außen etwas kommt, die Mannschaft dann zusammensteht und es abprallt.

Kölner-Stadt-Anzeiger: Aber genau das ist nach der scharfen Kritik an Mesut Özil nicht passiert. Da haben sich nur vereinzelt Teamkollegen vor ihn gestellt.

Tah: Vielleicht nicht in der Öffentlichkeit, dafür aber privat. Für mich ist es immer wichtiger, was drinnen passiert, wie es sich in der Kabine darstellt."

(Interview im Kölner Stadt-Anzeiger)


Matthias Ginter

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"Er wird seine Gründe haben, aber es ist schade, dass so ein guter Spieler aufhört. Ich war nicht in der Rolle, die Umstände kenne ich nicht genau. Ich glaube, die kennen die wenigsten. Deswegen muss man jetzt seine Entscheidung akzeptieren. Ob das dann richtig oder falsch ist, dafür muss man die Hintergründe genau kennen, die kenne ich nicht".

(Im Interview mit "Reviersport")


Antonio Rüdiger

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"Danke an einen der besten Fußballer, mit dem ich je zusammengespielt habe. Thanks to one of the best footballers I've ever played with. The real ones will always remember the joy you brought us during your @DFB_Team career"

(Auf Twitter)


Julian Draxler

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"Mesut Abi, deine Technik am Ball hat Spielern wie mir die Tür zum DFB-Team geöffnet. Danke, für das was du für den deutschen Fußball getan hast. Du kannst Stolz auf deine Leistungen sein // Mesut Abi, your technique and style has opened the door to the national team for players such as myself! Thank you for everything you've done for German football. You can be proud of your many achievements"

(Auf Instagram)


Toni Kroos

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"Ich denke, Mesut und Ilkay selbst hat das (Erdoganfoto, d. Red.) schon beschäftigt. Ob stark beeinträchtigt, das müssen sie selbst beantworten. Aus meiner Sicht wäre es peinlich, sich als Mannschaft hinter dieser - hauptsächlich öffentlich ausgetragenen - Debatte zu verstecken und dies mit als Grund für das Abschneiden zu nennen."

"Grundsätzlich ist Mesut ein verdienter Nationalspieler und hätte als Fußballer einen besseren Abgang verdient gehabt. Ich habe viele Jahre mit Mesut gespielt und weiß, dass er ein lieber Kerl ist. Die Art und Weise seines Rücktritts war aber nicht in Ordnung. Der Anteil, der in seiner Erklärung gut und richtig angesprochen wird, wird leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet. Ich denke, dass er selbst weiß, dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und des DFB nicht gibt. Ganz im Gegenteil: Wir setzen uns ja immer wieder aus Überzeugung für Vielfalt und Integration ein. Mesut war dafür ein gutes Beispiel, wie viele andere unserer Mitspieler auch. Mesut wurde für das Foto kritisiert - und das zu Recht. Und er hat die Chance verstreichen lassen, sich dazu zu erklären. Trotzdem wurde er von der sportlichen Leitung und im Mannschaftskreis absolut unterstützt. Später wurde er - wie wir anderen auch - für die Leistung bei der WM kritisiert. Die Art der Kritik war sicher nicht immer auf gutem Niveau - aber da muss man als Spieler dann durch."

(Im Interview mit der "Bild")


Julian Brandt

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"Ich muss ganz ehrlich sagen: Während des Turniers hat uns das jetzt nicht eingeschränkt oder so. Dass dieses Thema stattgefunden hat oder immer noch stattfindet, ist die eine Sache. Aber es hat uns jetzt nicht vom Wesentlichen abgelenkt oder abgehalten. Es war intern jetzt nicht Gesprächsthema oder so was. Deswegen finde ich nicht, dass das Thema jetzt irgendwie eine Schlussfolgerung dazu ist, dass wir jetzt rausgeflogen sind. Und für mich persönlich: Ich habe da gar nicht so viel zu sagen. Die meisten Menschen, die da was zu sagen wollten, haben das glaube ich in den letzten Wochen getan. Und von mir: Ich habe da nichts Persönliches, was ich da noch hinzufügen möchte."

