Ehemaliger Uefa-Boss Wegen WM-Vergabe nach Katar - Platini in Polizeigewahrsam

Michel Platinis Rolle bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 beschäftigt seit Jahren die Ermittler. Jetzt wurde der ehemalige Uefa-Präsident von der französischen Polizei in Gewahrsam genommen und verhört.

Michel Platini (Archivbild)
REUTERS

Michel Platini (Archivbild)


Die französische Polizei hat Michel Platini im Rahmen von Ermittlungen zur Vergabe der WM 2022 nach Katar in Gewahrsam genommen. Gegen den 63-Jährigen, von 2007 bis 2016 Präsident der Uefa, bestehe der Verdacht der "aktiven und passiven Korruption". Er wird verhört. Das berichtet die französische Nachrichtenseite Mediapart, die gemeinsam mit dem SPIEGEL im Rechercheverbund EIC unter anderem die Football-Leaks-Enthüllungen veröffentlichte. In dem Fall wird auch der frühere Generalsekretär des Élysée-Palastes, Claude Guéant, verhört.

Der Weltfußballverband Fifa hatte die WM Ende 2010 an Katar vergeben. Der Wüstenstaat setzte sich damals überraschend gegen den Mitbewerber USA durch. Schon unmittelbar nach der Vergabe wurden Korruptions- und Vertuschungsvorwürfe laut.

Platini hatte in der Vergangenheit jegliche Korruptionsvorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Er habe im Rahmen der umstrittenen WM-Vergaben an Russland und Katar keinerlei Geschenke erhalten. "Ich bin mehr als unschuldig, sauberer als sauber", hatte der einstige Weltklassefußballer im Jahr 2014 dem französischen Radiosender Europe1 gesagt.

Im Jahr 2015 war Platini wegen einer dubiosen Zahlung von 1,8 Millionen Euro, die er im Jahr 2011 von der Fifa angeblich für lange zurückliegende Dienste für den ehemaligen Fifa-Boss Sepp Blatter erhalten hatte, für acht Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden. Die Sperre wurde nach einem Richterspruch des Internationalen Sportgerichtshofs Cas auf vier Jahre reduziert. Ab Herbst 2019 könnte Platini wieder für einen Funktionärsposten kandidieren.

luk



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cmann 18.06.2019
1. Einfach zu Billig!
Platini war und ist korrupt und käuflich gewesen. Mir ist die bisherige Behandlung durch die Justiz (Samthandschuhe) bei der sich abzeichnenden Faktenlage viel zu nachsichtig. Das gleiche gilt auch für seinen "Spezi" Sepp Blatter. Bei ähnlicher "Gemengelage" in der Wirtschaft würden die Herren schon längst als "korrupt" gelten und wegen Bestechlichkeit hinter Gitten sitzen!
seneca55 18.06.2019
2. Die Verhaftung zeigt nochmals, wie verdorben dieser Profifußball ist
Ob UEFA, FIFA, DFB, die Profi-Vereine, Profis, Berater, Manager, TV+Oligarchen, Wetten etc.:" steck alle in einen Sack und hau drauf, Du triffst keinen Falschen, der nicht in diesem mafiös geldtriefenden Geschäft sich schon fett gemacht hat!
bicyclerepairmen 18.06.2019
3. Aber die WM in Katar...
..findet doch voll "hoffentlich" statt, oder ?
arvin 18.06.2019
4. Katar
Als Fußballer und Fan werde ich diese WM in Katar bis zum Schluß meiden, gerade wegen solcher dubiosen geldgierigen Bonzen wie Platini und Co, aber auch wegen der unsäglichen sklavenartiigen Arbeitsbedingungen der Stadionerbauer mit Wissen solcher üblen Funktionäre denen ein phillipinsches Menschenleben am A. vorbeigeht.
fradu-koeln 18.06.2019
5.
Als Spieler ein As, als Funktionär eine Schande. Der Fußball muss sich entweder von diesen ganzen korrupten Verbänden und ihren Kreaturen trennen oder er wird eines Tages in Ermangelung von Fans in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Im Gegensatz zur Denke gewisser Leute ist dieser Sport nämlich immer noch eine Nebensache und zwar eine entbehrliche.
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