Missbrauchsvorwürfe im US-Fußball Ligachefin tritt zurück

Massive Vorwürfe der sexuellen Nötigung erschüttern die amerikanische Fußballliga der Frauen. Die Liga selbst habe schon seit Monaten davon gewusst, heißt es. Nun ist NWSL-Chefin Lisa Baird zurückgetreten.
Ligachefin Lisa Blair (Archivbild)

Ligachefin Lisa Blair (Archivbild)

Foto: Ker Robertson / Getty Images

Nach dem Bekanntwerden schwerwiegender Vorwürfe gegen Trainer in der US-Fußball-Profiliga der Frauen (NWSL) ist Ligachefin Lisa Baird zurückgetreten. Das bestätigte die Liga in einem kurzen Statement auf Twitter. Demnach habe die NWSL ein entsprechendes Rücktrittsangebot von Baird angenommen.

Baird wird vorgeworfen, bereits vor einem halben Jahr über Vorwürfe in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Nach übereinstimmenden Medienberichten muss auch General Counsel Lisa Levine gehen.

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Auslöser waren Vorwürfe gegen den Trainer von North Carolina Courage, Paul Riley, der nach einem Bericht des Portals »The Athletic« mutmaßlich wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Spielerinnen entlassen wurde. Die Liga hatte daraufhin ihren Spielbetrieb unterbrochen und alle für dieses Wochenende angesetzten Spiele abgesagt. Riley, der seit 2010 bei verschiedenen Klubs in der NWSL tätig gewesen war, bestritt die Vorwürfe.

»Systemischer Missbrauch«

Die Freistellung des Engländers wurde wenige Tage nach zwei weiteren Trainerentlassungen wegen zunächst nicht näher definierten Fehlverhaltens publik. Die Vereinigung der Spielerinnen (NWSLPA) kritisierte »systemischen Missbrauch« in der Liga.

Viele Spielerinnen haben sich zu Wort gemeldet. US-Nationalspielerin Alex Morgan etwa machte eine Antwort von Ligachefin Baird auf die Vorwürfe einer Spielerin öffentlich. Dort ist zu lesen, dass die Ligaverantwortliche bereits im vergangenen April in Kenntnis gesetzt wurde, eine Untersuchung der Vorfälle scheint sich daraus nicht entwickelt zu haben.

Am Freitag hat auch der Fußball-Weltverband Fifa eine Untersuchung der Fälle eröffnet, ebenso der US-Verband, der die Liga im Jahr 2013 mitbegründet hatte und weiter finanziell unterstützt, auch wenn die Liga seit einem Jahr unabhängig ist.

sak/dpa
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