"Das ist halt ein Thema, das über den Fußball hinausgeht. Und dann verbinden das viele Menschen gleichzeitig noch mit der WM. Und dann ist das halt Gesprächsthema Nummer eins. Das ist halt so. Er persönlich ist meiner Meinung nach nicht der Grund, warum wir ausgeschieden sind. Das sind, wenn, dann wir alle. Und wir alle haben auch genug Fehler gemacht. Und dazu zähle ich mich auch, auch wenn viele sagen, du warst ja noch ein positiver Anblick. Ich hätte auch nicht zweimal gegen den Pfosten schießen können, ich hätte zweimal ins Tor schießen können, dann wäre es wieder anders gelaufen. Ganz einfach. Und meiner Meinung nach ist Mesut auf gar keinen Fall der Grund, warum wir ausgeschieden sind. Wahrscheinlich hat er auch - nur rein sportlich jetzt gesehen - ein paar Fehler gemacht und hat nicht seine beste Leistung abgerufen. Aber das haben wir alle nicht. Nur auf ihn jetzt einzupreschen, ist einfach falsch."

(Im Fernsehinterview im Trainingslager von Bayer Leverkusen)


Thomas Müller

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"Die Debatte wird natürlich von außen auch immer wieder schön befeuert. Sicherlich haben die Protagonisten da auch keine sehr glückliche Rolle gespielt, egal jetzt ob auf Seiten des Verbands oder die Spieler selbst. Aber ein bisschen ist es auch eine heuchlerische Diskussion, die von den Medien mitgetragen wird, auch aufgrund, dass man natürlich dann Auflage hat, weil ich glaube, der DFB wollte nichts anderes als dass Ruhe in das Thema einkehrt, aber es wurde natürlich immer wieder nachgefragt, nachgebohrt und man hat das Thema aufgebauscht und jetzt hat man den Salat. Für die Verkaufszahlen und Klicks ist das natürlich immer noch schön, weil jetzt wird man immer noch danach gefragt, obwohl das Thema eigentlich für uns Spieler nie so stark war wie es gemacht wurde, wir aber natürlich immer wieder damit konfrontiert wurden und auch werden. Und deswegen sollten wir diese Diskussion und Debatte endlich beenden und uns aufs Sportliche konzentrieren. Weil von Rassismus im Sport und in der Nationalmannschaft kann absolut keine Rede sein."

(Im Fernsehinterview im Trainingslager des FC Bayern)


Timo Werner

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"Ich finde es schade, dass es so endete. Er hat viel für Deutschland geleistet, beim WM-Titelgewinn in Brasilien war er Stammspieler. Man wünscht sich, dass sich beide Parteien nochmals zusammensetzen und nicht auf diese Weise auseinandergehen. Ich glaube auch, dass viele in der Mannschaft glücklich wären, wenn Mesut Özil sagen würde, ich mach's nochmal. Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann und ist im Team hoch angesehen."

(Im Interview mit der "Sportbild")


Leroy Sané

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"Ich glaube, dass es seine Entscheidung ist, und alles andere überlassen wir ihm."

"Ich war bei der Unterhaltung nicht dabei. Wie ich sagte: Es ist seine Angelegenheit."

"Ja." (auf die Frage, ob sie Freunde sind)

"Ich weiß, wie es ist, als ich nicht im Kader war und als ich nicht involviert war. Ich weiß auch, wie ich da bin. Jeder braucht ein bisschen Platz. Ich saß auch nicht da und habe allen geantwortet, die mir geschrieben haben. Ich brauchte etwas Zeit, um mich zu beruhigen und über alles nachzudenken. Und das ist dasselbe, was ich jetzt mit ihm mache: Ich lasse ihm etwas Platz und etwas Zeit mit seiner Familie."

(Im Interview mit ESPN)


Nils Petersen

DPA

"Ich bin Deutschland-Fan und ich bin ein großer Özil-Fan. Nachdem er jahrelang seine Knochen hingehalten hat, hätte er einen schöneren Abschied verdient."

"Es ist schade, wenn Politik und Fußball vermischt werden."

(Im Trainingslager des SC Freiburg)

aev

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